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Landsberg

23.06.2019

Nach Unwetter in Landsberg: Vorschläge, damit die Keller nicht mehr volllaufen

Stadtrat Hans-Jürgen Schulmeister schlägt unter anderem einen zusätzlichen Kanal in Richtung Krachenbergschlucht vor, um die Situation zu entschärfen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Stadtrat Hans-Jürgen Schulmeister präsentiert Ideen für die Pössinger Straße und die Bayerfeldstraße in Landsberg. Wie Regen und Schlamm abgeleitet werden sollen.

Es ging alles ganz schnell am 15. Juni: Die Wasser- und Schlammmassen schossen von einem oberhalb liegenden Kartoffelacker hinunter in die Häuser von Anwohnern der Pössinger- und der Bayerfeldstraße und richteten in den Kellern der Häuser teils erhebliche Schäden an. Betroffen war unter anderem die Familie Deininger. „Sobald es anfängt zu regnen, habe ich Angst und bekomme Gänsehaut“, sagt Mutter Betina. Bei ihnen zerstörte das Wasser unter anderem die Heizung und auch Erinnerungsstücke der Familie sind verloren. „Der Schaden beläuft sich auf eine fünfstellige Summe. Die Elementarversicherung rettet uns.“

Schnell handeln

Es ist nicht das erste Mal, dass den Anwohnern in diesem Bereich die Keller volllaufen. Deswegen fordert Stadtrat Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte), dass schnell gehandelt wird. Er präsentiert zwei Vorschläge, die Anwohner an ihn herangetragen haben, um die Situation zu entschärfen. Schulmeister wohnt in der Nähe und hatte das Gespräch gesucht. Ein Ansatz ist, in der Grünanlage, die parallel zur Straße „Am Krachenberg“ in Richtung Krachenberg verläuft, einen Kanal für das Oberflächenwasser zu verlegen. „Das ist nur auf der rechten Seite möglich. Die große Grünfläche auf der linken Seite gehört der Stadt nicht“, so Schulmeister. Von dort soll das Wasser in die Krachenbergschlucht abgeleitet werden. „In der Schlucht wurde viel Geld investiert für ein Auffangbecken. Tatsächlich habe ich da aber noch nie Wasser drin gesehen und auch Anwohner sagen mir dasselbe. Dann würde sie ihrem Zweck wenigstens mal gerecht“, so der Stadtrat.

Im Landsberger Südosten kommen laut Schulmeister mehrere Probleme zusammen. Zum einen versickere das Wasser im Lehmboden schlecht, zum anderen reiche die Kapazität des Kanals bei Starkregen nicht aus. Beim Unwetter vor gut einer Woche hatte zudem Schlamm die Abflussschächte verstopft.

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Am Mittwoch Thema im Bauausschuss

Die zweite Idee setzt weiter südlich am Ende der Pössinger Straße an, wo die Wohnbebauung endet. Dort könnte ähnlich wie in der Pössinger Au (Wildpark) ein Gitter für Wildtiere verlegt werden, das die Wassermassen besser ableitet als bisher. „Die Idee ist, dass es dann in einen Kanal abgeleitet wird, der hinübergeht in die Pössinger Au und dort in den Lech geleitet wird“, so Schulmeister. Er will das Thema diesen Mittwoch im Bauausschuss ansprechen. Auch Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) sieht Handlungsbedarf, wie er unserer Zeitung sagte. Über die Bewirtschaftung des abschüssigen Geländes solle mit den Landwirten geredet werden. „Vielleicht muss man dort etwas anbauen, das die Erde besser hält“, so Neuner.

Dass zeitnah etwas passiert, hofft auch ein Bewohner, der eine böse Überraschung erlebte. „Bei meiner Gebäudeversicherung sind Elementarschäden abgedeckt, bei der Hausratversicherung aber nicht. Ich bleibe da auf allen Kosten sitzen.“ Bei ihm war während des Unwetters der Keller teils bis auf 1,80 Meter Höhe vollgelaufen.

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