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Landsberg

25.07.2020

Nachruf: Das Landsberger Ruethenfest lag Franz Krauß am Herzen

Franz Krauß 2011 auf der Bühne in dem Stück „Drei Mal Leben“.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Franz Krauß gehörte seit 1966 zur landsberger bühne. Jetzt ist er im Alter von 75 Jahren gestorben. Warum er vielen in Erinnerung bleiben wird.

Der Landsberger Franz Krauß ist nach längerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Während seiner aktiven Berufszeit war er Pädagoge in der Schule am Luisenhof; als Konrektor war er dort nach 37 Jahren Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet worden. Doch Franz Krauß war viel mehr als ein Pädagoge mit Blick für das Einzigartige in jedem Schüler.

Seinen großen Bekanntheitsgrad in und um Landsberg erlangte er als Mitglied der landsberger bühne und vor allem als einer der Macher im Ruethenfestverein.

Theater spielte er seit 1961

Zur landsberger bühne kam Krauß im Jahr 1966. Theater spielte er da schon, wie er einmal verraten hat. Das war 1961, er war Schlossverwalter in einem Stück von George Bernard Shaw. Bei der landsberger bühne hat ihm stets die Vielseitigkeit und Kollegialität des Ensembles sowie die Experimentierfreudigkeit der jeweiligen Regisseure gefallen. Auch das sagte er einmal in einem Interview.

Er selbst war in verschiedenen Stücken in unterschiedlichen Rollen zu sehen. Erinnert sei hier an das Ruethenfeststück von Peps Pschorr „Das Turnier zu Landsberg“ oder an Ephraim Kishons „Es war die Lerche“. Selbst bei Kabarettabenden war Krauß als einer der Akteure dabei. Mit seiner Begeisterung fürs Theater machte er am Förderzentrum nicht halt. Dort ging es ihm auch darum, junge Talente zu entdecken und zu fördern.

Erzähler beim historischen Ruethenfestabend

Eine fast noch größere Leidenschaft hegte Franz Krauß für das Ruethenfest, das große historische Landsberger Kinderfest. 1991, als er beim Freilichtstück „Das Turnier zu Landsberg“ mitwirkte, wurde Krauß Mitglied im Ruethenfestverein und beteiligte sich fortan aktiv, setzte Impulse, die noch lange Fortbestand haben. So initiierte er den historischen Ruethenfestabend und fungierte dabei als Erzähler. Er betreute lange Jahre den Kaiserlichen Zug und dachte darüber nach, wie dieses Bild des Festzugs für Kinder und Jugendliche attraktiver gemacht werden könnte. Besondere Zugkraft, so seine Beobachtung, hatte stets das Lagerleben, das Landsknechte und Schweden genießen durften. Das Ergebnis: Die „Kaiserlichen“ bekamen ab 2007 ebenfalls ihr Lager – angemessenerweise oben auf dem Schlossberg.

Landsberger Geschichten

Gemeinsam mit Ehefrau Gertrud hat Krauß unter dem Titel „Wie war das eigentlich?“ Landsberger Geschichten zum Ruethenfest in Druck gegeben und veröffentlicht. Der zum Fest 2007 erstmals veröffentlichte Band mit Wissens- und Mitmachteil für Kinder wurde 2011 erweitert. Viele weitere Texte hat der Verstorbene für das Ruethenfest, für Druck und Vortrag, verfasst. Einige davon werden auch bei zukünftigen Festen zu hören sein.

Text war die eine Seite, Franz Krauß war aber auch Musikliebhaber und -versteher. So hat er beispielsweise für das Puppentheater „Am Schnürl“ Texte vertont. In Erinnerung wird „Heini Weltenbummler und der Zauberhut“ bleiben, wofür der Landsberger Tonfolgen in Moritatenmanier für Texte von Helmut Glatz schuf.

Ehrennadel in Gold

Für dieses durchgehend große ehrenamtliche Engagement war Franz Krauß im vergangenen Jahr vom damaligen Oberbürgermeister Mathias Neuner die Ehrennadel in Gold der Stadt Landsberg verliehen worden.

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