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Penzing

29.06.2020

Neues Baugebiet in Penzing: Kreuzung statt Kreisverkehr

Über die Erschließung des Baugebiets Benediktbeurer Ring in Penzing hat der Gemeinderat entschieden. Das Baugebiet soll von der Staatsstraße her mit einer Kreuzung erschlossen werden.
Bild: Romi Löbhard

Plus Zwischen dem Benediktbeurer Ring und der Kreisstraße entsteht in Penzing neuer Wohnraum. Der Gemeinderat hat zum Projekt aber viele Fragen. Und die sorgen für eine Mammutsitzung.

Der Bebauungsplanentwurf Benediktbeurer Ring war erneut Thema im Penzinger Gemeinderat. Dieser Plan war noch unter Bürgermeister Johannes Erhard auf den Weg gebracht worden. Der Beschluss beinhaltete schließlich eine wesentliche Änderung, und die betrifft den Anschluss des Gebiets an die Staatsstraße.

So wird das geplante Neubaugebiet nicht, wie vom vorherigen Gremium favorisiert, mittels Kreisverkehr an die Staatsstraße nach Landsberg angebunden, sondern durch eine Kreuzung. Und die soll dem Fußgänger- und Radverkehr hohe Priorität einräumen, beispielsweise durch Querungshilfen und den Verzicht auf eine Linksabbiegerspur in Richtung Baugebiet. Gleichzeitig soll ein späterer Umbau zum Kreisverkehr nicht verhindert werden.

Schon der alte Gemeinderat hat sich lange mit dem Thema beschäfitgt

Dem Tagesordnungspunkt schickte Rathauschef Peter Hammer die Bitte voraus, Vertrauen in die Arbeit der Vorgänger zu entwickeln und nicht „auf dem Reißbrett“ anzufangen. Zeit sei ein wesentlicher Faktor für dieses Baugebiet, da vermutlich zum Jahresende das Baukindergeld auslaufe. Einer Familie mit einem Kind könne das mit dem Zuschuss des Landes über zehn Jahre 15.000 Euro bringen, rechnete Hammer vor.

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Architekt Franz Arnold stellte mit seiner Mitarbeiterin Elke Bruscha und Straßenplaner Roland Kindlbacher den Planentwurf vor und beantwortete alle Fragen. In der regen Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die süd-westliche Ortseinfahrt eine „Visitenkarte“ werden soll, Bäume sollen der Verkehrsberuhigung dienen. Verstärktes Augenmerk soll laut Arnold auch auf die begrünte Lärmschutzwand gelegt werden, die in Richtung des bestehenden Kreisverkehrs geplant ist. Damit könne auch auf den zwingend vorgeschriebenen Einbau von Lüftungsanlagen in den angrenzenden Gebäuden verzichtet werden.

Wie sieht es mit dem Parken aus?

In Mehrfamilien-, Ketten- und Einfamilienhäusern sollen rund 100 Wohneinheiten entstehen, entsprechend hohes Verkehrsaufkommen wird erwartet. Gemäß eines von Arnold zitierten Gutachtens werde 70 Prozent des erwarteten Verkehrs über die Staatsstraße fließen. In der „Höchstfrequenzstunde“ biege morgens ein Auto nach links in das Wohngebiet ein, abends seien es sechs. Das zweifelten mehrere Räte an und unterstellten Zählungen während des Corona-Lockdowns. Dem trat Arnold vehement entgegen.

Sorgen macht sich Gemeinderätin Ute Funk, dass der zusätzliche Verkehr auch die Richthofenstraße und den bestehenden Teil des Benediktbeurer Rings belasten wird. Zur Verkehrsberuhigung soll anders als im diskutierten Entwurf innerhalb des Baugebiets der Gehweg zu Lasten der Fahrbahn verbreitert werden. Dieter Förg merkte zur Höhe der Geschossbauten an, dass die Feuerwehr über keine Drehleiter verfüge. Die Lösung könne eine betonierte Plattform sein, schlug Architekt Arnold vor.

Auch über die Stellplätze wurde diskutiert. Ein dritter Stellplatz darf, abweichend von der Stellplatzordnung der Gemeinde, bei den sechs Kettenhäusern vor der Garage ausgewiesen werden. Ute Funk befürchtete geparkte Autos auf der Straße. Manfred Schmid wies darauf hin, dass Kettenhäuser ein Novum in Penzing seien und diese Ausnahme deshalb möglich sei. Der Platz an der Nordecke solle als Parkfläche ausgewiesen werden, schlug Funk vor. Das Architekturbüro kann nun weiter planen, der Straßenplaner die Verhandlungen mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim fortsetzen.

Drei Stunden lang wird über das Thema diskutiert

Deutlich sagte Bürgermeister Peter Hammer in der Sitzung, er hoffe, dass dieses Baugebiet ein Anfang sei und weitere folgen. Das formulierte er auch als Antwort auf die Kritik von Gemeinderat Peter Rief, die Grundstücke seien zu klein gewählt. Nach einer Bedarfsermittlung, wie von Ute Funk angeregt, könne man in einem künftigen Areal größere Grundstücke planen, so Hammer. Die Konstellation des Gemeinderats – zwölf von 16 Gemeinderäten sowie der Bürgermeister selbst sind neu im Amt – hatte Peter Hammer dazu veranlasst, in der zweiten Sitzung seiner Amtszeit einen ausführlichen Sachvortrag zum Thema Bebauungsplan Benediktbeurer Ring auf die Tagesordnung zu setzen. „Es war klar, dass es viel Gesprächsbedarf gibt“, sagte er auf Nachfrage des LT.

Sein Ziel seien qualitativ hochwertige Beschlüsse. „Und das geht nur, wenn wir eine valide gemeinsame Basis haben.“ Das erfordert jedoch Zeit: Allein mit dem Bebauungsplan Benediktbeurer Ring beschäftigten sich die Räte drei Stunden.

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