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Kriegsende II

29.04.2015

Nie vergessen

Gedenkfeier im Landratsamt

Stephan Albrecht ist das jüngste Mitglied der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert. Bei einer Gedenkfeier im Landratsamt stellte er am Rednerpult die Frage: „Warum stehe ich als 15-Jähriger hier?“ Die Antwort lieferte er gleich selbst: „Weil man nicht vergessen darf.“ Knapp 40 Besucher nahmen am Gedenken an die Befreiung der KZ-Außenlager bei Kaufering und Landsberg teil.

Passagen aus den Erinnerungen des KZ-Häftlings Viktor Frankl las Tyll Patrick Albrecht von der Arbeitsgruppe Gedenken vor. Frankl, ein österreichischer Neurologe und Psychiater, habe stets gedanklich Rücksprache mit seiner Frau gehalten, obwohl er nicht wusste, ob sie noch am Leben war. Es folgte eine Filmdokumentation mit Aufnahmen, die Ende April 1945 gemacht worden waren, als die Amerikaner Bewohner aus dem Umland zwangen, sich die Lager anzusehen. Dazu las Anneliese Paape einen Brief des damaligen Reichsbahnobersekretärs Joseph Hackelsberger vor. „Wir wurden von einer amerikanischen Streife verhaftet und in einem Lastwagen zuerst nach Kaufering, dann nach Hurlach gebracht. Dort lagen überall tote Juden und es war ein schrecklicher Leichengeruch“, schrieb er am 29. April 1945.

Anton Posset, Erster Stiftungsvizepräsident der Europäischen Holcaust-Gedenkstätte, erinnerte an das Schicksal überlebender Mütter, mit ihren sieben Kindern, die im Außenlager Kaufering I in Landsberg geboren wurden. Danach wurden Ausschnitte aus dem Film „Band of Brothers“ von Steven Spielberg gezeigt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch das Quartett „Klemerzon“, das auch zur Eröffnung der Ausstellung „Die Vernichtung der Juden im Rüstungsprojekt Ringeltaube“ im Foyer spielte. (gra)

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