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Natur

18.07.2019

So helfen Verbraucher den Bienen

Arno Bruder ist der Imkerberater des Bezirks Oberbayern. Unser Foto zeigt ihn an einem Bienenstock auf dem Gelände am Pulverturm in Landsberg.

Die amerikanische Faulbrut bedroht die Bienenvölker im Landkreis Landsberg. Imkerberater Arno Bruder erklärt, wie auf die Seuche reagiert werden kann

Bei zwei Bienenvölkern in Landsberg wurde ein Befall mit amerikanischer Faulbrut festgestellt und – wie berichtet – wurden zwei Sperrgebiete, die Stadt samt Sandau und Friedheim, sowie Unter- und Oberdießen eingerichtet. Ob weitere Bienenvölker befallen sind, wird derzeit untersucht. Für den Menschen ist die Krankheit und auch der Honig betroffener Völker laut Veterinäramt unbedenklich. Der Verbraucher kann aber den Bienen helfen. Das Landsberger Tagblatt hat bei den Experten nachgefragt.

Bei der Faulbrut handelt es sich um eine hoch ansteckende, bakterielle Bienenseuche, die angezeigt werden muss. Die beiden Bienenvölker sind laut Auskunft des Veterinäramtes bereits getötet. Von allen in den Sperrbezirken befindlichen Bienenvölkern würden jetzt Proben gezogen, erläutert der Imkerberater des Bezirks, Arno Bruder. Und das dauere länger, als ursprünglich gedacht. Es hätten sich mehr Imker gemeldet, als bisher bekannt waren. 250 bis 300 Bienenvölker müssten beprobt werden. Das Veterinäramt hat alle Imker im Sperrgebiet aufgefordert, ihre Bestände anzugeben. Eigentlich gilt für Bienenvölker grundsätzlich eine Meldepflicht, wie Bruder sagt. Denn die Biene sei ein Nutztier und beim Honig gehe es um Lebensmittelproduktion.

Wie auf den Ausbruch der Krankheit reagiert wird, hängt davon ab, ob und wie stark ein Bienenvolk von der amerikanischen Faulbrut befallen ist: Bei einem starken Befall wird das Volk getötet, bei einem geringeren kommt die alte Brut weg und alles wird gereinigt, wie Bruder erläutert. Er geht davon aus, dass nach zwei Monaten alles wieder frei ist. Sollten alle Proben negativ sein, dann werde der Sperrbezirk sicherlich schneller aufgehoben. Arno Bruder überlegt auch, an der Imkerschule des Bezirks in Landsberg eine Schulung durchzuführen. In der Imkerschule habe man mit zwei Imkermeistern, einem Gesellen und dem Bezirksberater, sowie zwei Hygienewarten für den Landkreis eine hohe Fachkompetenz vor Ort.

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Was kann nun der Verbraucher tun? Arno Bruder und das Veterinäramt weisen daraufhin, dass keine offenen Gläser von Handelshonig ungespült in den Altglascontainer gegeben werden dürfen. Denn gerade jetzt in einer eher blütenarmen Zeit stöberten Bienen auch dort und brächten den Honig in ihren Stock ein. Und da 80 Prozent des Handelshonigs aus dem Ausland stammen, wie Bruder sagt, und dort die amerikanische Faulbrut oft einfach nur mit Antibiotika im Stock bekämpft werde, sei der Faulbrut-Erreger im Honig und gelange so in den Bienenstock.

Ausgebrochen ist die Faulbrut auch in Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck. Dort kann ein Zusammenhang bestehen, aber wie Arno Bruder sagt, könne die Seuche in Türkenfeld auch ganz unabhängig ausgebrochen sein..

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