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Landsberg

28.07.2019

So wird der Bau der neuen Lechbrücke in Landsberg ablaufen

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An dieser Stelle an der Von-Kühlmann-Straße in Landsberg soll einmal der Lechsteg gebaut werden.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Wenn es im September losgeht, wird erst einmal viel Kies gebracht. Die Herstellung der Einzelteile wird einige Monate dauern. Das ist mit ein Grund, warum der Steg so viel kosten wird.

Der Auftrag ist vergeben und damit wird nun der Lechsteg zwischen Papierbach und Inselbad gebaut. Baubeginn wird im September sein, kündigte der Leiter des Tiefbaus in der Stadtverwaltung, Hans Huttenloher, nach der Stadtratssitzung an.

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Das Bauvorhaben war in zwei Losen ausgeschrieben worden. Für jedes Los wurden zwei Angebote abgegeben, die günstigeren Bieter erhielten den Zuschlag: Die Tiefbau-, Stahlbeton- und Landschaftsarbeiten wird eine örtliche Bietergemeinschaft ausführen, die mit 2,5 Millionen Euro das günstigere Angebot vorgelegt hatte, der zweite Bieter wollte für diese Leistungen 3,4 Millionen Euro. Die Stahlbauarbeiten wurden an eine österreichische Firma vergeben. Ihr Angebot weist Kosten von 4,7 Millionen Euro aus, der zweite Bieter hatte 6,4 Millionen Euro angesetzt.

In einem Jahr soll die Brücke fertig sein

Die Bauarbeiten werden im September beginnen, indem im Lech Kies aufgeschüttet wird, auf dem ein Pfeiler für den Steg gebaut wird. Diese Aufschüttung könne aufgrund naturschutzrechtlicher Auflagen nur im September gemacht werden, so Huttenloher.

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Bevor dann konkret die Brücke über den Lech geschlagen wird, sind zunächst langwierige Vorarbeiten erforderlich. Die Plandaten werde die Stahlbaufirma in ihr Fertigungsprogramm einspielen, um danach die einzelnen Stahlteile in ihrem Werk zu schneiden und zu formen. Anschließend werden die Elemente mit Lkw nach Landsberg gebracht. Mit einem 400-Tonnen-Kran, der im Flussbett aufgestellt wird, werden die Einzelteile über den Lech gehoben und hängend verschweißt. Huttenloher rechnet mit einem Bauzeitraum von knapp einem Jahr. Im August 2020 soll die 124 Meter lange Brücke fertig sein.

Das Inselbad wird nicht angetastet

Die Erschließung des östlichen Widerlagers und auch der Pfeilerbaustelle erfolgt über die Lechstraße, über die Fläche mit den Fahrradständern und dem nördlichen Floßgassenweg direkt zum Lech, teilte die Stadtverwaltung auf Nachfrage des LT weiter mit. Die Verbindung Inselbad-Lechsteg über den Weg bei der Arbeiterwohlfahrt wird für die Dauer der Baumaßnahme nicht möglich sein.

Für das Widerlager an der Von-Kühlmann-Straße wird eine große Plattform errichtet. Von dort können Fußgänger und Radfahrer über eine noch herzustellende Querungshilfe die Straße zum künftigen Europa-Platz im Papierbach-Quartier queren. Weder beim Bau noch nach Fertigstellung der Brücke werden Flächen des Inselbades benötigt.

Wie steht es um eine der beiden Firmen?

Die Stahlbaufirma nahm in der Stadtratssitzung Stefan Meiser (ÖDP) ins Visier. Er berichtete, dass das Unternehmen 2016 Insolvenzantrag gestellt hatte, und fragte, „wie solvent ist diese Firma?“. Das Unternehmen war laut Berichten mehrerer österreichischer Zeitungen Ende 2016 in eine finanzielle Schieflage geraten. Als Grund dafür nannte das Unternehmen damals erhebliche Mehrkosten bei der Sanierung der Praterbrücke in Wien. Bald darauf wurde die Firma saniert und ist offenbar wieder gut im Geschäft: So konnte sie beispielsweise jüngst vermelden, mit dem von ihr errichteten Ennssteg im oberösterreichischen Steyr den Österreichischen Stahlbaupreis 2019 gewonnen zu haben.

Dass die Firma vor drei Jahren Insolvenzantrag gestellt hatte, sei im Amt nicht bekannt gewesen, erklärte Tiefbau-Chef Hans Huttenloher. Generell lasse sich die Stadt von jedem Anbieter erklären, dass gegen ihn kein Insolvenzverfahren laufe oder in Aussicht stehe. Diese Bestätigung habe auch das Unternehmen aus Österreich gegeben.

Kritik an Meisers Einlassung übte Christian Hettmer (CSU): Er meinte, zur Nachricht über eine frühere Insolvenz hätte auch gehört, zu erwähnen, dass das Unternehmen inzwischen saniert sei.

LT-Redakteur Gerald Modlinger kommentiert das vorläufige Ende der politischen Debatte um den Lechsteg: Der Steg und der Kampf ums Geld

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