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Dießen

20.08.2020

Steigen Stand-up-Paddler bald am Dießener Dampfersteg aufs Brett?

Stehpaddeln auf SUP-Boards ist eine beliebte Sommerbeschäftigung.
Bild: Matthias Balk/dpa/dpa-tmn

Plus Stehpaddler könnten ab 2022 direkt von den Dießener Seeanlagen aus ihre Touren starten. Was der Ferienausschuss des Marktgemeinderats zu den Plänen sagt.

Stand-up-Paddling ist eine Sportart, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Auch am Ammersee. In Dießen könnte es für die Anhänger des Stehpaddelns eine neue merkenswerte Adresse geben. Auch wenn das wohl noch eine Weile dauert.

Wenn auch die Ammerseeverwaltung und die Seenschifffahrt zustimmen – werden die Dießener und ihre Gäste sich nach Abschluss der Neugestaltung der Ufermauer in der Seeanlage voraussichtlich über einen SuP-Verleih neben dem Dampfersteg freuen können. Der Ferienausschuss des Marktgemeinderats sprach sich diesbezüglich einstimmig für eine wasserrechtliche Genehmigung aus.

Dabei lautete der Beschlussvorschlag der Verwaltung ursprünglich wie folgt: „Ohne detaillierte Angaben zum Betriebsablauf, der Anzahl der Boards, der Schulungsteilnehmer etc. kann sich die Gemeinde zu diesem Antrag nicht abschließend äußern. Der geplante Standort wird jedoch aufgrund der Nähe zum Dampfersteg und der stark frequentierten Seeanlage als äußerst kritisch gesehen.“

Die Stimmung kippte zu Gunsten der SuP-Station

Während der Diskussion am Montagabend kippte die Stimmung im Ferienausschuss dann aber zugunsten des Vorhabens, auch wenn das Gremium hinsichtlich wasserrechtlicher oder konzeptioneller Hintergrundinformationen im Nebel stocherte. Wie Thomas Höring (Freie Wähler) betonte, habe es vor 20 Jahren in der Seeanlage noch vier Vermieter von Tret- und Ruderbooten gegeben. Nun seien SuP-Boards im Trend. Er sehe den vorliegenden Antrag deshalb positiv. Auch ein Massenansturm sei nicht zu befürchten, da nach seinen Informationen ohnehin nur zehn Boards pro Verleih zulässig seien.

In der Bootshütte nördlich vom Dampfersteg soll ein SuP-Board-Verleih mit Schulungsangebot entstehen. Der dazugehörige Steg befindet sich einige Meter südlich.
Bild: Uschi Nagl

Vermutlich würde mit den Boards direkt von der Bootshütte aus gestartet. Der dazugehörige Steg befindet sich einige Meter südlich der Hütte und ist trockenen Fußes nur über die Seeanlage zu erreichen. Noch gehe es nicht um eine Entscheidung, so Höring, „wir werden vom Landratsamt lediglich gefragt, wie wir die Sache sehen“. Rückenwind bekam Höring von seinem Fraktionskollegen Florian Zarbo, der keinen großen Unterschied zwischen einem Boots- und einem SuP-Verleih sieht. Eine Konzession als Bootsverleih besitzt der Eigentümer der Bootshütte bereits, die aber ruht seit Jahren.

Neugestaltung der Ufermauer voraussichtlich im Frühjahr 2022

Wie dem Antrag zu entnehmen sei, so Zarbo weiter, wolle der Antragsteller sein Vorhaben erst umsetzten, wenn die geplante Neugestaltung der Ufermauer abgeschlossen ist, was nach Auskunft der Gemeindeverwaltung voraussichtlich im Frühjahr 2022 der Fall sein soll. Bis dahin werde dann „mit Sicherheit ein detailliertes Konzept vorliegen“.

Als Tourismusreferentin stehe sie dem Vorhaben positiv gegenüber, erklärte Hannelore Baur (SPD). Aber auch sie vermisse ein Konzept, um fundiert Argumente auszutauschen. Bis zum Umbau der Seeanlagen sei noch viel Zeit für einen Dialog mit dem Antragsteller, meinte Gabriele Übler (Grüne). Sie hoffe, dass die SuP-Kurse auf dem Wasser stets ohne Kollisionen mit der benachbarten Seenschifffahrt ablaufen würden und regte an, die Entscheidung zu vertagen.

Dies sei leider nicht möglich, erklärte Bürgermeisterin Sandra Perzul (Dießener Bürger). Der Antrag liege der Gemeinde seit dem 1. Juli vor und müsse bis zum 21. August beschieden werden.

SuP-Board-Verleih nicht wegschnappen lassen

Es gäbe Anlass zur Eile, meinte auch Michael Lutzeier (Die Partei), schließlich würden Konzessionen für SuP-Board-Verleihe und Schulungsbetriebe nur in begrenzter Anzahl vergeben. „Und wenn wir uns die nicht sichern, dann sichert sie sich Utting oder Eching.“ Unmittelbar am Dampfersteg, so Lutzeier, mache ein SuP-Board-Verleih mehr Sinn als im Strandbad oder auf dem Campingplatz, denn hier sei der Ort, wo die Leute mit dem Dampfer in Dießen ankommen. Unterm Strich habe sie herausgehört, so Perzul, dass die Mehrheit des Ferienausschusses grundsätzlich für das Vorhaben sei.

Der einstimmige Beschluss lautete schließlich: „Der Ferienausschuss nimmt die Ausführungen des Antragstellers zu Kenntnis und hat hinsichtlich des Vorhabens keine Bedenken“.

Lesen Sie dazu auch: Das Massenphänomen Stand-up-Paddling

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