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Dießen

20.03.2019

Strandbad-Streit: Kirsch will einen freien Zugang zum See

Nicht nur in St. Alban, sondern auch in Riederau könnte in Zukunft ein kostenfreier Zugang zum Ammersee möglich sein – wenn der Dießener Gemeinderat einer Empfehlung von Fachleuten folgt. Die hatten offenbar den Rückbau der Bäder zu frei zugänglichen Badestellen empfohlen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Fachleute besichtigen die Strandbäder in Riederau und St. Alban. Was sie empfehlen, dürfte den Mitgliedern der Bürgerinitiative gefallen.

Über die Zukunft der beiden Strandbäder in Riederau und St. Alban wird der Dießener Gemeinderat am Montag, 25. März, entscheiden. Dann wird beschlossen, ob die Freizeitareale wie bisher als Naturbäder mit Eintritt weitergeführt oder in frei zugängliche Badestellen umgewandelt werden.

Einen arbeitsreichen Tag verbrachte kürzlich eine Delegation, angeführt von Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch, am Ammersee. Sie besichtigte nämlich die beiden Dießener Strandbäder in Riederau und St. Alban. Mitglieder der Delegation waren unter anderem Dr. Andreas Lenz und Jörg Simon von der Bayerischen Verwaltungsschule Lauingen – beides Experten für den Betrieb von Bädern. Sie trugen dann auch am Abend ihre Einschätzung der Situation einigen Mitgliedern des Gemeinderats vor.

Der Gemeinde drohen hohe Personalkosten

Der bevorstehenden Entscheidung des Gemeinderats wollte Herbert Kirsch nicht vorgreifen, allerdings hatte er am Mittwochabend in der Bürgerversammlung in Riederau seine Präferenz einer frei zugänglichen Badestelle sehr deutlich gemacht. „Seit 2001 versuche ich, einen freien Seezugang für die Dießener zu bekommen.“ Wie auch schon Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer in früheren Sitzungen deutlich gemacht hatte, würde die Fortführung der Bäder in der bisherigen Form einen hohen Personal- und damit auch Kostenaufwand bedeuten, um die Anforderungen an die Verkehrssicherung und Haftung rechtssicher erfüllen zu können. In beiden Bädern wird Eintritt verlangt.

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Wie Dr. Andreas Lenz und Jörg Simon bei ihrem Besuch offenbar bestätigten, müssten in Riederau für die bisherigen Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr permanent mindestens ein Rettungsschwimmer, in St. Alban mindestens zwei anwesend sein – bei größerem Andrang entsprechend mehr. Insgesamt, so rechnete Springer vor, würde die Marktgemeinde für beide Bäder bei geforderten verlängerten Öffnungszeiten (6 bis 20 Uhr oder 7 bis 21 Uhr) mindestens zehn Beschäftigte benötigen. In einer Saison (etwa sechs Monate) rechnet man dadurch mit Personalkosten im sechsstelligen Bereich, die von der Gemeinde zu tragen wären.

Das Floß und die Rutsche müssten weg

Als Alternative, so berichtete Herbert Kirsch weiter in der Riederauer Bürgerversammlung, käme die frei zugängliche Badestelle infrage, die im Übrigen auch von einer Bürgergruppierung vehement eingefordert wird. Eine Badestelle setze allerdings den Rückbau aller bädertypischen Einbauten, besonders des Schwimmfloßes und der Wasserrutsche, voraus. Eigentlich befinden sich auch keine Stege an Badestellen, wobei diese unter gewissen Voraussetzungen und Begründungen, wie etwa die Nutzung durch die Wasserwacht oder als Anlegesteg, geduldet würden.

Lesen Sie dazu auch: Die Bürgerinitiative beantragt einen freien Seezugang

Empfohlen haben die beiden Bäderfachleute allerdings ein zweites Geländer als Absturzsicherung für die Stege. „Die Duschen, Toiletten und der Kiosk könnten bleiben“, sagt Springer gegenüber dem LT. Die Verkehrssicherungspflicht auf dem Gelände (Müll, Unrat, usw.) würde wie bisher dem Kiosk-Pächter obliegen. Die Zukunft des Spielplatzes sei durch entsprechende Hinweise gesichert.Auch sollte, so die Expertenmeinung, auf dem Gelände eine Hausordnung gelten, die zum Beispiel das Mitbringen von Hunden oder auch Fahrrädern regelt. Außerdem würden wohl außerhalb der Öffnungszeiten die Tore der Strandbäder verschlossen bleiben, um einerseits einem möglichen Vandalismus vorzubeugen, zum anderen, um dem Ruhebedürfnis der Anlieger zu entsprechen. Das Strandbad in Riederau grenze an ein Wohngebiet, Nachbar des Strandbades St.Alban ist das gleichnamige Kinderheim. Den Verzicht auf die Eintrittsgelder könnte sich die Gemeinde laut Herbert Kirsch leisten.

In Riederau könnte es eine größere Anlage am See geben

In diesem Zusammenhang informierte der Bürgermeister in der Bürgerversammlung auch darüber, dass der Erwerb eines Grundstücks nördlich des Strandbads in Riederau mittlerweile in trockenen Tüchern sei. Das Grundstück am Dampfersteg könne somit künftig von der Allgemeinheit genutzt werden, sobald die Einfriedung des benachbarten Villengrundstücks abgeschlossen sei.

Nun ist es an den Gemeinderäten, ihre Schlüsse aus Expertenmeinungen und Bürgerwünschen zu bilden und am Montag festzulegen, ob Dießen künftig über zwei freie Seezugänge verfügt.

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20.03.2019

Ich kann die Wünsche der Bürgergruppierung sehr wohl nachvollziehen! Zumal die Gruppe der Schwimmer ausserhalb der Öffnungszeiten sicherlich nicht klein ist.
Allerdings will ich zu Bedenken geben, dass unsere Kìnder gerade das Floss und die Rutsche im Sommer regelrecht belagern.
Ich kenne noch die Zeiten, als das Strandbad St. Alban ein reiner Badeplatz war ohne Spielmöglichkeiten für Kinder und Jungendliche. Was war es da für ein Glück, als zuerst das Floss zwischen den beiden Stehen lag, und später auch die Rutsche, welche auch von kleineren Kindern genutzt werden konnte.
Das soll nun aufgegeben werden, damit ein paar wenige (im Vergleich zur Zahl an Familien, welche sich tagsüber im Strandbad aufhalten. Für welche das Floss ein ideales Ziel für die Schwimmanfänger ist) auch zu anderen Zeiten zum Schwimmen gehen können!
Ich denke diese Schwimmer finden auch an anderer Stelle einen Seezugang dafür. Bzw. ließe sich dieser auch an anderer Stelle schaffen! Der See ist doch nicht nur über Strandbäder erreichbar, oder!!!

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