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Seestall

17.07.2020

Theresia Vogel aus Seestall feiert ihren 100. Geburtstag

Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg gratulierte der 100-jährigen Theresia Vogel ebenso zum Geburtstag wie Enkel Sebastian Welz und Schwiegertochter Franziska Welz.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Sie ist die erste in der Gemeinde Fuchstal, die dieses Alter erreicht. Die ganze Familie profitiert nach wie vor von einer Leidenschaft der Seestallerin. Welches Lebensmotto sie hat.

Franziskus ist bereits der neunte Papst im Amt, seit die gläubige Katholikin Theresia Vogel zur Welt gekommen ist. Die Seestallerin ist jetzt 100 Jahre alt geworden und bestreitet vieles im Alltag noch selber.

So zupft sie beispielsweise im Garten auch mal Unkraut raus oder holt sich frisches Gemüse zum Kochen. Bei der Gartenarbeit wird sie tatkräftig von ihrem Enkel Sebastian Welz, Vorsitzender des Trachtenvereins Seestall, unterstützt, der an anderer Stelle von einer weiteren großen Leidenschaft seiner Oma profitiert. „Ich habe bestimmt 20 Trachtensocken und 40 Paar normale Socken, die sie angefertigt hat.“ Die Stricknadeln liegen bei Fuchstals ältester Bewohnerin immer griffbereit. Sie versorgt die ganze Familie. Früher hat sie auch Dirndl genäht und war Mitglied im Trachtenverein.

Der Bürgermeister kommt zum Gratulieren

Dass sie dieses stolze Alter erreicht hat und noch immer so fit ist, führt sie auf ihr Lebensmotto zurück: „Wer keine Ansprüche hat, lebt zufrieden und wird so alt.“ Theresia Vogel hat ihr gesamtes Leben in Fuchstal verbracht. Laut Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg ist sie die erste Hundertjährige in der Geschichte der Gemeinde. Er überbrachte neben Glückwünschen auch Blumen und Gutscheine für den Besuch in einer lokalen Wirtschaft.

Das Geburtstagskind wurde als siebtes von zehn Kindern geboren – acht Mädchen und zwei Buben. Aufgewachsen ist sie in Asch. In ihrer Kindheit prägten Ochsen, Pferde und Kühe das Ortsbild, erinnert sie sich und Fahrräder hatten noch Seltenheitswert. „Da gab es vielleicht eins pro Familie.“ Dass die Kinder mit auf dem Feld helfen, war normal, auch die Jubilarin musste damals mit ran. Die Schule besuchte sie sieben Jahre und arbeitete anschließend im Haushalt mit. „Dass Mädchen eine Berufsausbildung machen, war damals kein Thema. Es war ja klar, dass sie bald heiraten und dann Kinder bekommen“, sagt sie über den Zeitgeist. Gearbeitet in einer Firma hat sie später dann doch noch. Zunächst in einer Landsberger Strumpffabrik und danach bei einem Hersteller von Tonbandgeräten in Fuchstal.

Mit ihrem Mann hat sie ein Haus gebaut

Vogel heiratete ihren Mann Hermann 1950. Mit ihm zog sie im selben Jahr nach Seestall um, wo die beiden ein Haus bauten – eines, das zuvor am Forggensee gestanden hatte und hier eins zu eins wieder so aufgebaut wurde. Wegen der Errichtung der Teilsperre – der See dient als Speicher des Lechwassers – mussten Anwohner ihre Heimat verlassen. Die Bayerischen Wasserwerke hatten den Kauf der Baumaterialien vermittelt. Dort wuchs auch ihr einziger Sohn Manfred auf, der auch in Fuchstal lebt. Sie hat außerdem zwei Enkel und drei Urenkel.

Im Urlaub ging es in die Ferne

In ihrer Freizeit ist die 100-Jährige gerne gereist. Oft war die Familie auf griechischen Inseln und auch mit den Pfarrern war sie mehrmals unterwegs. Unter anderem reiste sie mit Geistlichen nach Portugal, Israel und Polen. „Der Glaube spielt für mich eine wichtige Rolle“, sagt sie. Als ihr Ehemann noch lebte – er ist vor 40 Jahren gestorben – fuhren die beiden zudem häufiger in die nahen Berge zum Wandern.

Theresia Vogel ist auch ein geselliger Mensch. Sie ist Mitglied im Sport-, Trachtenverein und beim Frauenbund Asch/Seestall. Sie geht zudem zu den Treffen der Seniorengruppe „Seestall 60 plus“, die ihre Schwiegertochter Franziska Welz, in der vergangenen Amtsperiode Dritte Bürgermeisterin Fuchstals, gegründet hat. Bei dem Angebot, das coronabedingt derzeit nicht stattfindet, treffen sich die Mitglieder unter anderem zu Kaffee und Kuchen und Referenten halten Vorträge.

Die Nachbarn achten aufeinander

Und dann sind da noch die Nachbarn, mit denen sie sich gerne mal über den Gartenzaun hinweg unterhält. Einer gehört auch zu den ersten Gratulanten: der 95-jährige Gerhard Reitler. „Sie passen aufeinander auf. Wenn der Rollladen mal nicht hochgezogen wird morgens, bekommen wir gleich einen Anruf, sagt Franziska Welz und schmunzelt.“

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