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Kinderbetreuung in Landsberg

24.05.2015

Träger bleiben, aber die Struktur ändern

Der AKE-Kindergarten in der ehemaligen Reithalle: Die Kinderbetreuung verfügt laut Zweiter Bürgermeisterin Doris Baumgartl über eine langjährige, gewachsene Struktur und Unterstützung.
Bild: Julian Leitenstorfer

Sozialausschuss spricht sich für kommunale Einrichtungen aus. Kooperationen sollen möglich sein

Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss hat dem Stadtrat einstimmig empfohlen, die Trägerschaft des Kinderhauses an der Römerauterrasse und des AKE-Kindergartens nicht abzugeben. Gleichzeitig aber ließen die Stadträte ebenso einmütig durchklingen, dass strukturelle Veränderungen unumgänglich seien.

Dieses Fazit zog Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl, die in Vertretung des in Sachen sozialer Wohnungsbau auf Dienstreise befindlichen OB Mathias Neuner die Sitzung des beratenden Ausschusses leitete. „Wir sollten das Bekenntnis gleichzeitig als Neubeginn auffassen, den ein Streben nach mehr Qualität und eine bessere Struktur kennzeichnet.“

Daher bezeichnete sie auch den Antrag der CSU, eine Übergabe der Kinderbetreuungseinrichtungen an freie Träger zu prüfen und zu diskutieren, nicht als gescheitert, sondern als intensiv geprüft und im Ergebnis als nicht weiter zu verfolgen.

Christian Hettmer, zwar nicht Ausschussmitglied, aber Antragsverfasser, durfte diesen begründen – und tat dies, wie er ausdrücklich betonte, rein aus der Sicht eines Finanzexperten mit dem Blick ausschließlich auf Zahlen. Einsparpotenziale, so sein Fazit, seien nur im Bereich der Personalkosten zu finden, denn bereinigt liege das Betriebskostendefizit in ähnlicher Höhe wie ein zu erwartender Defizitausgleich an freie Träger.

Ihm zufolge sei es nie Sinn des Antrages gewesen, die Aufgabe der Trägerschaft einzufordern. Vielmehr sei er ganz bewusst in den Ausschuss gebracht worden, um dort das Thema ausgiebig vorberaten zu können. Dies sei nun geschehen, und zwar in vielfältigster Form. So könne auch die CSU das Ergebnis mittragen, fordere aber gleichzeitig einen Neustart. Das Ziel müsse nun sein, die Einrichtungen zu stärken. Christian Hettmer: „Ich möchte Spitze sein und nicht Mittelmaß.“

Die in vielen Vorgesprächen auch mit Mitarbeitern gewonnen Erkenntnisse fasste Doris Baumgartl zusammen. Es habe sich zum Beispiel gezeigt, dass der AKE-Kindergarten eine langjährig gewachsene Struktur aufweise, unterstützt durch die sehr kontinuierliche Arbeit eines Fördervereins. Im Gegensatz dazu sei der Start des an Jahren noch jungen Kinderhauses sehr von finanziellen Diskussionen geprägt gewesen, was eine zusätzliche Herausforderung für das Personal dargestellt habe. Ein Vorteil der integrierten Einrichtung – drei Krippengruppen, eine Kindergartengruppe – sei eigentlich die Kontinuität dieser Betreuungsform. Krippenkinder könnten nahtlos in den Kindergarten gehen, ohne die Einrichtung wechseln zu müssen. Allerdings stimme das Verhältnis von 3:1 nicht, was bedeute, dass momentan 45 Krippen- und lediglich 25 Kindergartenplätze angeboten werden.

Dies sollte Anlass sein, Lösungsansätze zu entwickeln. Baumgartl, die zugleich auch Kindergartenreferentin des Stadtrats ist, forderte: „Wir benötigen keine Änderung der Trägerschaft, aber durchaus eine Änderung der Struktur.“

Damit sprach sie an, was offenbar in nichtöffentlichen Sitzungen im Vorfeld als Konsens erarbeitet worden war. So glichen sich die Statements der Fraktionsvertreter im Kern der Aussagen, wie dem Erhalt der Trägervielfalt in Landsberg, zu der eben auch kommunale Kinderbetreuungseinrichtungen gehörten. Für Margarita Däubler (SPD) ist die Trägerschaft mittlerweile ein anerkannter harter Standortfaktor – wenn die Qualität der Betreuung stimme. Die Verantwortung für das Personal bat Moritz Hartmann nicht zu vergessen. Das habe sich bewusst dafür entschieden, für einen kommunalen Träger arbeiten zu wollen. Gleichzeitig forderte er aber ein, dass im Falle der Notwendigkeit neuer, zusätzlicher Betreuungsplätze zunächst freie Träger berücksichtigt werden sollten.

Das sah auch Stefan Meiser (ÖDP) so. Er ist der Meinung, dass es bei aller Vielfalt der Träger gut sei, zwei städtische Einrichtungen anbieten zu können, die keinerlei Bindungen unterliegen, seien sie konfessioneller oder sonstiger Art. Durch die Diskussionen und Gespräche, ausgelöst durch den CSU-Antrag, seien die Ausschussmitglieder allerdings in die Lage versetzt worden, einen tiefen Einblick in diesen Bereich zu bekommen, der so bislang nicht möglich war. Er forderte: „Wir sollten die bestehenden Einrichtungen zwar nicht mehr vermehren, jedoch stärken.“

Doris Baumgartl ging sogar noch weiter. Sie hielt einen kompetenten Ansprechpartner innerhalb der Stadtverwaltung für wichtig, der über pädagogische Kompetenz und Ausbildung verfüge. Auch könnte sie sich eine Kooperation mit einem anderen Träger am Standort Römerauterrasse gut vorstellen.

Am Ende einigte man sich darauf, das Kinderhaus und den AKE-Kindergarten weiterhin in städtischer Trägerschaft zu behalten und zu empfehlen, eine Analyse aus dem Jahr 2010 durch die Verwaltung fortschreiben zu lassen sowie alle örtlichen Träger in das Konzept mit einzubeziehen.

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