1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Urlaub direkt vor der Haustür

Restaurant in der Region

12.10.2013

Urlaub direkt vor der Haustür

Copy%20of%20jor256.tif
2 Bilder
Das Seehaus verfügt über einen eigenen Steg und einen direkten Blick auf den Ammersee.

„Seehaus“ in Riederau war zunächst ein Teehaus. Serie (1)

Der Landkreis Landsberg verfügt über viele Gastwirtschaften und Restaurants. In einer Serie stellt das LT besondere Gasthöfe vor. Den Anfang macht das Seehaus Riederau, das direkt am Ammersee liegt.

Riederau Das Seehaus in Riederau war schon immer für die außergewöhnliche Lage am Ammersee bekannt, war aber nicht immer ein Restaurant, wie viele Gäste denken, erklärt Juniorchefin Sandrine Houillot. Sie erzählt, dass in den 30er-Jahren die heutige Gastronomie ein privat genutztes Teehaus mit Bootshaus war, das dem Arzt und Wissenschaftler Manfred Curry gehörte.

Vor allem aber war Curry Wetterforscher und Segler. Er ist der Erfinder der „Curryklemme“, die auf nahezu jedem Segelboot zum Einsatz kommt. Hierbei handelt es sich um eine Vorrichtung zum schnellen Festklemmen und Lösen von Schoten (Leinen).

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der US-Amerikaner Manfred Curry residierte in einer Villa am See und soll manchmal von seiner Villa zum Teehaus hinunter gelaufen sein. „Er war der Erste, der ein Telefonkabel zu seinem Boot gelegt hat“, so Sandrine Houillot. Curry starb bereits 1953 im Alter von 54 Jahren. Anfang der 60er-Jahre machte Charles Curry aus dem Teehaus seines Vaters ein Clubhaus eines Segelvereins.

Nach einigen Umbauten eröffnete 1967 „Curry’s Inn“, ein gehobenes internationales Restaurant, das schon damals für seine französische Küche bekannt war. Der damalige Koch, Christian France, habe sich an eine Pariser Agentur gewandt, über die Hubert Houillot 1973 auf die Gastronomie am Ammersee aufmerksam wurde.

„Eigentlich wollte ich Englisch lernen und die Welt sehen“, erzählt Firmeninhaber Hubert Houillot. „Zuerst wollte ich nach Deutschland, dann nach Schweden und Norwegen. Aber ich bin wegen meiner damaligen Frau hier geblieben.“ Zuvor habe der jetzt 63-Jährige als Koch in der Bretagne und in Paris gearbeitet. „Ich bin gerne auf dem Land und in der Natur. Hier ist jeder Tag wie im Urlaub“, sagt er, während er einen vorbeifahrenden Segler beobachtet. „Alle sagen immer, man muss arbeiten. Ich sage, man darf arbeiten.“ Hubert Houillot war dann ein Jahr lang als Chefkoch angestellt und arbeitete anschließend zehn Jahre lang bei der jetzigen „Seepost“ in Schondorf (dem damaligen „Gasthof zu Post“). 1983 verkaufte Charles Curry seinen Betrieb an die jetzige „Uni credit“. Zwei Jahre lang wurde die Gastronomie verpachtet, bevor sie 1985 erneut leer stand. Hubert Houillot erzählt, er sei zufällig über seinen Steuerberater an den Betrieb gekommen. Seit 28 Jahren sei das „Seehaus“ nun für seine mediterrane Küche bekannt. Es werde je nach Saison gekocht, erklärt Hubert Houillot.

Ob Zander, Renke oder Hecht, der Fisch komme immer frisch vom Ammersee. Auch die anderen Produkte kämen aus der Region, zum Beispiel das Uttinger Lamm. Alle zwei Wochen sehe der Speiseplan ein wenig anders aus, wird auf der Internetseite versprochen. Der jetzige Chefkoch Florian Kiening, der vor drei Jahren in Augsburg seine Meisterprüfung absolvierte, gehört seit zwei Jahren wieder mit zum Team. Zuvor kochte er für verschiedene Sternerestaurants, unter anderem in Südafrika.

Als Weinstewardess auf der MS-Europa

Auch die Tochter des Inhabers hat schon viel von der Welt gesehen. Von 2002 bis 2003 arbeitete sie als „Weinstewardess“ auf der MS-Europa, einem exklusiven 5-Sterne-Plus-Kreuzfahrtschiff. Im Angebot waren über 600 Weine, erzählt Sandrine Houillot. Sie ist gelernte Tierarzthelferin. „Pferde sind meine Leidenschaft.“ Sie besitzt nicht nur ein eigenes Pferd, sondern hat auch in Köln als Berufsreiterin bei einem Ponyzüchter gearbeitet.

Die 36-Jährige war zwischendurch sogar in der Werbebranche tätig. Doch schließlich habe sie sich doch für den elterlichen Betrieb entschieden, wo sie eine weitere Lehre absolvierte. Firmenchef Houillot erklärt, dass die Lokalitäten für Feierlichkeiten prädestiniert seien. „Von Mai bis Oktober gibt es wöchentlich ein bis zwei Hochzeiten. Gäste kämen vor allem aus der Umgebung (Augsburg, München, Starnberg, Landsberg), aber auch aus dem Ausland (Japan, China). Vor jedem Fest wird ein persönliches Gespräch geführt, um auf die Wünsche einzugehen, so Sandrine Houillot.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20jor062(1).tif
Landsberg

Diese Tänzer sind gehörlos

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen