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Landsberg

18.11.2018

Volkstrauertag: Auch den inneren Frieden wahren

In Landsberg wurde nach Gottesdiensten in der Katharinenkirche und in der Christuskirche der Opfer der Kriege gedacht.
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In Landsberg wurde nach Gottesdiensten in der Katharinenkirche und in der Christuskirche der Opfer der Kriege gedacht.
Bild: Thorsten Jordan

In Landsberg und Schwabstadl wird der Opfer der Kriege gedacht. Stadtpfarrer Gregory Herzel warnt vor den Folgen einer unzufriedenen Gesellschaft.

In Frieden mit seinen Mitmenschen leben könne nur, wer mit sich selbst im Frieden sei, betonte Stadtpfarrer Gregory Herzel in seiner Ansprache zum Volkstrauertag vor der Landsberger Katharinenkirche. In der Gedenkfeier für die Opfer der Weltkriege warnte der Geistliche vor dem Zustand des inneren Unfriedens in der Gesellschaft. „Die Unzufriedenheit des kleinen Mannes, die innere Friedlosigkeit sind der Beginn für Spaltung, Zwietracht, Gewalt“, so Herzel. Letztlich führe dies zu Krieg im Äußeren. Der Friede sei in Gefahr, wenn nicht alles getan werde, den inneren Frieden der Gesellschaft herzustellen und zu wahren.

Von der Pflicht, Freiheit und Demokratie zu verteidigen

Im Beisein einiger Stadträte sowie Ehrenabordnungen der Bundeswehr, des Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr legten der Standortälteste Oberstleutnant Thomas Sandlein und Oberbürgermeister Mathias Neuner in der Kriegergedächtniskapelle einen Kranz nieder.

Auf dem Soldatenfriedhof in Schwabstadl gedachten Vertreter aus der Politik, Soldaten und Veteranen sowie über 80 Besucher der Opfer von Krieg und Gewalt. Die Veranstaltung wurde von Soldaten und Fahnenabordnungen gestaltet.

Der Augsburger Landrat Martin Sailer verwies darauf, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, seit über 70 Jahren in Frieden und Freiheit zu leben. „Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Soldaten brauchen keine Fahnen, sondern unser Gedenken.“ Es sei die Pflicht aller, im Gedenken an die Männer und Frauen, die in Kriegen ihr Leben ließen, Freiheit und Demokratie zu verteidigen.

Frühere Generationen hatten nicht die Zeit, sich so viele Gedanken zu machen

Danach ließ die Hauptgefreite Jasmin Granetzki die Zuhörer an ihren Gedanken zum Volkstrauertag teilhaben. Sie erklärte, dass sie sich zum Auslandseinsatz gemeldet habe. Dieser beginne im Januar. Natürlich habe sie sich darüber Gedanken gemacht, wie es ihr wohl ergehen werde. Sie habe viel darüber nachgedacht und sich auch in Gesprächen mit Familie und Freunden darauf vorbereitet. „Eine Chance, die im Zweiten Weltkrieg keiner hatte“, so ihre Feststellung. „Es muss sehr schlimm für die Männer gewesen sein, kurz nach ihrer Einberufung und einer kurzen Ausbildung bereits an die Front geschickt zu werden. Ständig zu wissen, dass jeder Tag ihr letzter sein könnte.“

Nach den Worten des katholischen Militärseelsorgers Hubert Huster schritten die Politiker mit den Abordnungen von Militär und Kriegsgräberfürsorge zur Kranzniederlegung. Mit der Bayern- und Deutschlandhymne ging die Veranstaltung zu Ende.

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