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Pflaumdorfer Moos

20.04.2015

Vom Wert der Wiesen

Die Moorlandschaft zwischen Eresing, St. Ottilien, Windach und Pflaumdorf beschäftigte den Eresinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
Bild: Thorsten Jordan

Gemeinderat in Eresing beschäftigt sich mit dem Thema Landschaftsschutz

Im 2013 neu erlassenen Flächennutzungsplan der Gemeinde Eresing ist als Planungsziel festgesetzt, das Pflaumdorfer Moos als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Jetzt befasste sich der Gemeinderat mit diesem Planungsziel – zusammen mit Werner Steinbach von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.

Das Ziel Landschaftsschutzgebiet sei bereits beim Flächennutzungsplan von 1992 Zielvorgabe gewesen, erklärte Bürgermeister Josef Loy vor den Ausführungen des Fachreferenten für Naturschutz. „Umgesetzt wurde es bis heute nicht.“

Steinbach dämpfte zunächst ein wenig die Erwartungen. „Wir sind keine Schutzgebietfans, die den Landkreis mit Schutzgebieten überziehen wollen.“ Als Erstes sei wichtig, zu überlegen, was von einer solchen Reglementierung erwartet werde. Nach 20 Jahren habe sich sowohl in der Natur als auch in den Köpfen der Menschen einiges verändert, die Zielsetzung sei heute möglicherweise eine andere als 1992. Ein Landschaftsschutzgebiet sei das schwächste Schutzelement, das in Bayern vorgesehen ist.

Gleichwohl besäßen solche Flächen einen anderen Status, die Kommune könne lenkend einwirken, es könnten beispielsweise Bauwerke wie Feldstadel geregelt werden. Allerdings können Flächen auch schnell aus der Schutzzone genommen werden, so Steinbach. Schutzziele seien unter anderem Feuchtgebiete zu bewahren, Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu sichern und eiszeitliche Landschaftsformen zu erhalten.

Speziell zum Pflaumdorfer Moos sagte der Fachmann, „Pflaumdorfer Wiesen“ sei ein besserer Name für das Gebiet. Nur etwa 50 Prozent seien noch Niedermoor, auf den anderen Flächen sei das Moor bereits abgebaut und mineralisiert. „Wo kleine Buckel sind, stehen wir bereits auf dem Boden des ursprünglichen, nacheiszeitlichen Sees.“ Dort werde bereits Seeboden hochgeackert, zu erkennen an Muschelresten. Im Moorbereich gebe es noch vergleichsweise viel Grünland. Bedeutsam seien hier rund 300 Hektar zusammenhängende Wiesen, eine solche Besonderheit finde sich erst im Bereich von Wessobrunn wieder. Grünlandbestände seien extrem gefährdet, „der Erhalt der Wiesen ist deshalb ein großes Anliegen der Unteren Naturschutzbehörde“. Als Beispiel für die Wichtigkeit solcher Flächen führte Steinbach ein Storchenpaar an, das für die Aufzucht von vier Jungen 100 Hektar Grünland braucht, um stets genügend Futter zu finden. Die Wiesen sollten folglich unbedingt erhalten werden. Landwirte könnten bei eingeschränkter Bewirtschaftung der Flächen als Agrarumweltmaßnahme über Extensivierungsverträge Fördermittel beantragen. Schade findet Steinbach in dem Zusammenhang, dass das Kloster St. Ottilien als Eigentümer eines Teils der Flächen keine solchen Verträge abgeschlossen habe.

„Welchen Nutzen hat die Gemeinde von einem solchen Landschaftsschutzgebiet?“ Dr. Peter Waas (Dorfgemeinschaft Eresing) äußerte nach dem Vortrag seine Zweifel. Zur Feststellung von Dr. Christian Ullrich (Dorfgemeinschaft Pflaumdorf), dass das Moos massiv gedüngt werde und der dortige Bach eine trübe, schaumige Brühe führe, sagte Steinbach, die Verordnung regle nicht, wie der Landwirt seine Wiese bewirtschafte. „Allerdings darf er sie, wenn sie in einem Niedermoorgebiet liegt, auch jetzt schon, ohne Ausweisung eines Schutzgebiets, nicht umbrechen.“

Eine Landschaftsschutzgebietsverordnung sollte in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten erlassen werden, forderte Helmut Gebele (Dorfgemeinschaft Eresing). Diesen Gedanken griff Bürgermeister Loy auf und schlug vor, sich im Herbst mit den betroffenen Landwirten zusammenzusetzen. „Das Thema soll sowohl seitens der Natur, als auch der Nutzer beleuchtet werden.“

Als Ziele für das Pflaumdorfer Moos nannte Loy, den Charakter des Gebiets zu erhalten und andere Nutzungen zu verhindern. „Entweder erlassen wir dafür eine Verordnung oder wir erreichen dies auf freiwilliger Basis.“ (löbh)

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