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Dießen

26.09.2020

Warum der Dießener Gemeinderat wieder umziehen muss

Die Gemeinderatssitzungen in der Mehrzweckhalle in Dießen sind vorbei. Ab Oktober wird an einem neuen Sitzungsort getagt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Die Kommunalpolitiker in Dießen brauchen einen neuen Sitzungsort. Und auch an der Verständigung im Gremium muss gearbeitet werden. Da haperte es zuletzt.

Dem Dießener Gemeinderat steht wieder ein Umzug bevor. Das coronabedingte Exil in der Mehrzweckhalle läuft Ende des Monats aus. Es geht jedoch nicht zurück in den Sitzungssaal im Rathaus, sondern in den Saal des Blauen Hauses, das derzeit noch saniert wird, kündigte Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer an. Diesen beschäftigt in diesem Zusammenhang besonders auch die Akustik des Sitzungsorts. Diese erwies sich für Gemeinderatsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Zuhörer in den letzten Sitzungen in der Mehrzweckhalle als eine besondere Herausforderung: Ohren spitzen war angesagt.

Dabei gab es nämlich keine für alle Teilnehmer nutzbare Mikrofonanlage. Nur Bürgermeisterin Sandra Perzul, die Verwaltungsmitarbeiter und Referenten teilten sich ein Mikrofon. Bei den übrigen Teilnehmern war eine klare und laute Ausdrucksweise erforderlich, um verstanden zu werden. Bisweilen erinnerte der Verlauf der jüngsten Gemeinderatssitzung etwas an eine stille Post. Manchmal fiel Bürgermeisterin Perzul in der gut vierstündigen Sitzung die Aufgabe zu, mithilfe des Mikrofons zu wiederholen, was aus den Reihen des Gemeinderats gesprochen worden war. Zusätzlich beeinträchtigt wurde die Hörbarkeit in der Halle dadurch, dass ein Gebläse lief, um für ausreichend Luftaustausch zu sorgen. Dies auszuschalten war aus Gründen des Corona-Infektionsschutzes nicht möglich.

Die Anlage konnte nach den Ferien nicht mehr ausgeliehen werden

Wie konnte es dazu kommen, dass anders als vor der Sommerpause keine Mikrofonanlage mehr in der Mehrzweckhalle zur Verfügung stand? Das liegt daran, dass diese für die Mehrzweckhalle lediglich geliehen war, und diese sei nun nicht mehr zur Verfügung gestanden, erläuterte Perzul. Auch die Nachfrage bei weiteren Anbietern sei ohne Erfolg geblieben. Aber es gibt doch eine Lautsprecheranlage im Sitzungssaal im Rathaus? Diese ist jedoch nach den Worten von Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer nicht corona-abstandstauglich. Dabei teilen sich nämlich jeweils zwei Gemeinderatsmitglieder ein Mikrofon. Seit Beginn der Corona-Lage sitzen die Gemeinderatsmitglieder aber an Einzeltischen, „da brauche ich für jeden ein eigenes Mikro“, sagt Springer. So bleibt nun auch die Akustik am künftigen Sitzungsort im Blauen Haus eine Herausforderung.

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In der Mehrzweckhalle hat jetzt wieder der Sport Vorrang

Warum man dorthin überhaupt umzieht, liegt daran, dass die Mehrzweckhalle mit Beginn des neuen Schuljahres wieder verstärkt für den Sport beansprucht wird. Es wäre ein sehr großer Aufwand, jedes Mal für eine Sitzung – ungefähr zweimal im Monat – in einem Hallenteil einen Schonboden zu verlegen und mit Stühlen und Tischen zu möblieren und das alles nach der Sitzung wieder abzubauen, erläutert Springer. Für die restliche Zeit des Jahres werde sich deshalb der Gemeinderat im Saal des Blauen Hauses treffen.

Im Blauen Haus, das derzeit renoviert wird, wird der Dießener Gemeinderat zunächst bis Ende des Jahres tagen.
Bild: Gerald Modlinger

Wie es 2021 weitergeht, ist laut Springer noch offen: „Das hängt an den Abstandsregeln.“ Bleiben diese weiter bestehen, komme eine Rückkehr in den Sitzungssaal im Rathaus weiterhin nicht infrage. Es könnte also noch länger auf den Ausweichort Blaues Haus hinauslaufen. Und deshalb stellt sich jetzt auch die Frage, ob man Saaltechnik und Mobiliar fürs Blaue Haus mieten oder kaufen solle.

Vielleicht kann die Stadt Landsberg aushelfen

Auf Dauer geht etwa die Miete einer Mikrofonanlage ins Geld: Rund 400 Euro netto koste eine solche pro Sitzung, Beim vorübergehend im Blauen Haus benötigten Mobiliar hoffe man auf Hilfe aus Landsberg. Die Gemeinde sei im Gespräch mit dem Sportzentrum, um die benötigten Möbel ausleihen zu könne. Die Tische, an denen die Gemeinderatsmitglieder bislang in der Mehrzweckhalle saßen, seien nämlich für das Blaue Haus aus Platzgründen nicht geeignet: „Wir sind auf der Suche nach kleineren Tischen“, berichtet Springer.

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