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BildungLandsberger Tagblatt

21.11.2018

Wie Schulbegleiter Kinder unterstützen

Nächstes Jahr verdoppelt sich die Zahl der Integrationshelfer im Landkreis. Das

Die Zahl der Schulbegleiter im Landkreis Landsberg steigt stetig. Sind es derzeit 25, wird es im nächsten Jahr schon 46 der Integrationshelfer geben (LT berichtete). Doch was ist ihre Aufgabe und wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Darüber hat unsere Zeitung mit Stephanie Maier, Koordinatorin für Schul-und Individualbildung der Lebenshilfe in Landsberg, gesprochen.

„Schulbegleiter arbeiten mit Kindern zusammen, die sozial-emotional eingeschränkt sind“, sagt Stephanie Maier. Diese Kinder hätten keine geistige Behinderung und seien normal begabt. Sie seien nur im sozialen und emotionalen Bereich beschränkt. Darunter würden Diagnosen wie ADHS, das Asperger-Syndrom oder Autismus-Spektrum fallen. Letzteres wird laut Maier deshalb als Spektrum bezeichnet, da sich Autismus bei jeder Person anders auswirkt. „Ich selber habe vor zwei Jahren ein Kind mit Autismus-Spektrum in der Grundschule begleitet“, sagt Stephanie Maier. Dabei habe sie gemerkt, wie wichtig die Arbeit für die Kinder sei.

Für den ansteigenden Bedarf an Schulbegleitern gibt es laut Maier mehrere Gründe. Einerseits gebe es mehr traumatisierte Kinder und Kinder mit Autismus, andererseits würde sich auch die mediale Reizüberflutung negativ auswirken. Schulbegleiter seien in erster Linie Vermittler und Übersetzter für das Kind. Sie begleiten es über den ganzen Schultag und stehen ihm in schwierigen Situationen bei.

„Dabei geht es oft um Verständnissachen. Kinder mit Autismus-Spektrum verstehen manche Vorgänge und Situation in der Schule nicht sofort.“ Dann müsse der Begleiter eingreifen, um dem Kind zu helfen. Auch wenn man merke, dass das Kind mit einer Situation überfordert ist und sich aufregt, muss der Begleiter handeln. „Dann kann man einfach das Klassenzimmer verlassen und das Kind beruhigen.“ Dies gelinge beispielsweise mit Boxen, in denen Dinge wie Mandalas gesammelt werden, die sich beruhigend auf das Kind auswirken. Das Ziel von Schulbegleitern sei, die Unterstützung nach und nach wieder zu reduzieren, damit das Kind irgendwann selbstständig am Unterricht teilnehmen könne.

Stephanie Maier ist es wichtig, offen mit dem Thema umzugehen und das in den Klassen auch zu kommunizieren. „Inklusion kann nur stattfinden, wenn der Begleiter Teil der Klasse ist. Er muss Ansprechpartner für alle Kinder sein können.“ Um einen Schulbegleiter zu beantragen, brauche man ein kinderpsychologisches Gutachten und das Einverständnis der Schule. Die Schulen würden den Eltern dann die möglichen Einrichtungen nennen, die Schulbegleiter anbieten. Neben der Lebenshilfe in Landsberg sei dies im Landkreis zum Beispiel auch Regens-Wagner Holzhausen. „Die Arbeit mit den Schulen im Landkreis ist in der Hinsicht vorbildlich – viele wollen mitarbeiten und den Kindern helfen“, so Maier.

Die Schulbegleiter werden den Kindern auch nicht willkürlich zugeteilt, sondern in gemeinsamen Gesprächen ausgesucht, sagt die Koordinatorin. „Die Kinder haben bei der Wahl natürlich ein Mitspracherecht, da sie mit dem Begleiter gut auskommen müssen. Die Chemie muss stimmen.“ Das Wichtigeste sei, dass Kind und Schulbegleiter eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Um den Kindern die bestmögliche Begleitung und Unterstützung gewährleisten zu können, werde auf die Qualifikation der Mitarbeiter geachtet. „Der Kostenträger, also das Jugendamt, gibt dabei vor, welche Qualifikationen die Mitarbeiter vorweisen müssen“, sagt Stephanie Maier. Dabei gebe es die Unterscheidung zwischen Fachkräften, pädagogischen Hilfskräften und Hilfskräften, die den Beruf ausüben könnten. „Bei uns im Haus arbeiten vor allem Sozialpädagogen und Erzieher“, sagt sie.

Wenn die Nachfrage für Schulbegleiter in der Zukunft weiterhin so ansteigt, würde Stephanie Maier gerne ein Pool-Modell an den Schulen einführen. Dabei wären fünf bis sechs Schulbegleiter fest an den jeweiligen Schulen installiert und könnten somit flexibler agieren. „Die Begleiter wären fester Teil der Schule und den Kindern könnte bessere Hilfe gewährleistet werden“, sagt die Koordinatorin. Doch das sei alles noch Zukunftsmusik.

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