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Epfenhausen/Penzing

14.09.2018

Wie ein Penzinger Pianist die Musikwelt erobern will

Markus Philipper ist für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert.
Bild: Julian Leitenstorfer

Markus Philipper kam im Alter von zehn Jahren über YouTube zur klassischen Musik. Heute ist er 19, für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert und will auf die Musikhochschule.

Lange hat Markus Philipper darüber nachgedacht, welche ungewöhnliche Musik er dem Landsberger Publikum präsentieren kann. Wenn man „gewöhnlich“ mit „gefällig“ und „Mainstream“ gleichsetzt, sollte es wohl das Gegenteil sein.

Am Ende hat Debussy das Rennen gemacht. Der Franzose Claude Debussy, dessen Tod sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt, der „Grenzgänger der Harmonien“, der „Zauberer der Klangfarben“ oder wie Philipper es ausdrückt: „der Rebell gegen die konventionelle Harmonielehre.“ Denn: „Ungewöhnlich in allen Formaten“, so heißt der Wettbewerb um den diesjährigen Ellinor Holland Kunstpreis des Landsberger Tagblatts. Nominiert im Bereich Musik ist mit dem erst 19-jährigen Penzinger Markus Philipper ein junger Klaviervirtuose, der bereits die Jury des Bundeswettbewerbs von „Jugend musiziert“ von sich überzeugen konnte (mit der Höchstpunktzahl).

Der Kulturförderpreisträger 2017 des Landkreises Landsberg hat das ausgesprochene Ziel, Solo-Konzertpianist zu werden.

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Er übt dort, wo früher Feste gefeiert wurden

In der ehemaligen Gastwirtschaft Philipper in Penzing steht in einem Nebenraum, der früher nur für große Feiern geöffnet wurde, ein Flügel der Marke Boston. Dort befinden sich unzählige Klaviernoten, kleine Musik-Boxen und CDs auf der Fensterbank, der Tisch ist eine Ablagefläche für alles Mögliche. Dort sitzt der junge Mann jeden Tag stundenlang und übt oder hört Klassik.

Jahrelang fuhr er jedes Wochenende nach Hannover zu der Pianistin Vassilia Efstathiadou. 2015 bestand er dort die Aufnahmeprüfung am IFF, dem Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter. Nächstes Jahr steht die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule an, aus bis zu 400 Bewerbern werden 15 bis 20 ausgewählt. Sein einziges Ziel, dem er alles andere unterordnet.

Markus Philipper gilt als Senkrechtstarter

Die Musik ist ihm nicht in die Wiege gelegt, seine Eltern betrieben jahrelang die Gastwirtschaft, der Bruder studiert Bauingenieurwesen. Erst mit zehn Jahren entdeckte der Junge klassische Musik über Youtube, lernte im Schnelldurchlauf Klavierspielen und gilt als Senkrechtstarter. Auch der Komponist Claude Debussy kam aus einem Elternhaus, in dem Musik keine besondere Rolle spielte, und sein Talent wurde erst relativ spät entdeckt und gefördert. Debussy hat zeit seines Lebens damit gerungen, die tradierten musikalischen Formen zu überwinden. Er hat eine eigenständige Harmonik entwickelt, hat traditionelle slawische und asiatische Musikelemente aufgenommen sowie erstmalig Pentatonik und Ganztonleitern verwendet.

Bei der Benefizgala im Stadttheater zeigt er sein Können

Markus Philipper greift immer wieder in die Tasten, um das Ungewöhnliche an Debussys Kompositionen zu erläutern. Es ist die Rede vom „fehlenden Grundton“, vom „Orgelpunkt als roter Faden“, von „übermäßigen Akkorden aus zwei großen Terzen“ und von einer „Spannung, die nicht aufgelöst wird“. Zwischen 1909 und 1913 komponierte Debussy seine beiden Hefte der „Préludes pour piano“. Drei Stücke daraus wird Philipper spielen: „Danseuses de Delphes“ (die Tänzerinnen von Delphi), „Voiles“ (Schleier) sowie „la Cathedrale engloutie“ (die versunkene Kathedrale).

Wenn er über die Stimmung des ersten Stückes spricht, fällt der Begriff „mystisch“. Das zweite Stück ist „außerirdisch und ein Paradebeispiel von Debussy’s innovativem Kompositionsstil“ und das letzte Stück ist für Philipper „eines der schönsten Stücke, das ich kenne“.

Am Samstag, 15. September, zur Langen Kunstnacht, wird Philipper auf der Benefizgala im Stadttheater seine Interpretation von Debussys Werken vortragen.

Kunstnacht Die nominierten Künstler werden in Porträts im Landsberger Tagblatt vorgestellt. Karten für die Ellinor-Holland-Kunstpreisgala gibt es im Stadttheater Landsberg im Theaterbüro und im Reisebüro Vivell. (Ticketservice des LT: 08191/917412).

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