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28.02.2018

Wirtschaft wirbt für die Selbstständigkeit

Sie wollen Existenzgründern Hilfestellung geben (von links): Hartmut Drexel und Alexandra Ledermann von der Handwerkskammer, Reinhard Häckl und Harald Hof von der Industrie- und Handelskammer sowie Bernhard Lachner und Rainer Mahl von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt.
Bild: Almut Burkhardt

Messe Im Landratsamt werden potenzielle Existenzgründer kompakt beraten und informiert

Landsberg Quasi Vollbeschäftigung und auch die Lohnzuwächse lagen zuletzt höher als die Inflation: Die Rahmenbedingungen, um Menschen davon zu überzeugen, sich eine Existenz als Selbstständiger aufzubauen, könnten besser sein als momentan. Das hebt aber vielleicht gerade die Bedeutung der am Samstag, 10. März, von 9.45 bis 17.15 Uhr bereits zum achten Mal im Landratsamt stattfindenden Gründermesse „Existenz“.

Veranstalter sind die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer und der Landkreis. Sie versammeln an diesem Tag 17 Aussteller in den Räumen des Landratsamts. Darunter finden sich beispielsweise die Arbeitsagentur, die Kammern, Finanzamt, Banken, Wirtschaftsverbände, eine private Krankenkasse und weitere Interessenvertreter freier Berufe, des Handels und des Mittelstands. Einzelne für Selbstständige wichtige Themen werden bei Vorträgen im Sitzungssaal oder im Besprechungsraum im Foyer vertieft. Da geht es dann um Steuer- und Rechtsfragen, Businesspläne und Marketing. Kreativwirtschaft, Franchise-Modelle und Migration sind weitere Themen. Bei einem „Open Pitch Call“ haben potenzielle Existenzgründer die Möglichkeit, ihre Geschäftsidee einer Fachjury zu präsentieren.

„Wegen der guten Konjunktur ist gerade wenig Bedarf an Existenzgründungen vorhanden“, stellte der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, Reinhard Häckl, bei der Vorstellung des Programms der Gründermesse fest. Das Problem kennt man auch bei der Handwerkskammer. Das Handwerk habe zwar momentan besonders goldenen Boden, konstatierte Hauptabteilungsleiter Hartmut Drexel. 4,5 Prozent Umsatzplus von 2016 auf 2017 seien ein außerordentlich hoher Wert. Im Landkreis selber gebe es 2300 Handwerksbetriebe mit knapp 7000 Beschäftigten, die einen Umsatz von 780 Millionen Euro erwirtschaften.

Die Kehrseite sei aber ein sich verschärfender Mangel an Fachkräften. Jeder zweite der rund 80000 oberbayerischen Betriebe suche qualifizierte Mitarbeiter. Das nächste Problem: Für Betriebsinhaber ist es oft auch schwer, einen Nachfolger zu finden. Deshalb wolle die Kammer nicht nur dazu ermuntern, neue Unternehmen zu gründen, sondern auch bestehende weiterzuführen. Denn: „Jeder vierte Betriebsinhaber in Oberbayern ist älter als 55 Jahre“, ergänzte die betriebliche Beraterin Alexandra Ledermann. Dazu kommen 1600 offene Lehrstellen im Handwerk. Zumindest hier erkennt Drexel einen kleinen Lichtblick. Inzwischen habe auch mit 680 Flüchtlingen ein Lehrvertrag geschlossen werden könne.

„Unsere Hauptthemen sind identisch mit denen im Handwerk“, ergänzte IHK-Betriebsberater Harald Hof. Er hat auch die Nebenerwerbsgründer im Auge, also Personen, die (zunächst noch) in einen Angestelltenverhältnis bleiben und vielleicht erst später ganz den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. (ger)

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