Wer wird den Stimmkreis 120 (Landkreis Landsberg am Lech/Fürstenfeldbruck West) künftig im Landtag und im Bezirkstag vertreten? Eine Entscheidung darüber fällt bei den Wahlen am Sonntag, 8. Oktober.
Bei der Wahl zum Landtag haben die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen, die unabhängig voneinander vergeben werden können. Während die Erststimme zugunsten einer Direktkandidatin oder eines Direktkandidaten in einem Stimmkreis vergeben wird, gilt die Zweitstimme einer Person auf der jeweiligen Wahlkreisliste. Eine Wahlkreisliste umfasst die Bewerber einer Partei oder Wählergruppe im Regierungsbezirk.
Es gibt weiße und blaue Stimmzettel
Für Erst- und Zweitstimme gibt es bei der Landtagswahl separate Stimmzettel. Zur Landtagswahl werden laut einer Pressemitteilung des Bayerisches Landesamts für Statistik weiße Stimmzettel genutzt. Damit sind sie von den blauen Stimmzetteln der Bezirkswahlen zu unterscheiden. Die Wahl der Stimmkreisabgeordneten erfolgt auf dem „kleinen“ Stimmzettel. Damit alle Teile des Landes mindestens eine Abgeordnete oder einen Abgeordneten in den Landtag entsenden, ist der Freistaat in 91 Stimmkreise unterteilt. Direkt gewählt ist dabei die Person mit den meisten Stimmen im Stimmkreis. Das heißt: Eine einfache Mehrheit für den Bewerber oder die Bewerberin genügt, wenn deren Partei oder Wählergruppe bayernweit mindestens fünf Prozent erreicht.
Auf dem „großen“ Stimmzettel entscheiden sich die Wähler für eine Bewerberin oder einen Bewerber auf der Wahlkreisliste. Damit bestimmen sie die Rangfolge auf der Wahlkreisliste. Wer auf der Liste die meisten Stimmen erhält, rückt auf Platz eins vor. Der Bayerische Landtag besteht ohne Überhang- und Ausgleichsmandate aus 180 Abgeordneten, davon 91 Direkt- und 89 Listenmandate. Hervorzuheben ist laut Bayerischem Landesamt für Statistik, dass im Rahmen der Ergebnisermittlung für die Umrechnung von Stimmen in Mandate, welche für alle sieben Wahlkreise gesondert durchgeführt wird, zunächst die Erst- und Zweitstimmen zusammengezählt werden. Die Gesamtstimmen sind maßgeblich für die proportionale Verteilung der Sitze. Für die Wahl der (ehrenamtlich tätigen) Mitglieder der Bezirkstage gelten im Ausgangspunkt die gleichen Grundsätze und die gleiche Form wie für die Landtagswahl. Für die Landtags- und Bezirkstagswahl wurden allein für Oberbayern im Übrigen etwa 14 Millionen Stimmzettel gedruckt.
13 Frauen und Männer treten als Direktkandidaten zur Landtagswahl an
Zum Stimmkreis 120 zählen der komplette Kreis Landsberg sowie einige Gemeinden des Landkreises Fürstenfeldbruck. Die Direktkandidaten für die Landtagswahl sind: Alex Dorow (CSU), Gabriele Triebel (Grüne), Amir Sahuric (SPD), Florian Lichtenstern (Freie Wähler), Andreas Deiner (FDP), Simone Ketterl (Die Linke), Thomas Musil (AfD), Anton Baur (Bayernpartei), Karin Kuret (ÖDP), Michael Lutzeier (Die Partei), Beata Misiewicz (V-Partei³), Nathalie Eder-John (Tierschutzpartei) und Richard Salfer (die Basis). Jene Kandidaten, deren Parteien zumindest im Kreistag, im Landtag oder im Bundestag vertreten sind, hat unsere Redaktion in den vergangenen Wochen vorgestellt. Dazu bezogen sie Stellung zu mehreren Themen - beispielsweise mögliche Verbesserungen beim ÖPNV im Landkreis, die geplante Erweiterung des Klinikums oder die Zukunft der Lech-Staustufen.
Lediglich zu ÖDP-Kandidatin Karin Kuret erschien kein Porträt. Abgesehen von ihrem Wohnort, ihrem Beruf und ihren politischen Ämtern machte sie keine Angaben zu ihrer Person. Unsere Fragen beantwortete sie nicht und nannte das Landratsamt als zuständige Behörde.