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Landsberg

07.11.2019

Motorradfahrer Sebastian holt trotz schwerer Verletzung einen Titel

Für Sebastian Arnold war es ein sehr aufregendes Jahr: Ein schlimmer Unfall hätte ihn fast aus dem Rennen geworfen, doch dann gab es noch ein Happy-End für den Motorrad-Rennfahrer. 

Plus Motorradfahrer Sebastian Arnold stürzt in einem Rennen schwer und bricht sich das Becken. Trotzdem feiert er mit seinem Team wenige Wochen später einen Riesenerfolg.

Was für eine Saison für den Landsberger Motorradrennfahrer Sebastian Arnold. Der 29-jährige Langstreckenfahrer hat alle Höhen und Tiefen kennengelernt und feierte am Ende ein Happy-End. Nach einem schlimmen Sturz kehrte er praktisch aus dem Rollstuhl zurück aufs Motorrad - trotz gebrochenen Beckens.

Mit seinem Team area 51 racing startete der Landsberger auch in dieser Saison beim deutschen Langstrecken-Cup. Vor den letzten drei Rennen durfte sich die Mannschaft Hoffnung auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung machen, doch ein Sturz hatte für Arnold schwerwiegende Folgen. Trotzdem konnte das Team im letzten Rennen, das an Dramatik kaum zu überbieten war, den Gesamtsieg feiern.

Über die gesamte Saison hinweg lief für die drei Fahrer des Teams area 51 racing, die sich die stundenlangen Rennen teilen, alles nach Plan. Mehr oder weniger jedenfalls, doch das drittletzte Rennen in Oschersleben brachte alles durcheinander. „Wir sind extra zwei Tage vorher hingefahren, um noch zu trainieren“, erzählt Arnold. Im Nachhinein stellte sich das als keine so gute Idee heraus.

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Zum ersten Mal seit Langem bei Regen unterwegs

Es regnete, und für Arnold war es das erste Regentraining seit Langem. „Ich habe mich vorsichtig rangetastet. Erst von Runde zu Runde haben wir uns mehr zugetraut.“ Doch in der vierten Trainingsrunde rutschte sein Hinterrad weg und er flog im hohen Bogen vom Motorrad.

Arnold landete hart auf dem Rücken und konnte nicht mehr aufstehen – im Krankenhaus stellte sich heraus, dass sein Becken zweimal gebrochen war. „Zum Glück musste nicht operiert werden“, sagt der 29-Jährige. Eigentlich hätte Arnold das Wochenende über im Krankenhaus bleiben müssen, aber „ich wollte mein Team zumindest moralisch unterstützen“.

Vom Krankenhaus direkt an die Rennstrecke

Er entließ sich auf eigene Gefahr, und Rennkollege Nils Schäfer organisierte noch schnell einen Rollstuhl, mit dem Arnold an der Strecke dem Team die Daumen drückte. Zum Glück konnte der zweite Ersatzfahrer, Karl Gutfeld, einspringen, und so fuhrt das Team auf den 1. Platz.

Zwei Rennen standen damit noch aus und Arnolds Team lag aussichtsreich im Rennen. Beim vorletzten Rennen in Ungarn durfte das Team mit einer Sondergenehmigung mit zwei Fahrern starten, eigentlich sind drei Pflicht. Dennis Stelzer und Karl Gutfeld machten ihre Sache hervorragend und holten den 2. Platz. Wiederum vor Ort war Sebastian Arnold, zwar noch an Krücken, aber immerhin schon wieder auf den Beinen.

Finale findet ausgerechnet in Oschersleben statt

Vor dem Finale, das erneut in Oschersleben ausgetragen wurde, hatte das Team area 51 racing nur vier Punkte Rückstand auf den Gesamtführenden. „Es war klar, dass wir vor dieser Mannschaft ins Ziel kommen müssen, um Gesamtsieger zu werden“, sagt Sebastian Arnold. Und diesmal war er auch selbst wieder mit von der Partie. „Seit dem Unfall waren sechs Wochen vergangen“, erzählt er. Nach einem Besuch beim Arzt, der „mir zwar kein klares Ja gegeben, mir aber auch nicht komplett abgeraten hat“, war klar, dass er wieder auf die Maschine steigen würde.

Obwohl auf dieser Strecke der schlimme Unfall passiert war, konnte Arnold das komplett ausblenden. „Es war trockenes Wetter, damit haben mich weder der Kopf noch mein Becken behindert.“ Trotzdem war es ein ganz enges Rennen. „Wir hatten zwei Mal großen Vorsprung rausgefahren, aber immer wieder brachte das Safety-Car das Feld zusammen.“ Am Ende waren es 0,6 Sekunden Vorsprung, mit denen das Team area 51 racing die deutsche Langstreckenmeisterschaft gewann. „Das war wirklich der krönende Abschluss für diese Saison“, freut sich Arnold, der aber schon wieder das nächste Jahr plant: „Ich werde noch härter trainieren und mich noch gezielter vorbereiten.“

Lesen Sie hier ein Porträt von Sebastian Arnold: Der Landsberger Sebastian Arnold und seine Motorräder

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