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JM Fuchstal

22.06.2019

Pionier in der offenen Jugendarbeit

Seit 40 Jahren beteiligt sich die Fuchstaler JM wie hier im Mai 2018 mit einer Bude am Leederer Markt.
Bild: Andreas Hoehne

Das Modell gibt es schon seit 40 Jahren. Ein Generationswechsel kündigt sich an

Neun Jahre lang hatten Benjamin Ruf und Alexander Schneider den Neubeginn der JM Fuchstal geprägt, nun denken auch sie ans Aufhören. Der derzeitige Vorsitzende Ruf kündigte bei der Jahresversammlung im JM-Heim an, im nächsten Jahr nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung zu stehen. Heuer begeht die JM Fuchstal auch ihr 40-jähriges Bestehen. Einige Gründungsmitglieder gehören dem Verein bis heute noch an.

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Im Jahr 2018 war bei dem Jugendverein einiges los. Man beteiligte sich an den Märkten in Leeder und an der Spaßolympiade. Sehr gut besucht war der Weihnachtsfilm im Luitpoldsaal. Im Herbst war man zwei Tage auf einer Hütte. Im Vereinsheim gab es Partys und der Raum wurde für Geburtstagsfeiern vermietet. Regen Zuspruch findet weiterhin das Kinderbasteln „Willis Werkeln“. Auch das Kinderkino des Kreisjugendamts läuft unter Regie der JM.

In einer Sparte angeschlossen ist die Kinderkleiderbörse. Sie konnte im Vorjahr über 2500 Euro aus den Erlösen an wohltätige und soziale Einrichtungen zumeist projektbezogen spenden. In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Erwin Karg den Zusammenhalt und merkte an, dass er schon seit 20 Jahren mit seinen Kindern den Weihnachtsfilm besuche. Mittlerweile werde es aber aus Altersgründen immer schwerer, sie zum Mitgehen zu animieren.

Pionier in der offenen Jugendarbeit

„Wir wünschen uns einen Raum, damit wir im Winter unsere Freizeit darin verbringen können.“ Hinter diesem Anliegen standen im Oktober 1978 insgesamt 55 junge Leute aus Leeder, unterstützt von ihren Lehrern an der Hauptschule. Sie wandten sich damit an Fuchstals damaligen Bürgermeister Josef Schöner. Die Gemeinderäte und er zeigten sich gegenüber der damals noch eher ungewöhnlichen Forderung aufgeschlossen und die Jugendlichen gründeten im April zusammen mit dem Heizungsbauer Erich Sparn den Jugendtreff Leeder, aus dem die JM Fuchstal entstand.

Unter zunächst großen Vorbehalten der Öffentlichkeit wurden der Jugendgruppe nacheinander zwei von der Gemeinde angemietete Häuser zur Verfügung gestellt, 1983 konnte man in dem neu errichteten Sportheim des SV Fuchstal eigene Räume verwirklichen. Auch außerhalb des Ortes wurde man auf das Fuchstaler Modell einer selbstverwalteten offenen Jugendarbeit aufmerksam. Der „Kommunale Jugendplan“ des Landkreises von 1990 bezeichnete den „mit viel Engagement und großem persönlichen Einsatz betriebenen Jugendtreff Fuchstal“ sogar als seinerzeit „einzige offene Jugendeinrichtung im ländlichen Bereich“.

Das Jahr 1999 brachte mit der Übernahme der Trägerschaft für den gemeindlichen Jugendtreff in der Fuchstalhalle eine weitere wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Das bisherige Domizil war dem großen Besucherinteresse nicht mehr gewachsen gewesen. Im Keller der Fuchstalhalle wurden neben den offenen Treffs unter anderem auch Konzerte und Vorträge veranstaltet, Filme gezeigt, gespielt und gebastelt.

Nach der Einstellung des kommunalen Jugendpflegers Moritz Hartmann als Zuständigem für die offene Jugendarbeit und dem Auslaufen des Vertrags gab der Verein 2009 den Raum wieder an die Gemeinde zurück. Von den Jugendlichen, die 2010 neu einstiegen, wurden die eigenen Räume im Sportheim mit großem Aufwand saniert und umgebaut. Nach der Auflösung des JM-Dachverbandes musste der Verein 2016 zwar offiziell neu gegründet werden, behielt aber seinen Namen bei. (hoe)

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