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Unterallgäu

04.07.2020

Abitur: Corona spielt die Spaßbremse beim Schulabschluss

Hier schwitzen die Abiturienten des Türkheimer Joseph-Bernhart-Gymnasiums noch über ihren Deutschprüfungen. Die Mühe hat sich gelohnt: Alle 65 Prüflinge haben bestanden. Doch große Abschlussfeiern wird es heuer an den Schulen in der Region angesichts der Hygienebeschränkungen nicht geben.
Bild: Josef Reif

Plus Die Abschlussfeiern an den Gymnasien und Realschulen in Türkheim und Mindelheim finden heuer unter ganz besonderen Umständen statt. Gefeiert werden soll aber auf jeden Fall.

Abendkleider mit Taft und Glitzer für die jungen Damen und Anzüge in Kombination mit lässigen Turnschuhen für die jungen Herren: In diesem Jahr wird diese festliche Garderobe in einigen Fällen in den Schränken oder gar auf den Kleiderständern der Geschäfte hängen bleiben. Denn rauschende Abiturbälle zum Schulabschluss, wie man sie kennt, gibt es wegen der weltumspannenden Corona-Pandemie heuer am Maristenkolleg und am Gymnasium Türkheim nicht.

Am Türkheimer Joseph-Bernhart-Gymnasium gibt es viel zu feiern

Am Türkheimer Joseph-Bernhart-Gymnasium ist die Verabschiedung der Abiturienten am Freitag, 17. Juli um 16 Uhr geplant. Aus gegebenem Anlass diesmal im Außenbereich einer Gaststätte der Region, um einen geregelten Ablauf gemäß des geltenden Hygienekonzepts gewährleisten zu können.

Schulleiter Josef Reif ist erleichtert, dass die Abiturprüfungen erfolgreich und sicher durchgeführt werden konnten, denn: „Das Abitur 2020 stand aufgrund der unsicheren, dem Coronavirus geschuldeten Situation anfänglich unter keinem guten Stern, zwischenzeitlich war sogar die Rede von einem Einheitsabitur“, so Reif.

Umso zufriedener dürfen alle Beteiligten am Joseph-Bernhart-Gymnasium Türkheim angesichts der intensiven Vorbereitung, der regulären Durchführung der Prüfungen und dem erfolgreichen Abschneiden der Schülerinnen und Schüler sein, betont Reif. Die Prüflinge am JBG haben eine Durchschnittsnote von 2,14 erreicht, drei Schüler schlossen sogar mit der „Traumnote“ 1,0 ab. Und die beste Nachricht: „Alle 65 Prüflinge haben bestanden, so Reif.

Dass die Pandemie nun auch die Durchführung der Verabschiedung bestimme, ist „traurig, jedoch unvermeidlich“. Immerhin sei es nach aktuellem Stand aber möglich, den Abiturjahrgang 2020 als ganzen Jahrgang zu verabschieden. Für reif ist das ein gutes Signal, denn: „Das hat dieser so liebenswerte Jahrgang wahrlich verdient“.

Bedauerlich sei allerdings, dass die geltenden Auflagen eine Einladung der Eltern und der Ehrengäste zur Verabschiedung nicht zulassen, so Reif: „Dies ist besonders schade, weil die Übergabe des Abiturzeugnisses immer Abschied und Anfang gleichermaßen bedeutet und einen entscheidenden Abschnitt unserer Jugend feierlich beendet“.

Für ihn bleibt die Hoffnung, dass „in diesen so unsicheren Zeiten“ wenigstens die auf die Absolventinnen und Absolventen und ihre Kursleiter reduzierte Verabschiedung frei von weiteren Einschränkungen bleiben könne.

Abschlussfeiern im Rahmen der gesetzlichen Abstands- und Hygieneregeln

Die Bildungseinrichtungen wollen ihre Absolventen gebührend feiern, um ihnen ein angemessenes Ende ihrer Schulzeit zu bereiten. „Alles natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben der Abstands- und Hygieneregeln“, erklärt der Schulleiter des Maristenkollegs in Mindelheim, Gottfried Wesseli.

Aktuell plant die Schule am Freitagnachmittag, 17. Juli, eine Feier in der Dreifachturnhalle der Schule, bei der die Abiturzeugnisse überreicht werden. Allerdings dürfen dazu nur die Abiturienten kommen, nicht Eltern oder Geschwister. Nach wie vor gilt, dass sich wegen der Corona-Pandemie nicht mehr als 50 Menschen treffen dürfen. Die Familien müssen das große Ereignis dann selbst feiern. In den vergangenen Jahren fand die Abifeier in Pforzen statt, weil dort eine ausreichend große Halle zur Verfügung steht.

Auch eine Abiturfahrt wird es heuer nicht geben. Ob die Abiturienten danach selbst feiern, entzieht sich der Kenntnis von Schulleiter Wesseli. Von einem traurigen Abiturjahrgang will Wesseli aber nicht sprechen. „Wir sind froh, dass wir alle gesund sind“, sagt er. Corona setze neue Prioritäten.

Die Noten der 84 Abiturienten können sich im Schnitt durchaus sehen lassen. Er liegt bei 2,1 und damit ziemlich genau wie im Vorjahr. Keiner der Abschlussschüler hat übrigens von der Möglichkeit einer Ersatzprüfung Gebrauch gemacht, um so seinen Schnitt noch zu heben. Alle Abiturienten mussten ganz normal ihre Prüfungen ablegen. „Das ist kein Abitur light’“, betonte Wesseli. Probleme gab es keine, weil alle gesund geblieben waren. Wenn einer der Schüler aber während den Prüfungen erkrankt wäre, wäre alles durcheinandergeraten, weil dann zumindest ein Teil der Schüler in häusliche Quarantäne hätte geschickt werden müssen.

Auch im Rupert-Ness-Gymnasium Ottobeuren laufen die Vorbereitungen für eine Abschlussfeier, die es so noch nie gab. „Wir hatten unsere Abiturfeier seit Jahren in Hawangen in der Festhalle. Heuer hätte sie ohnehin zum ersten Mal an der Schule stattgefunden, was uns zum Glück jetzt Stornogebühren erspart. Wie wir die Feier aber jetzt mit der neuen Situation planen, wissen wir noch nicht“, erklärt Schulleiter Dr. Otto Schmid vom Rupert-Ness-Gymnasium.

An der Maria-Ward-Realschule in Mindelheim verhandelt Schulleiterin Rosa Ritter derzeit mit dem Landratsamt, unter welchen Bedingungen die Abschlussfeier stattfinden kann. Die Vorgabe des Freistaates ist: mehr als 50 Personen dürfen sich nicht in geschlossenen Räumen aufhalten. Im Freien sind es 100.

Lesen Sie dazu auch: Bundesländer im Vergleich: Wie unterschiedlich sind die deutschen Corona-Regeln?

„Wir bemühen uns, dass wir zur Abschlussfeier nicht nur einen Elternteil zulassen dürfen“, sagt Ritter. Die Feier hat in den vergangenen Jahren immer im Forum stattgefunden. Diesmal – voraussichtlich am 23. Juli – werden die Abschlusszeugnisse in der Schule an die 107 Absolventinnen überreicht. Dabei werden die Hygienevorgaben strikt eingehalten. So gilt zum Beispiel eine Maskenpflicht.

An der Realschule des Maristenkollegs laufen derzeit die Prüfungen für 81 Absolventen. Nächste Woche folgen noch Mathematik und das Profilfach des einzelnen Schülers, teilt Rektorin Maria Schmölz mit. Das Ministerium hat als Datum für die Abschlusszeugnisse den Donnerstag, 24. Juli, festgelegt. „Die Abschlussfeiern werden wegen der besonderen Hygienevorschriften bedingt durch die Covid 19 - Pandemie natürlich etwas anders ausfallen als in den letzten Jahren“, erklärt Schölz.

Die Schulleitung plant einen relativ kurzen Festakt für jede Klasse in der Dreifachturnhalle. „Wir möchten dazu mindestens ein Elternteil einladen, im Moment bemühe ich mich noch um eine Ausnahmegenehmigung, damit ein Schüler auch von beiden Eltern begleitet werden kann. Für diese kurzen Festakte werden wir ein praktikables Hygienekonzept erstellen und hoffen, dass es für unsere Schüler trotz allem ein schöner Abschluss der Schulzeit wird“.

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