Newsticker
Bundesverfassungsgericht: Corona-Demo in Stuttgart bleibt verboten
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Ärger über Fluglärm, Böller und Raketen

Bad Wörishofen

24.11.2019

Ärger über Fluglärm, Böller und Raketen

Wie geht es in Sachen Feuerwerk in Bad Wörishofen weiter? Mit dieser Frage muss sich nun der Stadtrat befassen.
Foto: Andreas Schmidt

Die Bürgerversammlung bringt gleich mehrere Anträge. Das Thema Wohnen beschäftigt in der schnell wachsenden Stadt Bürger und Stadtrat.

Die Kneippstadt wächst und wächst. Fast 17.000 Einwohner leben derzeit in Bad Wörishofen, zum 31. Dezember 2018 waren es genau 16.921. Diese Zahl nannte Bürgermeister Paul Gruschka (FW) bei der Bürgerversammlung für die Kernstadt, wo 9512 Menschen ihr Zuhause haben. Menschen aus 100 Ländern leben in Bad Wörishofen, auch 87 Asylsuchende haben hier eine vorübergehende Bleibe. Gruschka berichtete allerdings, dass bis zum Jahresende zwei bis drei der dezentralen Unterkünfte für Asylbewerber geschlossen werden sollen. Eine Stadt, die solch einen Zuzug erlebt, hat auch mit dessen Folgen zu kämpfen.

In Bad Wörishofen beispielsweise ist der Wohnungsmarkt bereits so heiß gelaufen, dass in der Kneippstadt seit August die staatliche Mietpreisbremse gilt, als einziger Stadt des Unterallgäus und einer von 12 Städten in Schwaben. Wohnen ist deshalb ein Thema, das bei allen Verantwortlichen ganz oben auf der Agenda steht. Das betonte auch der Bürgermeister. „Ziel des Stadtrates ist es, dass hier auch bezahlbare Wohnungen entstehen“, sagte Gruschka. Nördlich der Gartenstadt, im Bereich der Breitenbergstraße, werde ein neues Baugebiet entstehen. Zudem entstehen weitere Wohnungen in der Nähe der Therme, am nördlichen Rand der Kernstadt, beim Erlenweg.

Am Ostpark wird derzeit der neue Kindergarten samt Krippe und Hort gebaut, das derzeit größte Projekt der Stadt. Wo es viele neue Einwohner gibt, müssen auch neue Betreuungsplätze her.

Gruschka sieht die Kur in Bad Wörishofen keineswegs am Ende

Auch das Thema Internetverbindung ist wichtig. Gruschka berichtete, dass der Breitbandausbau der Telekom am 14. August abgeschlossen wurde. Eine Ausnahme gebe es in Schöneschach. Deutlich wurde, dass sich die Bürger eine möglichst gute Infrastruktur wünschen. Dass die AOK ihre Geschäftsstelle zum September schloss und das Dialysezentrum ebenfalls im September zumachte, stieß auf Kritik. Gruschka gab zu Bedenken, dass man als Stadt da nicht viele Eingriffsmöglichkeiten habe, das seien unternehmerische Entscheidungen. Zumal es gerade in Sachen Dialysezentrum große Bemühungen der Ärzteschaft um eine Nachfolge gegeben habe, was aber nicht gelungen sei.

Dass derselbe Redner kritisierte, dass in Bad Wörishofen Geschäfte schließen und die Kur am Ende sei, wollte Gruschka so nicht stehen lassen. Er sehe da weit weniger schwarz. „Andernfalls hätten wir nicht so einen Zuzug und würden nicht so viel Lob für die Gestaltung der Stadt erhalten“, sagte er. Zufrieden war Gruschka, dass der Jahresabschluss für 2017 nun fertig sei und sogar mit einer guten halben Million Euro im Plus liege. Auch in Sachen Zinssteuerung habe sich die Lage gebessert. Aktuell standen die Swaps der Stadt mit rund 996.000 Euro im Minus, allerdings rein rechnerisch, da kein Verkauf stattfand.

Bad Wörishofen soll nach dem Willen des Bund Naturschutz ein Amtsblatt herausgeben

Diesmal gab es in der Versammlung gleich mehrere Anträge, mit denen sich nun der Stadtrat befassen muss. Bad Wörishofen solle auf Raketen und Böller in der Silvesternacht verzichten, war einer davon. „Da müssen wir uns sputen, wir haben nur noch zwei Stadtratssitzungen vor dem Jahresende“, sagte Gruschka. Bad Wörishofen soll zudem ein Amtsblatt einführen und herausgeben. Das sei gut angelegtes Steuergeld, findet Alexander Siebierski, der den Antrag für den Bund Naturschutz stellte. Gruschka sagte, er habe dies schon einmal versucht, dazu 10.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Der Stadtrat habe das Vorhaben aber abgelehnt.

Siebierski beantrage zudem, diesmal privat, eine „Taskforce Lärmminderung“. Er kritisierte scharf die seiner Meinung nach zunehmenden Flugbewegungen über dem Stadtgebiet. Dazu käme, dass Bad Wörishofen mittlerweile „süddeutsches Fallschirmsprungzentrum sei“. Außerdem gebe es mittlerweile eine hohe Zahl militärischer Überflüge. „Wir haben an Wochenenden selten zehn Minuten lang keine Flugbewegungen“, berichtete Siebierski. Hier müsse man in Bad Wörishofen geltendes EU-Richtlinien umsetzen.

Elisabeth Siebierski forderte zudem, dass Stadtratsmitglieder vor Entscheidungen alle notwendigen Unterlagen erhalten müssen, etwa Lagepläne. Nur so sei es möglich, etwa geschützte Bäume oder Naturschutzgebiete zu identifizieren. Sie habe die Information erhalten, dass nicht ausreichend Material überlassen werde. Sollte das so sein, wolle Sie die Änderung beantragen.

Bürgermeister Paul Gruschka versicherte ihr, dass die Ratsmitglieder umfänglich informiert würden. Es komme vor, dass kurz vor den Sitzungen noch Material im Rathaus eintreffe. Dies werde dann aber nachgereicht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren