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Hospiz

28.01.2017

Auf dem Land leben, auf dem Land sterben

Auf dem ehemaligen Bauernhof, der zum Hospiz umgebaut werden soll, erwarten Sonja Meitinger (links) und Gudrun Krist die Gäste zum Infotag.
Bild: Uwe Bolten

Ein menschenwürdiges Sterben für schwerstkranke Patienten in der Region – das ist das Ziel eines Fördervereins.

Wer voll im Leben steht, verdrängt das Sterben und den Tod gern. Nicht so der neue Förderverein Hospiz Großaitingen. Um schwerstkranken Menschen eine würdige Sterbebegleitung unter professioneller Führung zu ermöglichen, haben sich sieben Bürger zusammengeschlossen, die ein für die Region einmaliges Hospizprojekt realisieren wollen.

„Die Menschen hier leben auf dem Land, und sie wollen auch hier sterben. Damit lag es nahe, hier in der ländlichen Region ein Hospiz zu errichten“, erläutert die Vorsitzende Gudrun Krist. Ein anderer Grund für ein Hospiz auf dem Land sei, dass es für Angehörige und Freunde oft schwer sei, Einrichtungen in den Städten zu erreichen. Die nächsten Einrichtungen seien in Augsburg-Hochzoll und Kempten.

Mit dem ehemaligen Bauernhof an der Lindauer Straße, für den Familie Meitinger aktuell keine Verwendung mehr habe, dürfte das ideale Objekt gefunden sein. Ein Architekt wird schnellstmöglich die Bausubstanz überprüfen. Der Förderverein wurde gegründet, um die Voraussetzungen für den Bau und den Betrieb eines Hospizes in der Region zu schaffen. Ziel sei eine Eröffnung Anfang 2020.

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Max Reisch aus Schwabmünchen ist der Kassier. Er berichtet, dass schon ungefähr zwei Drittel der Kosten durch Spenden aus der Wirtschaft abgedeckt sind. Ungefähr eine Million Euro müsse allerdings noch aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen erwirtschaftet werden. Für den laufenden Betrieb seien noch einmal 200000 Euro zu den Zahlungen der Krankenkassen, die immerhin 95 Prozent der Kosten abdecken, beizusteuern.

Dabei handle es sich um Kosten für beispielsweise Wunschgerichte, Streicheltiere oder Therapiehunde. Auch Gästezimmer für Angehörige sollen bereitgehalten werden. „Aus diesem Grunde benötigen wir noch weitere Mitglieder und Aktive“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Sonja Meitinger. Der Jahresbeitrag sei mit 25 Euro bewusst niedrig gehalten worden, damit viele Menschen mitwirken können.

Bürgermeister Erwin Goßner, selbst Beisitzer im Vereinsvorstand, ist vom Projekt überzeugt: „Ich unterstütze es voll.“ Er werde sich entsprechend dafür einsetzen. Ziel sei es, die Planung mit einem im Hospizbau erfahrenen Architekten abzuschließen, die Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, die Verträge mit den Krankenkassen abzuschließen, um so ab 2020 für schwerstkranke und in der letzten Sterbephase befindliche Menschen, die nicht zu Hause oder in Kliniken gepflegt und begleitet werden können, acht bis zehn Hospizbetten bereitzustellen. „Die Aufnahme im Haus ist vollkommen unabhängig von Glaubensrichtungen und Herkunft“, betont Gudrun Krist.

Der Informationstag des Fördervereins Hospiz Großaitingen findet am Sonntag, 29. Januar, von 11 bis 17 Uhr im zukünftigen Hospizgebäude, Lindauer Straße 1 in Großaitingen, statt. Dabei kann auch die Wanderausstellung „Gemeinsam Gehen“ des Bayerischen Ministeriums für Gesundheit und Pflege besucht werden.

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