Museen

14.11.2013

Auf dem richtigen Weg

Prof. Dr. Hans Frei

Gäste geben gute Noten. Erlebnischarakter noch zu gering. Augsburger Studenten forschten in Mindelheim

Mindelheim Der ehemalige Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Hans Frei ist Mindelheim in besonderer Weise verbunden. Mit Ehrenbürger Erwin Holzbaur war er eng befreundet. Das gilt kaum weniger für den amtierenden Kulturamtsleiter Christian Schedler. Die fünf Museen sind Frei dabei ans Herz gewachsen. Wiederholt hat er sie gefördert.

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Das ist der Hintergrund einer Arbeit, die Frei am Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik der Universität Augsburg angestoßen hat. Seine Studenten haben sich im Sommer zehn Mal nach Mindelheim aufgemacht, um zu untersuchen, wie die Mindelheimer Museen ankommen. Die Ergebnisse hat Frei nun mit seiner Mitarbeiterin Ramona Riederer dem Kulturausschuss des Stadtrats vorgestellt.

340 Personen waren befragt worden sowie elf Personen aus dem Raum Mindelheim als „Experten“. Darunter waren etwa Peter Hartmann vom Förderkreis der Mindelheimer Museen, Hermann Schuster vom Frundsberg Festring, Bürgermeister Stephan Winter oder Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß. Drei Viertel der Befragten waren schon einmal in einem der Museen. Die allermeisten allerdings besuchen immer nur ein Museum. Die Mindelheimer Vielfalt ist hier offenbar kein Nutzen. Wichtigste Informationsquelle ist die Tageszeitung, gefolgt vom Internet, das vor allem auswärtige Besucher nutzen. Mit großem Abstand sei es die Mindelheimer Zeitung, in der die meisten Berichte über die Museen zu finden sind, so das Ergebnis.

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Alle Museen bekommen gute Noten, wobei das Schwäbische Turmuhrenmuseum am besten beurteilt wurde. Schwächer schneidet das Archäologiemuseum ab. Hier riet Frei zu experimenteller Archäologie. Wie überhaupt der Erlebnischarakter der Mindelheimer Museen ausgebaut werden sollte.

Letztlich ist das eine Frage der Ressourcen, die der Stadtrat gewillt ist, für seine Museen bereitzustellen, ließ Frei anklingen. Auf dem richtigen Weg sei das Kulturamt mit seinen Aktionen für Familien. Sie seien die wichtigste Kundengruppe. Es gehe um die Kundenorientierung. Wörtlich sagte Frei: „Das Heu muss der Kuh schmecken, nicht dem Bauern.“ Überraschend hoch ist die Bedeutung der Museen für die heimische Gastronomie. Etwa die Hälfte der Befragten nutzte den Museumsbesuch auch zu einer Einkehr in der heimischen Gastronomie. 15 bis 20 Euro habe jeder eigenen Angaben zufolge ausgegeben. Frei betonte aber, dass die wirtschaftliche Bedeutung genauer untersucht werden müsste. Letztlich waren es folgende Empfehlungen, die Prof. Frei und Ramona Riederer aus der Arbeit der Studenten abgeleitet haben:

Familienangebote schaffen und ausbauen.

Anreize schaffen, damit die museumsinteressierten Besucher Lust verspüren, ein zweites Museum in Mindelheim zu besuchen. Hier sieht Frei besondere Chancen.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen sollte ausgebaut werden, um schon junge Menschen für Kunst und Heimat zu interessieren.(jsto)

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