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Pforzen

27.05.2018

Auf der Matte, die die Welt bedeutet

„Die Sportler vertrauen dir zu 100 Prozent ihren Körper an.“Normalerweise besteht der Arbeitstag von Christian Halbig (rechts) in seiner Praxis in Mindelheim aus Krankengymnastik oder Massagen. Hier betreut er allerdings den österreichischen Ringer Amer Hrustanovic.
Bild: Jörg Richter/Ringsport-Magazin

Christian Halbig, früher beim TSV Westendorf, unterstützt als Physiotherapeut die österreichischen Nationalkaderathleten

 Zu seiner aktiven Zeit rang er für den TSV Westendorf, seit zwei Jahren gehört Christian Halbig dem ÖRSV-Team an. Der gelernte Physiotherapeut ist einer von drei Deutschen, die den österreichischen Athletinnen und Athleten bei Lehrgängen, internationalen Turnieren sowie Welt- und Europameisterschaften und den Olympischen Spielen zur Seite stehen. „Ich kam über eine Fortbildung im Bereich des Spitzensports mit dem ÖRSV in Kontakt. Eigentlich wurden sie auf mich aufmerksam“, erzählt Halbig, der seit 2002 eine eigene Praxis in Mindelheim betreibt. „Familie, Beruf und das Engagement mit dem österreichischen Ringsport-Verband lassen sich auf jeden Fall vereinbaren“, sagt der 38-Jährige.

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An normalen Tagen arbeitet Halbig in seiner Praxis in Mindelheim

In Serbien gab er 2017 auf internationaler Ebene sein Debüt als ÖRSV-Betreuer. Seine Aufgaben sind vielschichtig: von der klassischen Massage, Verspannungen lösen oder das Anlegen von Verbänden sowie das Anbringen eines Fingertapes. „Kein Physiotherapeut hat den Status, dass er nur einen einzigen Sportler betreut. Wir sind für alle unsere Spitzenathleten da“, macht Halbig deutlich.

Seine Arbeit hat es teilweise in sich. Schon am Vortag wird der Fahrplan besprochen und abgesteckt. Meistens geht es schon um 7.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück los. Die Abfahrt in die Halle erfolgt eine Stunde später. „Wenn sich die Sportler warm gemacht haben, komme ich ins Spiel – beispielsweise, um Verbände anzulegen. Ich muss eigentlich immer bereit sein und zur Verfügung stehen, wenn mich ein Sportler benötigt“, sagt Halbig, der in Leinau bei Pforzen wohnt. Je nach Wettkampfdauer des einzelnen Ringers könne es durchaus möglich sein, dass er bis spät abends warten müsse, um den Athleten nochmals zu behandeln. Halbig ist neben den Senioren auch bei den österreichischen Juniorinnen im Einsatz.

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Der Allgäuer ist bei den Österreichern beliebt

Mittlerweile kennen die ÖRSV-Ringer den sympathischen Allgäuer. „Alle sind sehr locker drauf und überhaupt nicht engstirnig“, sagt Halbig. Er ist auch mit vielen Sportlern über die sozialen Medien befreundet und stets im ständigen Austausch – so auch mit Daniel Gastl vom RSC Inzing, der in der kommenden Wettkampfzeit wieder für den TSV Westendorf in der Bundesliga auf die Matte gehen wird. „Christian ist ein lockerer Typ, der gut zu uns ins Team passt. Gerade im Lehrgang bekommt er schon einiges mit uns Sportlern zu tun“, sagt der ÖRSV-Athlet. „Vor allem während den Kämpfen gibt er am Rand ordentlich Gas. Das ist cool, wenn jemand so mitlebt und mit den Athleten mitfiebert. Und wenn es mal nicht so gut läuft, findet er auch die richtigen Worte um dich wieder aufzumuntern.“ Hin und wieder gibt Christian Halbig den Aktiven den einen oder anderen Tipp hautnah am Mattenrand. „Das will aber nicht jeder Sportler“, betont er. Schließlich sei er in erster Linie zum Wohlbefinden der Athletinnen und Athleten da. „Sie vertrauen dir zu 100 Prozent ihren Körper an.“

Halbig liebt nicht nur seinen Beruf, sondern für ihn sei das Engagement im ÖRSV eine Art Berufung. „Schon mein Vater hat mich als Kind ständig zu Sportveranstaltungen mitgenommen. Das hat mich geprägt.“ Denn sein Vater ist ebenfalls Physiotherapeut. Selber hat der 38-Jährige noch große Ziele. „Ich möchte gerne zu Olympia 2020 nach Tokio. Wenn ich dort dabei bin, wäre es der absolute Wahnsinn.“ Auch sonst kommt Christian Halbig in diesem Jahr wieder viel herum. Jüngst war er mit dem ÖRSV-Team bei einem internationalen Turnier, den „Thor Masters“ in Dänemark und bei der EM der Männer in Russland. Im Oktober wartet der nächste Höhepunkt: Dann geht es zur Weltmeisterschaft nach Budapest (Ungarn).

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