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Verkehr

06.11.2017

Ausbau der Bahnstrecke München-Lindau soll im Frühjahr starten

Die Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau soll bis 2020 elektrifiziert werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Ende März 2018 sollen die Hauptbaumaßnahmen an der Bahnstrecke München-Lindau beginnen. Eine Kampagne soll die Kunden über die Auswirkungen auf den Bahnverkehr informieren.

Die Baumaßnahmen zur Elektrifizierung der Bahnstrecke München–Lindau nehmen im kommenden Jahr Fahrt auf. Wie die Bahn mitteilt, liegt aktuell für zehn Abschnitte Baurecht vor, in den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Baugenehmigungen erwartet.

Nach aktuellem Stand sollen Ende März 2018 die Hauptbaumaßnahmen an der Bahnstrecke München– Memmingen–Lindau beginnen. Geplant sind eine durchgehende Elektrifizierung, ein Ausbau für den Neigetechnikbetrieb und die Anhebung der Streckengeschwindigkeit. Zudem erneuert die Bahn mehrere Bahnhöfe und Bahnübergänge. Das Eisenbahnbundesamt hat das Baurecht für folgende Planfeststellungsabschnitte (PFA) erteilt:

  • GeltendorfKaufering (PFA 1 und 2)
  • BuchloeTürkheim (PFA 3 und 4)
  • StettenSontheim (PFA 5.1 und 6)
  • TannheimLeutkirch (PFA 9, 10 und 11)
  • Bahnhof Kißlegg (PFA 13)

Den Erlass der Planfeststellung in den Abschnitten zwischen Türkheim und Stetten (PFA 5), zwischen Sontheim und Memmingen (PFA 7) sowie zwischen Memmingen und der bayerisch-baden-württembergischen Landesgrenze (PFA 8) hat das Eisenbahnbundesamt bis Jahresende 2017 in Aussicht gestellt.

„Wir freuen uns, dass die Baurechtsverfahren im Zeitplan liegen und dem für 2018 geplanten Ausbau von Geltendorf über Memmingen bis Leutkirch nichts mehr im Wege steht“, sagt Matthias Neumaier, Projektleiter für die Ausbaustrecke München–Lindau bei der DB Netz AG. „Im Frühjahr 2018 möchten wir die Hauptbauphase mit einem feierlichen Spatenstich beginnen“, kündigt Neumaier an.

Zum genauen Bauablauf wird die Bahn vorab die Gemeinden und Städte entlang der Bahnlinie noch in diesem Jahr ausführlich informieren – unter anderem in den sogenannten „Regionalen Dialogforen“, in denen sich die DB regelmäßig mit Landräten, Bürgermeistern, regionalen Abgeordneten des Bundes- und des Landtages, sowie Vertretern der Industrie- und Handelskammer, Verbänden und Bürgerinitiativen über das Großprojekt und die Interessen der Region austauscht.

Ausbau hat Auswirkungen auf den Zugverkehr im Allgäu

Mit den Bauarbeiten gehen auch Einschränkungen für den Zugverkehr im Allgäu einher. Derzeit werden die Bauabläufe und somit auch die notwendigen Sperrungen im Detail abgestimmt. Das setzt komplexe Abstimmungen unter anderem mit den Baufirmen voraus, so die Bahn. Da im kommenden Jahr im Abschnitt zwischen Geltendorf und Leutkirch konzentriert gebaut werden soll, kommt es zwischen Buchloe und Leutkirch zu einer mehrmonatigen Streckensperrung – voraussichtlich von März bis September 2018.

In dieser Zeit werden die Fernzüge ohne Halt über Kempten umgeleitet, für die Regionalzüge erarbeitet DB Regio Bayern derzeit ein umfassendes Ersatzkonzept mit Bussen. „Wir werden die Reisenden auf so vielen Kanälen wie möglich über die anstehenden Einschränkungen im Zugverkehr informieren. Wir planen für die Phase, wenn die Strecke zwischen Buchloe und Leutkirch komplett gesperrt ist, mit Schnellbussen, die nur einmal halten, und Ortsbussen, die alle Bahnhöfe anfahren“, sagt Bärbel Fuchs, zuständige Verkehrsvertragsmanagerin von DB Regio Bayern im Allgäu.

Um die Fahrgäste zu informieren, wird die DB unter anderem Plakate in den Zügen und an den Bahnhöfen anbringen und per Durchsagen informieren. Details zum Baufahrplan fänden Reisende zeitnah im Internet.

Eine Stunde weniger Fahrzeit von München nach Zürich

Schon länger laufen die Vorabmaßnahmen entlang der Strecke. Nach der Anpassung zahlreicher Bahnübergänge im Jahr 2016 konnten im September die Gleiserneuerungen zwischen Aichstetten und Marstetten-Aitrach sowie zwischen Mooshausen und Tannheim abgeschlossen werden. Am Wochenende gingen die neuen elektronischen Stellwerke zwischen Stetten und Memmingen in Betrieb.

Auch der Umbau des Leutkircher Bahnhofs geht planmäßig voran. Mehrere Bahnübergänge werden durch Eisenbahnüberführungen ersetzt, beispielsweise am Bahnhof Ungerhausen, im Bahnhof Sontheim sowie am Langenweg in Lindau. Der gesamte Streckenausbau im Abschnitt zwischen Leutkirch und Lindau ist in den Jahren 2019 und 2020 vorgesehen.

Mit der Inbetriebnahme im Dezember 2020 soll die Fahrzeit zwischen München und Zürich um rund eine Stunde verkürzt werden. Im Fernverkehr sind dann sechs Verbindungen pro Tag und Richtung vorgesehen. Erhebliche Verbesserungen und Reisezeitverkürzungen sind auch im Regionalverkehr geplant. mz

Ausführlichere Informationen über den Streckenausbau gibt es im Internet unter www.abs48.com.

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