1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Beim Rosenkranz fiel ein Stück Putz auf den Kirchenboden

Hilferuf aus Breitenbrunn

30.04.2015

Beim Rosenkranz fiel ein Stück Putz auf den Kirchenboden

Ein Gerüst stützt die Pfarrkirche in Breitenbrunn. Es steht darin, seit am Volkstrauertag 2013 mitten im Gottesdienst ein Stück von der Decke gebrochen war.
2 Bilder
Ein Gerüst stützt die Pfarrkirche in Breitenbrunn. Es steht darin, seit am Volkstrauertag 2013 mitten im Gottesdienst ein Stück von der Decke gebrochen war.

Gotteshaus muss dringend saniert werden. Pater Jakob Mukalel macht das Sorgen

Vier Jahre, drei Kirchen – auch so lässt sich das Wirken von Pater Jakob Mukalel in Breitenbrunn (Landkreis Unterallgäu) in Kurzform zusammenfassen. Seit vier Jahren lebt der aus Südindien stammende Geistliche in Breitenbrunn. Neben seinen Aufgaben als Seelsorger ist er eher unfreiwillig auch in die Rolle des Baumeisters und Spendensammlers geschlüpft. Die Kirchen in Schöneberg und Loppenhausen mussten saniert werden. Kaum waren diese Kraftakte erledigt, steht nun schon das nächste Projekt an.

Es war mitten im Gottesdienst am Volkstrauertag 2013, als es einen Rumms machte, und mit einem Mal klar war: Jetzt muss auch in Breitenbrunn etwas geschehen. Während die Gläubigen den Rosenkranz gebetet hatten, löste sich ein Stück des Deckenputzes und krachte nach unten. Pater Jakob ist noch heute froh, dass niemand getroffen wurde. Ein Statikbüro aus Kempten hat sich den Schaden und dann auch das gesamte Kirchengebäude näher angesehen. Vor allem unter dem Dach der Kirche kam so manche unangenehme Überraschung ans Licht.

Seither steht in der Kirche ein Baugerüst, das vor allem einem Zweck dient: Die Gläubigen vor weiteren Überraschungen von oben schützen. Der tiefe Riss im Deckengemälde lässt ahnen, dass jederzeit wieder ein Teil herunterfallen könnte. Mauerschwellen sind fäulnisgeschädigt, Balkenköpfe müssen erneuert werden. Am Dachtragwerk der Sakristei ist ebenfalls das Tragwerk verfault. Überall Fäulnisschäden, die richtig ins Geld gehen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dabei ist an der Kirche immer wieder gearbeitet worden. 1992 war die Außenrenovierung dran. 1993 wurde das Innere des Pfarrkirche St. Martin. Das Dach war damals noch kein großes Thema.

Für Pater Jakob und die Kirchenverwaltung sind das alles keine guten Nachrichten. Auf 535 000 Euro schätzt das Bistum Augsburg die Kosten der Sanierung in Breitenbrunn. Damit kommt die Kirche noch teurer als die Arbeiten an den Gotteshäusern in Schöneberg und Loppenhausen, die jeweils unter einer halben Million Euro geblieben waren.

70 bis 75 Prozent der Summe in Breitenbrunn will die Diözese übernehmen. Über diese Zusage freut sich Pater Jakob sehr. Angesichts der vielen Baustellen in kirchlichen Gebäuden landauf landab ist das schon mal eine gute Nachricht. Die Gemeinde Breitenbrunn hat laut Pater Jakob einen Zuschuss über 20 000 Euro zugesagt.

Aber all das reicht nicht aus. Die Kirchenverwaltung selbst ist arm wie eine Kirchenmaus, deutet der Geistliche bei einem Rundgang durch die Kirche an. Rund 20 Prozent der Kosten fehlen, sagt Pater Jakob. Er hofft auf die Großzügigkeit der Gläubigen, denen er sagt, dass es ihre Kirche ist, die sie hier erhalten. Dass das nicht einfach ist, weiß er. Schließlich zahlen die Katholiken bereits ihre Kirchensteuer. Aber es führt kein Weg daran vorbei, die Breitenbrunner um Unterstützung zu bitten. Die Bauarbeiten stellten „für unsere kleine Gemeinde eine enorme finanzielle Belastung dar“, heißt es in einem Bittschreiben, das bereits an die Haushalte ging. Mit der Bitte um einen Zuschuss trat das Katholische Pfarramt St. Martin bereits an die Gläubigen heran. Erst wenn das Projekt durchfinanziert ist, soll es im nächsten Jahr mit den Arbeiten losgehen. (jsto)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren