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Mindelheim

21.10.2020

Corona im Seniorenzentrum: Häusliche Isolation wird nach und nach gelockert

Die Ergebnisse der ersten Reihentestung im Seniorenzentrum St. Georg sind allesamt negativ. Damit bleibt es bei 25 Corona-Infektionen.

Plus So geht es nach den 25 entdeckten Corona-Fällen im Mindelheimer Caritas-Seniorenzentrum St. Georg für Bewohner, Pfleger und Besucher weiter.

18 Mitarbeiter und sieben Bewohner des Mindelheimer Caritas-Seniorenzentrum St. Georg sind Ende der vergangenen Woche positiv auf Corona getestet worden – und nun steht der Zeitplan für die nächsten Tage. Nachdem alle Mitarbeiter des Seniorenheims nach dem Bekanntwerden der 25 Corona-Fälle als Vorsichtsmaßnahme in die häusliche Isolierung geschickt wurden, soll diese nun nach und nach in Absprache mit dem Gesundheitsamt gelockert werden.

Seit die Corona-Fälle bekannt geworden sind, durften alle Mitarbeiter des Seniorenheims nämlich nur zwischen ihrer eigenen Wohnung und dem Seniorenzentrum pendeln und sollten sich sogar von der eigenen Familie fernhalten. Mitarbeiter, die Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, müssen natürlich weiterhin in Quarantäne bleiben und werden erneut getestet.

Die Wohngruppen des Mindelheimer Seniorenheims werden nach und nach getestet

Wie Michaela Weber, die zentrale Pandemiebeauftragte der Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH, die für das Mindelheimer Seniorenheim zuständig ist, erklärt, wurden am Dienstag noch einmal die Bewohner und Pfleger der betroffenen Wohngruppe 3 getestet. Am Freitag sollen dann die bislang nicht betroffenen Wohngruppen 1 und 2 erneut getestet werden. Die Ergebnisse sollen am Samstag vorliegen. „Wir gehen davon aus, dass bis zum Wochenende keine Besuche möglich sind“, erklärt Weber. Aber sie ist grundsätzlich zuversichtlich: „Wir hatten diese Situation viel länger im Frühjahr und hoffen, dass es diesmal schneller geht.“

Zwei infizierte Bewohnerinnen seien ins Mindelheimer Krankenhaus verlegt worden, allerdings nicht notfallmäßig wegen akuter Beschwerden, sondern als Vorsichtsmaßnahme, erklärt Weber. Fünf Bewohner in der betroffenen Wohngruppe zeigten coronatypische Symptome, sie würden hausärztlich betreut, der Rest der Bewohner sei frei von Symptomen.

Betreuungshelferinnen lenken die Bewohner ab, die ihr Zimmer nicht verlassen dürfen

Das kann mitunter eine Herausforderung für die Betreuenden im Seniorenheim sein: Menschen, denen es gesundheitlich eigentlich gut geht, zu erklären, warum sie jetzt in ihrem Zimmer bleiben müssen – gerade, wenn es sich um Menschen mit Demenz oder einem gewissen Bewegungsdrang handelt. Um sie kümmern sich deshalb auch Betreuungshelferinnen in einer Einzelbetreuung: Sie lenken sie beispielsweise ab oder gehen gezielt mit ihnen herum, sodass sie auf keine anderen Personen treffen können.

Das Personal muss dabei persönliche Schutzausrüstung tragen, also etwa Kittel, Handschuhe und FFP-2-Maske. Auch das bringt Schwierigkeiten mit sich. So verstehen die Bewohner die Pflegekräfte oftmals akustisch schon nicht, wenn diese nur einen einfachen Mundschutz tragen. Hinzu kommt, gerade bei Menschen mit Demenz, dass sie sich schwerer tun, die Mimik und die Emotionen der Pflegekräfte hinter einer Maske nur anhand der Augen zu erkennen. Da werden vertraute Personen plötzlich zu Fremden – gerade, wenn sie neben dem Mundschutz nun auch noch Kittel und mehr tragen.

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