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Kinder

10.02.2015

Damit sich alle wohl fühlen

Die Klassensprecher der vierten Klassen der Grundschule Mindelheim sind an ihrer Aufgabe gewachsen, v.links: Simon Winter, Vivian Ballast, Laura Mussack, Jennifer Theys, Moritz Hohenleitner, Leonie Jäger, Benedikt Hofmann und Florian Endler.
Bild: jsto

Die Klassensprecher tun sehr viel für den Zusammenhalt. Sie gehen auch auf Schüler zu, die noch nicht so gut deutsch sprechen. Für ihren Einsatz verdienen sie viel Lob

Florian hat nichts dem Zufall überlassen. Er hat sich vor seine Mitschüler hingestellt und eine Bewerbungsrede gehalten. Vorbild will er sein und der Klasse helfen. Deshalb wolle er Klassensprecher werden. Das hat denn auch geklappt. Die Wahl von Florian Endler vorigen Herbst war reine Routinesache.

Florian ist zehn Jahre alt und geht in die vierte Klasse der Grundschule Mindelheim. Neben ihm gibt es sieben weitere Klassensprecher in den insgesamt vier vierten Klassen – für jede Klasse zwei mit jeweils einem Mädchen und einem Buben. Alle sind sie neun oder zehn Jahre jung. Inzwischen ist das erste Halbjahr fast vorbei. Wir haben selbstbewusste Kinder getroffen, die mit ihrer Aufgabe gewachsen sind.

Leonie Jäger sagt, sie wolle einfach mithelfen, dass sich jeder in der Klasse wohl fühlt. „Es soll keinen Streit geben“. Sie gibt aber auch Wünsche weiter an die Lehrerin, in ihrem Fall an Sabine Gruber. So will sie klären, ob die Kinder an Fasching verkleidet in die Schule kommen dürfen.

Benedikt Hofmann erzählt, dass es nicht immer einfach ist, Verantwortung zu tragen. Wenn die Lehrerin mal nicht im Klassenzimmer ist, müssen die Klassensprecher für Ruhe und Disziplin sorgen. Wer zu laut ist, dessen Name wird an die Tafel geschrieben. Wer da wiederholt auffällt, der darf vielleicht auch mal nicht beim freiwilligen Sportprogramm mitmachen. Da muss der Klassensprecher dann schon ein dickes Fell haben. Nicht jeder sieht sofort ein, dass er Blödsinn gemacht hat.

Die zehnjährige Vivien Ballast versteht ihr Amt so, dass sie Mitschüler aufmuntert, wenn es mal nicht so gut läuft. „Ich habe eine Freundin getröstet, weil sie mal eine nicht so gute Note geschrieben hat“. Leonie Jäger allerdings hat sich vor ein paar Tagen schon sehr gewundert, weil so viele in ihrer Klasse schlechte Laune hatten. „Alle waren traurig wegen einer Zwei“. Das konnte sie dann doch nicht ganz verstehen. Eine Zwei sei doch gut. Ehrgeizig sind sie offenbar alle in der vierten Klasse.

Kurz nach den Weihnachtsferien hatten alle Klassensprecher eine richtige Konferenz abgehalten. Da ging es um die neuen Schüler an der Schule und wie man ihnen helfen kann. An der Grundschule gibt es zwei Übergangsklassen, in denen jene Kinder unterrichtet werden, die noch nicht ausreichend gut deutsch sprechen. Der neunjährige Benedikt Hofmann sagt, er spiele jetzt in der Pause mit einigen von ihnen. Eine Idee war auch, einen Tag der Kulturen zu veranstalten. Alle sollen sich an der Schule wohlfühlen.

Wer neu an die Schule kommt, den empfangen auch Schüler. Da gibt es einen regelrechten „Begrüßungsdienst“. Sie zeigen dem Neuling die Klassenzimmer. Auch das war eine Idee der Klassensprecher.

Leonie Jäger hat ein Mädchen zum gemeinsamen Spielen eingeladen. Es war aber nicht ganz einfach, weil sie sich nur schlecht verstanden haben. Aber mit Händen und Füßen konnten sie sich doch ganz gut verständlich machen.

Aber nicht um jede Aufgabe in der Klasse müssen sich die Klassensprecher selbst kümmern. Leonie erzählt von einem „Grüß Gott- und Bälledienst“. Dieser begrüßt Gäste und sammelt im Sport die Bälle wieder ein. Dann gibt es einen wechselnden Tafeldienst und einen Postdienst, der im Sekretariat nachfragt, wenn jemand fehlt, ob er krank ist.

Neben einem Blumendienst, der die Zimmerpflanzen regelmäßig gießt, gibt es auch einen Holdienst für die Obstkiste, die einmal die Woche angeliefert wird. Und einen Hefteausteildienst gibt es auch noch, weiß Benedikt Hofmann.

Den Klassensprechern gefällt ihre Aufgabe sichtlich. Sie dürfen sich auch über eine positive Bemerkung im Zeugnis freuen. Und vielleicht gibt es sogar noch eine eigene Urkunde.

In jedem Fall haben sie mächtig an Selbstbewusstsein gewonnen. Florian Endler will Wissenschaftler werden. Benedikt Hofmann will es auch als Wissenschaftler probieren, sollte es mit der Profikarriere als Fußballer nichts werden. Leonie Jäger hat am Rollenspiel so viel Freude gewonnen, dass sie am liebsten Schauspielerin werden möchte. Grundschullehrerin findet sie aber auch gut.

Auch Moritz Hohenleitner gefällt die Arbeit als Lehrer. Jennifer Theys und Simon Winter wollen eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen. Simon gefällt aber auch die Firma Grob. Und bei Vivien Ballast scheint schon alles geklärt. Sie will die Arztpraxis ihres Vaters übernehmen. „Ich bin die Einzige, die Blut sehen kann“.

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