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Gesundheit

26.06.2019

Dank Kneipp in der Hitze kühlen Kopf bewahren

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3 Bilder
Schon zehn bis 30 Sekunden im Armbad reichen, um deutlich abzukühlen. Als Alternative zum speziellen Becken empfiehlt der Experte einen Blumenkasten.
Bild: Max Kramer

Das Unterallgäu schwitzt. Wir haben bei Kneipp-Experten nachgefragt, wie man sich gegen die Hitzewelle stemmen kann – und wo man dabei vorsichtig sein muss.

Die erste große Hitzewelle des Sommers rollt über das Unterallgäu. Egal, ob daheim oder am Arbeitsplatz: Alle sehnen sich nach Abkühlung – am besten einfach, günstig und schnell. Wer könnte da besser Auskunft geben als echte Kneipp-Profis? In Bad Wörishofen sitzt Uwe Steinacher im wahrsten Sinne des Wortes an der Quelle. Wir haben uns mit dem Fachlehrer der Sebastian-Kneipp-Schule unterhalten.

Einfache Kneipp-Anwendungen

Die ideale Wassertemperatur für alle Anwendungen liegt bei etwa 18 Grad. „Möglichst kaltes Wasser aus dem Wasserhahn reicht aber vollkommen aus“, sagt Steinacher. Zufügen müsse man dem Wasser weder Eiswürfel noch Aromen wie Eukalyptus oder Pfefferminz. „Wirkungsvoller ist es, frisches Wasser zu verwenden.“

Anregendes Kneipp-Armbad

Der Experte empfiehlt, beide Unterarme circa zehn bis 30 Sekunden bis etwa zur Hälfte der Oberarme in das kalte Wasser zu legen. „Die Kühlung der Arme wirkt anregend, ohne aufzuregen“, sagt Steinacher. Wichtig sei, dass bei der Anwendung kein Kälteschmerz entstehe. „Bevor es wehtut, sollte man unbedingt aufhören. Besser ist es, das Armbad mehrmals am Tag wiederholen.“ Ein spezielles Becken kostet rund 20 Euro – als Alternative empfiehlt der Experte einen Blumenkasten. „Der kostet keine fünf Euro und erfüllt seinen Zweck.“

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Beruhigendes Kneipp-Fußbad

„An den Füßen wirkt die Kälte eher beruhigend“, sagt Steinacher. Sonst gelte hier wie bei den anderen Anwendungen: Je größer der Kältereiz, desto erfrischender die Wirkung. Ein kleiner Vorteil des Fußbads: Man kann gerade auch am Arbeitsplatz in der Regel problemlos sitzen und arbeiten, während die Füße im kalten Wasser baumeln. Anstatt eines rund 30 Euro teuren Beckens empfiehlt Steinacher einen schlichten Eimer. „Wichtig ist, dass er hoch genug ist, damit das Wasser in etwa bis zum oberen Drittel des Unterschenkels reicht“, so der Experte. „Wem es dann aber zu kalt wird, kann die Höhe einfach anpassen.“

Nasses Tuch gegen die Hitze

"Geschirrtuch unter das kalte Wasser halten, einmal durchwaschen, ab an den Körper – fertig“, beschreibt Steinacher die schlichte Anwendung. Er rät dazu, dabei besonders auch das Gesicht zu waschen: „Dort sind wir besonders empfindlich.“ Der Experte schränkt jedoch ein: „Beim Arm- oder Fußbad ist die Verweildauer wesentlich höher. Mit dem Tuch habe ich nur eine ganz dünne Wasserschicht, die durch die warme Haut wieder relativ schnell erwärmt wird.“ Der kühlende Effekt werde so schneller wieder neutralisiert.

Dusche gegen Schweißausbrüche

Wer hitzebedingte Schweißausbrüche und eine Dusche in der Nähe hat, sollte auf sie zurückgreifen, sagt Steinacher. Dabei reiche es, Füße oder Arme umfassend mit dem kalten Wasser abzugießen. „In der Dusche wird der Haut viel Wärme entzogen, weil das Wasser herunterläuft und ständig kalt nachkommt.“ Dies funktioniere bei den Anwendungen in kleinen Plastikbecken weniger gut.

Händewaschen nach Kneipp-Art

Laut Steinacher die beste Methode, wenn es einmal schnell gehen muss. „Beide Unterarme abwechselnd unter dem Wasserhahn abbrausen – schon hat man ein angenehmes Frischegefühl, das immerhin für 15, 20 Minuten anhält.“

Risiken bei Kneipp-Anwendungen in der Hitze

„Grundsätzlich kann ich die Anwendungen so oft durchführen, wie es mir guttut“, sagt Steinacher. Trotzdem müsse man bei sehr hohen Außentemperaturen aufpassen. „Wenn ich total am Schwitzen bin und dann schnell in eiskaltes Wasser gehe, kann es sein, dass der Kreislauf verrückt spielt.“ Es sei deshalb zu empfehlen, sich langsam vorzutasten, also erst einen Fuß ins Becken zu stellen und nach kurzer Pause den anderen. Auf keinen Fall solle man eine der Anwendungen machen, wenn man sich krank fühle. „Als gesunder Mensch gibt es aber eigentlich kein Problem.“

Die Kerntemperatur des Körpers wird durch die Anwendungen nicht verändert – nichtsdestotrotz warnt Steinacher: „Die Dosis macht das Gift. Abkühlen, Frischegefühl spüren, dann ist es gut. Lieber wiederhole ich die jeweilige Anwendung.“ Eine weitere Methode, um Risiken vorzubeugen: morgens kalt duschen. „Ich starte deutlich besser in den Tag, wenn ich in der Früh nach der normalen Dusche eine Kaltanwendung durchführe.“ Auch daran müsse man sich aber gewöhnen. Es sei deshalb zu empfehlen, zunächst einzelne Körperpartien kalt abzuduschen.

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