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Mindelheim

06.11.2019

Das große Baumsterben in Mindelheim

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2 Bilder
Rund zehn Bäume sind an der Grundschule in Mindelheim gefällt worden.
Bild: Stoll

Plus Noch nie sind in einem Jahr so viele Bäume im Mindelheimer Stadtgebiet verendet. Es bleibt nur das Fällen. Doch damit will man sich nicht abfinden.

Die Liste der 55 Opfer liest sich wie eine Schreckensbilanz nach einer mörderischen Schlacht. Tot, tot, tot – 29 Mal steht das Wörtchen auf der Liste, die Stadtgärtner Martin Honner dem Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschuss vorgelegt hat. Insgesamt 55 Opfer sind zu beklagen. Die Rede ist von Bäumen im Mindelheimer Straßenraum, die nicht mehr zu retten sind und deshalb gefällt werden oder bereits der Motorsäge zum Opfer gefallen sind.

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Noch nie in den vergangenen Jahrzehnten ist es den Bäumen in Mindelheim so schlecht ergangen wie in den vergangenen zwei Jahren. 2018 war es vor allem die lang anhaltende Trockenheit, die viele Bäume nicht verkraftet haben. Der Grundwasserspiegel ist laut Stadtverwaltung auf einen Tiefstand gefallen. Die Trockenheit hat auch Krankheiten befördert, die die Bäume wiederum geschwächt haben. Die Esche zum Beispiel leidet unter dem Eschentriebsterben, die Kastanie unter der Miniermotte. Betroffen sind aber auch Birken, die von einem Pilz befallen sind. Auch Kirschen, Weiden, Vogelbeeren, Ahorn, Kastanien, Linden, Baumhasel, Apfeldorn, Säuleneiche, Kugel-Ahorn und Fichten mussten oder müssen noch im Laufe dieses Herbstes gefällt werden.

Eschen in Mindelheim waren bereits vorbelastet

Unter den Baumopfern sind auch einige große alte Eschen in der Luxenhofer Straße. Sie waren durch das Triebsterben schon vorbelastet, erläuterte Stadtgärtner Honner. In einem Fall war es nicht die Trockenheit, sondern die Hitze, die einem Baum das Ende bereitete. Die Säuleneiche stand zu nah an der Firma Weikmann, die im Juli abgebrannt war. (Hier erfahren Sie mehr über den Brand: Brand: Mindelheims Kampf gegen das Flammen-Inferno )

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Weitere Orte mit Lücken im Baumbestand sind: Schwesterngarten, Kläranlage, Gabelsberger Straße, Brunnemairstraße, Bahnhof, Grundschule Pausenhof, Grundschule Umgebung, Schulweg, Reichenwaller Straße, Hermelestraße, Allgäuer Straße, Marienplatz, Maximilianstraße, Freibad, Georgenstraße, Tiergarten, Zollstraße. Chemnitzer Straße, Mattsieser Straße, Bürgermeister-Krach-Straße, Am Anger, Westernacher Tor, Landsberger Straße, Hoher Weg und Zeppelinstraße.

Nicht nur die Trockenheit ist am großen Baumsterben schuld

Der Stadtgärtner mochte aber nicht allein die Trockenheit für das großflächige Bäumesterben verantwortlich machen. So mancher Baum hat schlicht zu wenig Platz zugestanden bekommen. Das ist zum Beispiel an der Brennerstraße an der Grundschule der Fall, wo zehn Bäume gefällt wurden. Um sie herum ist zu eng gepflastert worden. Das Laub ist vertrocknet. Hinzu kommt ein intensiver Winterdienst an der Bushaltestelle mit viel Salz, den die Bäume nicht vertragen. Auch an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet sind laut Honner die Standorte nicht ideal.

Um die Bäume an der Grundschule wurde zu eng gepflastert.

Alle abgestorbenen Bäume sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden. Bürgermeister Stephan Winter sagte, die Stadt wolle darauf achten, dass solche Baumarten gewählt werden, die auch eine gute Perspektive haben. An der Brennerstraße sollen die Bäume in die angrenzende Wiese gepflanzt werden. Dann hätten sie auch die Chance, hundert Jahre alt zu werden, sagte der Stadtgärtner. Das sei sein Anliegen: Nicht unbedingt mehr Bäume zu pflanzen, sondern solche Standorte zu wählen, wo es den Bäumen auch gut geht.

Grünen-Politiker Josef Doll forderte ein Konzept für mehr gesunde Bäume in Mindelheim

In dieses Horn stieß auch Josef Doll von den Grünen. Zunächst lobte er die Verwaltung dafür, dass die Stadträte rechtzeitig informiert worden seien, auch wenn ein Teil der Bäume wie an der Grundschule längst gefällt war. Er forderte ein Konzept für mehr gesunde Bäume in der Stadt. Helfen würde bewässern, sagte der Bürgermeister. In der Ahornallee sei das praktiziert worden. Das könne die Stadt aber nicht überall leisten.

Unser Autor findet: Die Bäume gehen alle etwas an. Hier kommen Sie zu seinem Kommentar: Sich für Bäume engagieren

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