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Mindelheim und der DFB

22.04.2015

Der WM-Pokal zum Greifen nahe

Kempten - in der Innenstadt wird nach dem 4:1 Sieg der deutschen Fußball Nationalmannschaft über England kräftig gefeiert - Sommermärchen II
Bild: Ralf Lienert

Die Trophäe von Rio könnte im Sommer nach Mindelheim kommen. Es gibt ernsthafte Anzeichen

Der Deutsche Fußballbund DFB würde sich natürlich nie vorzeitig in die Karten schauen lassen. Die Entscheidung, wer unter den 63 glücklichen Amateurvereinen sein wird, die den echten WM-Pokal von Rio de Janeiro heuer im Sommer für ein paar Tage bei der „Ehrenrunde“ leihweise überlassen bekommen, fällt schließlich erst in der kommenden Woche in Frankfurt am Main. Aber es gibt Anzeichen, dass die Mindelheimer Bewerbung offenbar gute Chancen hat.

Mehr als 800 Bewerbungen sind beim DFB eingegangen – darunter jede Menge pfiffiger Ideen, die alle per Video dokumentiert wurden. Am 26. Mai geht der WM-Pokal auf seine Ehrenrunde durch Deutschland. Acht Orte kommen in Bayern in Genuss. Beworben hat sich auch der TSV Mindelheim mit einem Video, das beim DFB offenbar besonders gut ankam. Dafür gibt es deutliche Indizien.

Der DFB hat eine zweieinhalb Minuten lange Zusammenfassung der Bewerbungsvideos ins Netz gestellt. Da sind zum Beispiel in Schwarz-Weiß Szenen aus dem WM-Jahr 1954 nachgespielt, als Rahn das entscheidende Tor erzielte. Da ist ein gewisser Paul Breitner mit wallender Perücke zu sehen, der einen Elfmeter versenkt. Und da ist natürlich auch das Siegtor von Rio zu sehen, das ein Double von Mario Götze nachspielt. Mindelheims Video, das Monika Haugg produziert hat, kommt in dem Zusammenschnitt gleich an drei Stellen vor. Mal sind es kleine Kinder, die eine perfekte La-Ola-Welle hinlegen. Dann ist der Türkheimer Friseur Franz Haugg zu sehen, wie er den Pokal mit roter Farbe in eine Frisur sprayt und mit goldenen Sternchen umgibt. Und nicht zuletzt endet das Video mit Hunderten von Maristenschülern, die neben der Schule den WM-Pokal nachgeformt haben und lautstark rufen: „Wir wollen den Pokal, wir wollen den Pokal!“

Besondere Hoffnung macht den Mindelheimern aber nicht nur das pfiffige Video selbst. Die Bewerbung ist ja zugleich ein Integrationsprojekt, das beim DFB auf offene Ohren stoßen dürfte, wie die Macher hoffen. Anfang des Jahres hat sich in Mindelheims größtem Verein eine neue Abteilung gegründet. Es ist ein Integrationsprojekt, das ein paar Spieler beziehungsweise ehemalige Spieler des TSV Mindelheim ins Leben gerufen haben.

Die „Mindelkicker“ organisieren jede Woche für Flüchtlinge ein Fußballtraining. Jeden Montag kicken die Flüchtlinge um 19 Uhr im Freien.

Für dieses Training sammeln die Mindelkicker aktuell noch Trainingsbekleidung für die Flüchtlinge wie Schuhe, Jacken, Trikots und Hosen. Spenden nimmt die Aral-Tankstelle in der Nebelhornstraße entgegen.

Sollten die Mindelheimer mit ihrer Bewerbung erfolgreich sein, wird es ein Integrationsturnier geben, das der TSV ausrichtet. Acht Vereine aus der Umgebung haben bereits zugesagt. Jedes Team würde aus Vereinsspielern und Flüchtlingen bestehen. (jsto)

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