Newsticker

Mit Ausnahme der Kanaren: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Spanien
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Die Bahnschranke ist Geschichte

Straßenbau

22.12.2012

Die Bahnschranke ist Geschichte

Das Auto des Landrats durfte als erstes durchfahren.
2 Bilder
Das Auto des Landrats durfte als erstes durchfahren.

Seit gestern rollt der Autoverkehr unter den Bahnlinien an der Bad Wörishofer Straße in Mindelheim hindurch

Mindelheim Ein rotes Band wird feierlich mit einer Schere durchtrennt, und alle freuen sich über die Freigabe einer neuen Straße. So läuft das üblicherweise ab. Gestern war etwas fundamental anders. Weil die weihnachtliche Bescherung kurz bevorsteht, haben sich der Chef der Tiefbauabteilung am Landratsamt, Walter Pleiner, und seine Mitarbeiter gedacht: Bringen wir statt Schere und Band doch eine überdimensionale Geschenkschleife mit – schließlich ist die Fertigstellung der Bahnüberführung an der Bad Wörishofer Straße das schönste Geschenk für die Mindelheimer zu Weihnachten.

Noch sind die Bilder von der täglichen Nervenprobe nicht vergessen: Für jeden durchfahrenden Zug musste die Haupteinfahrtsstraße per Schranke gesperrt werden. Für die Anwohner bedeutete das jedes Mal Lärm und Abgase, weil so mancher Autofahrer den Motor laufen ließ.

Landrat Hans-Joachim Weirather gehörte selbst zu jenen, die während der 15-monatigen Bauzeit täglich einen Umweg ins Landratsamt in Kauf nehmen musste. Er gab gestern gut gelaunt sogar zu, dass er an den zurückliegenden Tagen der Versuchung wiederholt nicht habe widerstehen können, verbotenerweise durch die Röhre zu fahren. Er war nicht der Einzige.

Die Bahnschranke ist Geschichte

Mit den Bauarbeiten für die 350 Meter lange Strecke war am 15. September 2011 begonnen worden. Der Kreischef unterstrich die hohe Kompetenz, mit der die Baufirmen Assener und Kutter zu Werke gegangen waren. Dabei brach er eine Lanze für das Bauhauptgewerbe, das hierzulande nicht die Anerkennung erfahre, die es verdiene.

1000 Lkw-Ladungen fuhren 12000 Kubikmeter Erde weg

Es sei eben keine Selbstverständlichkeit, einen so komplexen Bau wie diese Bahnunterführung zu planen und im Kostenrahmen von 4,5 Millionen Euro zu bauen. 12 000 Kubikmeter Erde wurden ausgehoben und abtransportiert. Das entspricht 1000 Lkw-Ladungen. Außerdem wurden 240 Kubikmeter Beton und 36 Tonnen Baustahl verarbeitet. In einer Nachtaktion Anfang Juli war die 1500 Tonnen schwere Bahnbrücke eingeschoben worden.

Das Projekt haben sich die Partner Landkreis, Stadt Mindelheim und Bahn AG geteilt. Wie der Landrat betonte auch Bürgermeister Stephan Winter die gute Zusammenarbeit. Für die Stadt sei dies das schönste Weihnachtsgeschenk. Die Unterführung ist jetzt sogar für Lastwagen nutzbar. Über die Bad Wörishofer Straße werden besonders viele Rettungseinsätze abgewickelt. Die Wache des Roten Kreuzes, das Klinikum und die Feuerwehr liegen in der Nähe.

Lob kam auch von Peter Groll, der für die Firmen Kutter und Assner sprach, die sich den Auftrag geteilt hatten. Der Leiter der DB Netz, Planung und Steuerung aus Augsburg, Thomas Schäfer, unterstrich den Gewinn an Sicherheit. Kein beschrankter Bahnübergang sei je so sicher wie eine Unterführung.

Die Freude über die Verkehrsfreigabe ist allgemein groß. Indiz dafür ist etwa der große Zuspruch, den die Nachricht auf der Facebook-Seite der Mindelheimer Zeitung gefunden hat. Die Autofahrer müssen sich im kommenden Frühjahr allerdings noch einmal auf eine Sperrung einstellen. Der Rad- und Gehweg sowie Randbereiche und Böschungen müssen dann noch fertig gestellt werden. Auch muss noch bepflanzt werden. Außerdem wird die Stadt Mindelheim den Mischwasserkanal in der Bad Wörishofer Straße vom Kreisverkehr bis zur Einmündung Sonnengässchen erneuern. Der Landkreis asphaltiert dann die Straße von der Krankenhausstraße bis zum Kreisverkehr.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren