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MZ-Serie Kunstpause

19.10.2020

Durch Corona kam bei Lucia Maier Neues in Bewegung

Die Mindelheimer Künstlerin Lucia Maier hat ihre Bilder von Sportwagen zuletzt im Februar auf der Retro-Classic-Messe in Stuttgart ausgestellt. Danach wurden viele Ausstellungen abgesagt. Doch der Termin für die Einzelausstellung „Power & Flower“ vom 6. bis zum 15. November im Kleinen Schloss in Türkheim steht noch.
Bild: Tina Schlegel

Plus Warum die Mindelheimer Künstlerin Lucia Maier glaubt, dass die Krise notwendig war, und warum sie trotzdem hofft, bald von der Zeit „nach Corona“ sprechen zu können.

Die Corona-Krise ist noch längst nicht überwunden, auch wenn es bereits Funken der Hoffnung gibt. Für Kunst und Kultur bedeutet sie nach wie vor hauptsächlich Stillstand. Ein Gespräch mit der Mindelheimer Künstlerin Lucia Maier über die Chancen in der Krise und neue Wege für die Zukunft.

Wie haben Sie die Krise erlebt?

Lucia Maier: Wir durften eine familienintensive und geschenkte Zeit verbringen. Und es schärfte in dieser Zeit die Wahrnehmung auf die Selbstverständlichkeit der Freiheit.

Was bedeutet die Krise in Ihren Augen?

Lucia Maier: Die Coronakrise kann man als einen neuen Zeitabschnitt sehen. Es gab „vor Corona“, „während Corona“ und jetzt hoffen wir doch alle, bald von einem „nach Corona“ sprechen zu können. Derzeit aber müssen wir mit Corona leben. Ich glaube, es bedurfte dieser Krise, um auf Missstände in der Lebensmittelbranche, Entlohnung in Pflegeberufen etc. aufmerksam gemacht zu werden.

Das ist in der Tat eine bittere Realität. Haben Sie dennoch gemalt in der Zeit oder gab es eine Zeit des Stillstands?

Lucia Maier: Mein letzter Auftritt mit Bildern von Sportwagen fand auf der Retro-Classic-Messe in Stuttgart Ende Februar statt. Dann war plötzlich Stillstand. Ausstellungen, die für die Monate April, Mai und Juni angesetzt waren, wurden erst einmal auf Mitte/Ende des Jahres verschoben, bald sogar ganz abgesagt. Es hat eine Weile gedauert bis ich mich arrangiert hatte mit dem Zustand. Mitte Juli machte ich schließlich aus der Not eine Tugend. Ich organisierte eine Bild- und Videoinstallation. Die Firma Hapfo in Mindelheim, die sich in dieser Zeit noch in der Rohbauphase befand, bot sich als perfekte Großleinwand. Derzeit wird an den Aufnahmen geschnitten, dann werden sie auf meine Homepage bzw. auf Instagram gestellt.

Mit ihren Bildern weist die Mindelheimer Künstlerin Lucia Maier auch auf die coronabedingt schwierige Lage in der Gastronomie hin

Sie haben schon mehrfach aktuelle Themen aufgegriffen, ich erinnere mich an das Bild für die letzte Mitgliederausstellung. Wird es auch ein Bild über die Corona-Krise geben?

Lucia Maier: Es sind natürlich einige neue Bilder entstanden. Ein Bild mit leeren Stühlen etwa, um auf die schwierige Lage in der Gastronomie hinzuweisen. Aber auch florale Bilder und nach wie vor neue Autobilder. Aktuell arbeite ich an abstrakten Bildern.

Vermutlich begleitet uns das Thema ja auch noch eine Weile, auch die Aufarbeitung wird uns sicher noch lange beschäftigen. Wie sieht es denn mit Ihrer anderen Leidenschaft, dem Singen aus? Chorproben und Konzertplanungen gingen ja lange nicht. Wie geht man damit um?

Lucia Maier: Sowohl der Kammerchor Vocal Total, als auch wir Konsonanten nahmen erst seit der 3. Septemberwoche mit den entsprechenden Auflagen und in großzügigeren Räumen die Proben wieder auf. Allerdings noch ohne Aussicht auf Konzerte. Persönlich sehe ich die Wiederaufnahme der Vereinsarbeit, egal welcher Art, etwas verhalten und kritisch. In der Phase dieser Zwangspause zeigte sich zwar, wie wichtig der gesellschaftliche Zusammenhalt und das Zwischenmenschliche sind, jedoch besteht die Gefahr, dass sich nun Mitglieder andere Prioritäten setzen und so aus dem Vereinsleben austreten.

Eine digitale Ausstellung wie die Kunstnacht in Landsberg ist für Lucia Maier eine neue Erfahrung

Gibt es aktuell Planungen?

Lucia Maier: Die Kunstnacht in Landsberg läuft seit dem 15. September digital. Etwas ungewohnt, aber dennoch, vieles Neues kommt in Bewegung. Es gibt einen großen Schub für die Digitalisierung. Was bisher noch steht, ist die Einzelausstellung im Kleinen Schloss in Türkheim vom 6. bis 15. November unter dem Titel Power & Flower.

Denken Sie, die Menschen lernen aus den Erfahrungen dieser Krise?

Lucia Maier: Erstaunlich und fast schon beeindruckend finde ich, wie schnell wir uns neuen Herausforderungen stellen und wie viele doch zu Veränderungen bereit waren. Das wünsche ich mir in vielen anderen Bereichen auch, ob Klimaschutz oder erneuerbare Energien. Und wie heißt es in einem Sprichwort: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Einen wunderschönen und inspirierenden Einblick in ihr Schaffen bietet die Homepage der Künstlerin www.acryl-attack.de.

Hier geht es zu weiteren Folgen der Serie "Kunstpause":

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