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Goldene Hochzeit

21.05.2019

Ein neues Zuhause an der Wertach gefunden

Zur Goldenen Hochzeit im neuen Heim in Türkheim wurden dem Ehepaar Weidmann die Glückwünsche der Gemeinde überbracht. Außerdem gratulierten der Oma und dem Opa bzw. den Schwiegereltern (von links): die zwei Enkel Nils und Jonas und Schwiegertochter Ilka Weidmann. Daneben die Jubilare Konrad und Rosa Weidmann und Türkheims zweiter Bürgermeister Walter Fritsch.

Rosa und Konrad Weidmann genießen ihren Ruhestand in der Wahlheimat Türkheim

Rosa und Konrad Weidmann sind Neubürger in Türkheim. Sie kommen aus Franken und zogen erst im April vorigen Jahres hierher. Nahe der Wertach haben sie sich ein eigenes Haus gebaut, an dem es auch ein Jahr später noch viel zu tun gibt. Hier konnten sie jetzt ihre Goldene Hochzeit feiern, nachdem sie erst im Wohnwagen neben dem neuen Haus campieren mussten und dann gerade noch rechtzeitig vor dem vergangenen Winter einziehen konnten.

Sie fühlen sich wohl in der neuen Heimat. „Man kann hier so schön wandern und Rad fahren, das gefällt mir“, lobt Rosa Weidmann ihre Umgebung. „Beim Gassigehen mit dem Hund trifft man Nachbarn, man kommt ins Gespräch“, sagt ihr Mann.

Sie sind noch junge „Goldene Hochzeiter“ – er 71, sie 70. Sie kamen aus Nürnberg hierher, um nahe beim Sohn und seiner Familie zu sein. Das war dann auch der Grund, den Ruhestand dann hier an der Wertach zu genießen: Die Schwiegertochter führt einen Blumenladen im Ort, drei Enkelsöhne sind da, und alle sind natürlich beim festlichen Kaffeetrinken am Ehrentag von Oma und Opa dabei. Der Sohn ist am Tag der Goldenen Hochzeit zwar noch geschäftlich unterwegs, hat aber schon angerufen.

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Wie sie sich damals vor mehr als 50 Jahren kennengelernt haben? „So wie´s halt früher war: im Tanzlokal. Im „Edelweiß“ in Nürnberg.“ Das wissen sie noch in allen Einzelheiten. Und auch an ihren Hochzeitstag am 16. Mai 1969 in Schwabach erinnern sie sich genau. An dem Tag gab es nämlich einen Nato-Alarm, und das betraf auch Konrad Weidmann, indirekt.

Er ist gelernter Werkzeugmacher und diente zur Zeit seiner Hochzeit bei der Bundeswehr, insgesamt acht Jahre. Rosa Weidmann hat eine Ausbildung als Hotelfachfrau. Die erste gemeinsame Wohnung bezogen sie dann am Bundeswehrstandort Hammelburg, dort kam ihr Sohn zur Welt.

Später konnte das Ehepaar Weidmann dann aber viele Jahre beruflich und privat zusammen verbringen. Eine eigene Fischzucht mit drei Hektar Land bei Ansbach haben sie gemeinsam geführt. Mit allem, was dazu gehört, mit der Verarbeitung der Fische, mit dem Verkauf. Verkauf auf Märkten und eine Zeit lang auch im eigenen Fisch-Geschäft. Doch nach 40 Jahren, in denen sie immer anwesend, immer aktiv sein mussten, ohne Urlaub, war es zu mühsam geworden: „Jetzt muss in unserem Alter auch mal a Ruh’ sein.“

Es gab keine Perspektive für eine Geschäftsübernahme innerhalb der Familie. Die Enkel fanden die Fischteiche zwar toll, waren aber noch zu jung. Und sie kannten Oma und Opa und die Fische nur von den Ferien. „Es hat wehgetan, sich von seinem Lebenswerk zu verabschieden“, sagt Rosa Weidmann. Die Harmonie zwischen den beiden ist zu spüren. Haben sie ein Rezept für das Gelingen einer glücklichen Ehe? „Auch wir mussten Kompromisse schließen und verzeihen“, sagt Rosa Weidmann, „aber das lange Zusammensein verbindet.“

Jetzt können sie sich einfach mal hinsetzen. Und brauchen nicht mehr an den Kormoranen zu verzweifeln, wenn „die uns wieder mal in einer Nacht ein ganzes Becken leergefischt haben.“

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