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18.03.2019

Gerüstet für die nächste Sturzflut

Tussenhausen will sich besser schützen

Es war ein Unwetter, das Spuren hinterließ: Bis zu 30 Zentimeter hoch stand das Wasser am 13. September 2018 auf Zaisertshofens Straßen und sorgte auf seinem Weg fast überall im Ort für Verwüstungen. Drei Haushalte traf es besonders schwer, dort entstand ein Schaden von mehreren zehntausend Euro.

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Um künftig besser für solche extremen Wetterlagen gerüstet zu sein, hat der Marktgemeinderat Tussenhausen jetzt beschlossen, unverbindlich ein Förderprogramm des Freistaats zu prüfen. In dessen Rahmen soll zunächst ein Ingenieurbüro Vorschläge unterbreiten, wie in allen Ortsteilen der Marktgemeinde vorbeugende Maßnahmen getroffen werden können – dazu könnte etwa gehören, bestehende Gräben zu vertiefen oder neue zu ziehen, um die Wasserlast besser zu verteilen. In Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten werden dann konkrete Maßnahmen ergriffen.

Der Freistaat Bayern übernimmt in diesem noch relativen jungen Programm bis zu 75 Prozent der anfallenden Kosten. Tussenhausen wäre eine der ersten Gemeinden in Schwaben, die das sogenannte „Sturzflut-Risikomanagement“ in Anspruch nehmen würde. Erfahrungswerte gibt es entsprechend nur wenige.

Gerüstet für die nächste Sturzflut

Otting im Landkreis Donau-Ries ist eine der Gemeinden, in denen das Konzept bereits umgesetzt wurde. Die Reaktionen dort fielen äußerst positiv aus, erklärte Tussenhausens Bürgermeister Johannes Ruf. „Auch wir müssen auf jeden Fall handeln. Die Leute erwarten, dass wir sie schützen und nicht einfach darauf warten, bis das nächste Mal so etwas passiert.“ Trotzdem gab es auch Kritik an dem Vorhaben. Martkgemeinderat Karl Riegg etwa merkte an, man solle in der Angelegenheit nichts überstürzen: „Wir müssen erst einmal selbst aktiv werden und die bestehenden Gräben und Abläufe freihalten. Das sind Kleinigkeiten, die mehr helfen könnten.“ Außerdem sei es beim Thema Hochwasserschutz notwendig, die Leute aus den Ortsteilen zu involvieren: „Dazu braucht man uns, da hilft kein Ingenieur.“ Bernd Linke ergänzte: „Da fallen Kosten an, noch bevor ein Spaten umgedreht wurde.“

Bürgermeister Ruf erklärte, noch könne man die Kosten nicht abschätzen. Ohnehin gehe es in den ersten Schritten zunächst einmal nur um eine Bestandsaufnahme. „Wir gehen dabei kein Risiko ein – wenn es nicht passt, müssen wir es auch nicht machen.“ Dennoch gebe es einige hausgemachte Probleme, die man so bald wie möglich anpacken wolle. (kmax)

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