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Wohnbau

15.07.2019

Große Erwartungen an Ettringens „Soziale Mitte“

Die neue „Soziale Mitte“ in Ettringen ist im Bau. Das Projekt für Mehrgenerationenwohnen mitten in der Gemeinde steht kurz vor der Inbetriebnahme – und löste größtes Interesse an der Bürgerversammlung aus.
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Die neue „Soziale Mitte“ in Ettringen ist im Bau. Das Projekt für Mehrgenerationenwohnen mitten in der Gemeinde steht kurz vor der Inbetriebnahme – und löste größtes Interesse an der Bürgerversammlung aus.
Bild: Regine Pätz

Enormes Interesse bei der Bürgerversammlung in Ettringen. Die höchste Aufmerksamkeit gilt einem Wohnprojekt im Herzen der Gemeinde.

Auch noch einige Minuten nach Eröffnung der Ettringer Bürgerversammlung durch Bürgermeister Robert Sturm strömten Besucher in den Saal des Café Kellerberg. Da unter den anwesenden Gästen neben Nicole Dübbel vom Pflegedomizil Dübbel auch Florian Schuster von der Wohnbaugenossenschaft zu sichten war, ließ sich der Grund für das übergroße Interesse der Bürger schnell erahnen: Ettringens „Soziale Mitte“, das Mehrgenerationenprojekt inmitten der Gemeinde, steht kurz vor der Inbetriebnahme. So zeigten sich viele Bürger an diesem Abend in gespannter Erwartung, wie sich das Wohnprojekt inklusive Tagespflege im Ort etablieren wird.

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Für dieses Leuchtturmprojekt habe man den geplanten Rathausstandort inmitten des Dorfes gerne aufgegeben, erklärte Bürgermeister Robert Sturm. Denn genau dort wollte man die „Soziale Mitte“ haben. Dankbar zeigte sich der Bürgermeister auch den Gemeinderatsmitgliedern gegenüber, die stringent an der Verwirklichung gearbeitet hätten, dabei geblieben wären und an die Sache geglaubt hätten.

Dass er sich eine Belebung dieser „neuen Mitte“ wünsche, daraus machte der Geschäftsführer der Wohnbaugenossenschaft Mindelheim (WBG), Florian Schuster, anschließend keinen Hehl. Alle Wohnungen seien verkauft, erklärte er, auch die Bewohnerzusammensetzung sehe er als gelungen an.

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Der Tag für eine Besichtigung steht jetzt fest

Schuster, der mit der WBG schon etliche Projekte dieser Art im Unterallgäu ins Leben gerufen habe, könne darin durchaus einen nachahmenswerten Trend erkennen, gerade Gebäuden großer Kubatur – etwa alte Höfe oder stillgelegte Betriebe – neuen Nutzen abzuringen. Hier könne man zudem mit Hilfe durch den Landkreis rechnen, erklärte Schuster, und erinnerte dabei an diverse Förderprogramme, die sich der Belebung von Dorfkernen oder Dorfrändern widmen. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür am Samstag, 28. September, könnten die Ettringer die „Soziale Mitte“ besichtigen und Einblick sowohl in die Tagespflege als auch in diverse Wohnungen bekommen, kündigte er an.

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Großes Interesse an Sozialer Mitte

Dass sich die „Soziale Mitte“ wirklich gelungen in den Ortskern einfüge, stellte in der anschließenden Bürgerfragerunde Viktor Polanski fest. Wo aber nun diese „schöne Dorfmitte“ überhaupt beginne, das wolle sich ihm nicht erschließen, sagte er. Denn eben dort, inmitten des Ortes, befinde sich gut sichtbar auf einem anliegenden Grundstück ein dreckiger Haufen. „So einen Saustall gibt es nur in Ettringen!“, konstatierte er und hängte die Frage an, was die Gemeinde dagegen unternehmen werde. Es gebe laut Baurecht Dinge, die im Ortskernbereich möglich sind, erklärte dazu Bürgermeister Robert Sturm. Dazu zählten Nutzungsmöglichkeiten im Bereich Wohnen, Arbeiten oder etwa durch Landwirtschaft. Es sei seine „Auffassung von Freiheit“, sagte Sturm, diesen Gestaltungsspielraum den Bürgern zu überlassen. Das gefalle dem einen, dem anderen dann eben nicht. Dennoch werde seitens der Gemeinde eingeschritten, sollte Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestehen.

Über einen „sehr dürftigen“ Internetauftritt der Gemeinde Ettringen wunderte sich im Anschluss Hermann Martin. Zudem vermisse er darin das angekündigte Gewerbeverzeichnis, dazu einen aussagekräftigen Veranstaltungskalender. Die Verwaltung wisse um diesen Umstand, erklärte Robert Sturm. Der Auftrag für eine Neugestaltung der ortseigenen Website sei vergeben, nun könne er nur um Geduld bitten, bis diese freigeschaltet sein werde.

Alkohol und Drogen im Verkehr sind ein großes Problem

Überwiegend gute Nachrichten hatte Thomas Maier, der Leiter der Polizeiinspektion Bad Wörishofen. Er warf einen Blick auf die Kriminalitätsstatistik der Wertachgemeinde. So sei zum „großen Thema“ Wohnungseinbrüche viel Präventives unternommen worden, erklärte er, was denn auch zu guten Ergebnissen und rückläufigen Zahlen geführt habe.

In diesem Zusammenhang äußerte Maier die Bitte an die Bürger, Augen und Ohren immer offen zu halten, wenn sich Dubioses oder Eigenartiges ereigne. „Wir sind auf Hinweise angewiesen“, sagte er.

Ebenfalls zurückgegangen sei die Zahl der Verkehrsunfälle, allerdings gelte das nur für die leichteren. Als „bitter und völlig unsinnig“ bezeichnete Maier dagegen den tödlichen Unfall zwischen Ettringen und Lamerdingen, der im vergangenen Jahr einen 19-Jährigen das Leben gekostet hatte.

Eindringlich appellierte Maier an die Bürger, gerade junge Fahranfänger für die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer zu sensibilisieren.

Gerade Rauschgift spiele eine gehörige Rolle in der Verkehrs- aber auch der Kriminalstatistik der Gemeinde, was auch für viele andere Kommunen im Unterallgäu gelte. „Fast kein Jugendlicher ohne Berührung mit Drogen, landauf und landab“, sagte Maier ernst.

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