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Bad Wörishofen lockt mit Kulinarik

22.04.2015

Händler geben mit „Neuer Meile“ richtig Gas

Fernsehkoch Mike Süsser soll das Zugpferd der Meile werden.
Bild: Häusler

Fernsehkoch Mike Süsser als Zugpferd. Pläne lösen im Stadtrat eine Debatte um verkaufsoffene Sonntage aus

Der Verein „Aktive Einzelhändler“ Bad Wörishofen startet jetzt richtig durch. Gemeinsam mit dem Türkheimer Unternehmer Robert Ackermann lassen sie die einstigen kulinarischen Meilen in neuem Gewand aufleben. Die „Neue Meile“, wie der Publikumsmagnet nun heißt, wird am 16. und 17. Mai Premiere feiern. Dabei wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: Mit Mike Süsser aus Österreich kommt ein Fernsehkoch als Zugpferd. Süsser wurde mit dem Format „Die Kochprofis – Einsatz am Herd“ bekannt. Außerdem will man einen Weltmeister im Cocktailmixen aufbieten. Am 12. und 13. September gibt es eine weitere Auflage.

Der Stadtrat hat am Montagabend den Weg frei gemacht, indem er die gewünschten verkaufsoffenen Sonntage genehmigt hat. Heuer wird es vier davon geben, obwohl einst eine Obergrenze von drei Terminen vereinbart wurde. Das stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Die evangelische Erlösergemeine etwa hat eine kritische Stellungnahme verfasst. Verkaufsoffene Sonntage seien abzulehnen, schreibt Pfarrerin Susanne Ohr. Sie verstießen gegen as dritte Gebot. Den gesetzlichen Rahmen könne man daher nur tolerieren, nicht gutheißen. Der Sonntag sei Ruhetag, Familientag, ein freier Tag für die ganze Gesellschaft. Das sei auch wichtig. Es gehe um Menschen und Werte. Auch Ohr erinnert an die Vereinbarung mit Altbürgermeister Klaus Holetschek bei der Debatte „Rettet den Sonntag“. Man werde den gesetzlichen Rahmen nicht weiter ausschöpfen und es bei drei Terminen belassen. Man würde gerne mit den Händlern über andere Möglichkeiten reden, wie der Einzelhandel unterstützt werden kann.

Gegen die Regelung wandte sich auch SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel. Zumal fraglich sei, ob verkaufsoffene Sonntage das gewünschte Ergebnis bringen. Man gehe über das einst beschlossene hinaus und schaffe zusätzliche Belastung für das Personal. Die Gewerkschaft Verdi hat sich diesmal nicht geäußert. Bei einer früheren Diskussion hatte sie eine ablehnende Haltung deutlich gemacht.

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Alle anderen Ratsmitglieder stimmten der Regelung allerdings zu. CSU-Fraktionssprecherin Christiane-Maria Rapp äußerte Verständnis dafür, dass man den verkaufsoffenen 1. Mai nicht einfach streichen kann. Die Werbung der Stadt sei schon gemacht. Im nächsten Jahr müsse es aber wieder bei drei Terminen bleiben. Der 1. Mai war der Knackpunkt der Debatte. Man komme hier der Stadt entgegen, signalisierte Fritz Barth, der Vorsitzende der Aktiven Einzelhändler. Kurdirektor Horst Graf habe darum gebeten, den Tag nicht fallen zu lassen, weil er bereits beworben wird. Künftig werde es den verkaufsoffenen 1. Mai aber nicht mehr geben, sagt Barth. Er war auch nie als dauerhafte Einrichtung geplant, erinnert er. Vor zehn Jahren habe man damit die Eröffnung der Therme zusätzlich bewerben wollen. „Ich würde eigentlich an keinem Sonntag aufsperren“, stellte Barth klar. „Ich habe auch eine Familie.“ Allerdings könnten sich die Bad Wörishofer Händler den Gegebenheiten nicht verschließen.

Nach der Debatte im Stadtrat beginnt für die Einzelhändler nun die heiße Phase. Die Stadt stelle Zelte zur Verfügung, die in der Fußgängerzone verteilt werden, sagt Barth. Zehn bis 15 Stück werden es wohl sein. Dazu wird es drei Hauptbühnen geben, am Denkmalplatz, bei Schießl und am Wasserrad. Vor dem Kurhaus wird ein Kinderland entstehen. Das gastronomische Angebot wolle man mit einheimischen Anbietern bestreiten, sagt Barth. Es werde auch ein Sommelier- und Champagnerzelt geben, kündigt der Vorsitzende an.

Es werde nicht nur ums Essen gehen, sagt Barth. Der gesamte Bereich der Tischkultur werde sichtbar werden. Begleitet wird die Neue Meile von heimischen Musikgruppen. Von Blasmusik bis Streichkonzerten wird es eine große Bandbreite geben. Die Finanzierung stemmen Handel und Ackermann gemeinsam. Die Stadt habe ebenfalls Unterstützung signalisiert, sagt Barth. Das soll auch so bleiben. „Ackermann kennt Gott und die Welt und bringt diese Leute nach Bad Wörishofen“, lobt Barth.

„Wir machen unsere Hausaufgaben“, kündigt Barth an. Mittlerweile habe der Verein über 50 Mitglieder, Tendenz steigend. Am Ende hänge jedoch alles von den Besuchern ab. „Die Menschen entscheiden, ob die Neue Meile ein Erfolg wird“, sagt Barth.

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