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Zaisertshofen

30.01.2019

In Zaisertshofen grantelt nur Uli Hoeneß

Richtig akrobatisch wurde es beim Showtanz der Minigarde, der in die bunte Welt der Trolle führte.
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Richtig akrobatisch wurde es beim Showtanz der Minigarde, der in die bunte Welt der Trolle führte.

Bei der Faschingsveranstaltung „Prunk und Stunk“ überzeugen die Narren mit spitzer Zunge, Schauspieltalent und rasanten Tanznummern.

Wenn in Zaisertshofen die Narren beim berühmt-berüchtigten „Prunk und Stunk“ so richtig vom Leder ziehen, dann ist die Hütte voll. Das ist seit gut 30 Jahren so. Das Programm geriet zu einem gekonnten Mix aus Ideenreichtum, Spielfreude, rasanten Tanznummern und mitreißender Komik der Sketche. Der Bogen spannte sich dabei vom auf frischer Tat ertappten Wilderer – eine Bagatelle, die mit dem Austausch von Handy-Nummern endet – über einen traurigen Gockel, Parodie, Travestie, Bildungsfernsehen, typische Versicherungsvertreter und ihre Methoden zum Vertragsabschluss zu kommen, bis zum Aufreger Uli Hoeneß und zur fluoreszierenden Lichtmagie von „Fight in the night“ (Organisation: Markus Böhm).

Dazwischen zog dann noch der Hofstaat mit den Gardemädels ein und begeisterte mit Glitzer, Pomp und Prunk das Publikum. Der traurige Gockel (Markus Böhm) hatte zuvor zum Rundumschlag ausgeholt über die aktuelle Lage im Hühnerstall und den Zustand der Welt im Allgemeinen, frei nach der Devise: „Ich will zwar nicht motzen, aber es ist alles zum K...“ Was bleibt dem armen Hahn noch, wenn er Konkurrenz von einem Artgenossen aus Augsburg bekommt, von dem die Hennen in der Legebatterie schwärmen, wenn das schnelle Internet zur jahrzehntelangen Hängepartie gerät und sich Investoren mit kleinen Mietwohnungen in „Leuchtturmprojekten“ breitmachen wollen!

Auch dabei bei "Prunk und Stuck": das Film-Team der Zaisonarria

Dagegen ist die Travestie-Einlage „Schenk mir einen bunten Luftballon“ mit Ralph Weiner und Johannes Lindner einfach nur grottig-schön. Kein Wunder, dass es so kommen musste, hatte sich der Möchtegern-Künstler den Auftritt doch mit einem fünfstelligen Betrag erkauft, wie die Showmoderatoren einführend erklärten. Nach so viel Trash war dann erst mal Bildungsfernsehen angesagt. Und wie ginge das besser als nach dem Muster der „Sendung mit der Maus“, mit der fast jedes Kind aufgewachsen ist. Da in der langen Reihe an Welt-Erklärstücken bislang eines fehlte, schloss das Filmteam der Zaisonarria diese Lücke nun mit einer Dokumentation (Schnitt und Ton: Peter Ruf) über die Entstehung des „gelben Blättles“, das regelmäßig über Wissenswertes der Gemeinde informiert. Kaum vorstellbar, was dem geneigten Leser des Papiers zur Herstellung desselben bislang alles verborgen blieb.

In Zaisertshofen grantelt nur Uli Hoeneß
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Das war bei "Prunk und Stunk" in Zaisertshofen geboten
Bild: Reinhard Stegen

Lehrreich war dann auch der Sketch (Thomas Zaunberger und Julian Schilling) wie man allzu penetrante Versicherungsvertreter loswerden kann, die nicht nur eine „Kanarienvogeldurchbissversicherung“ verkaufen wollen. Auch danach war den Lachmuskeln keine Entspannung gegönnt, denn nun tauchte Uli Hoeneß (Tobias Jall) auf. In seiner unnachahmlichen Art kritisierte er die unnötigen fünf Moderatoren, die überzogenen Eintrittspreise und den Krönungsball, zu dem im Vergleich eine Beerdigung geradezu amüsant sei.

Gut, dass nach diesem Berufs-Grantler Anderl und sei Bua (Ralph Weiner, Gerhard Lutz, Martin Ohneberg, Peter Ruf) als Volkachtaler Floßsänger oder doch eher Flossachtaler Volkssänger musikalische Schmankerl auf teils gesangsakrobatische Weise zum Besten gaben.

Für die Zuschauer gab es bei "Prunk und Stunk" in Zaisertshofen viel zu lachen

Was sollte da noch kommen? Aber es war noch lange nicht Schluss. Einige Zuschauer kippten beinahe von den Sitzen oder lachten Tränen, etwa beim Filmdreh „Jagd auf den Dorffuchs“ (Johannes Lindner, Michael Mayer, Stefan Mautz) oder der „Erlebnisgastronomie“ à la Jochen Schweizer (Bernd Mayr, Markus Miller, Tanja Eberle, Theresa Jall), wo zwei naive Städter das Abenteuer eines Landgasthofbesuchs in vollen Zügen erleben und erleiden dürfen. Dann drehte das Männerballett „Fan Club Schneewittchen“ noch einmal voll auf, und die Showtänzer Dominik Schäffler, Markus Kögel, Sebastian Schuster, und Julian Schilling zogen mit „Nerds & Aladin“ alle artistischen Register.

Für die Aufführung von „Prunk und Stunk“ im Gasthaus Krone am Sonntag, 10. Februar, um 16 Uhr gibt es bei der Raiffeisenbank Zaisertshofen noch wenige Restkarten.

Alle Bilder von "Prunk und Stunk" in Zaisertshofen finden Sie hier:

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Das war bei "Prunk und Stunk" in Zaisertshofen geboten
Bild: Reinhard Stegen


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