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Gesundheit

13.02.2018

Keine Lobby für Naturheilverfahren

Fast jeder Dritte setzt in Deutschland gemäß einer Umfrage auf Maßnahmen aus der Naturheilkunde.
Bild: Becker

Kneipp-Bund übt scharfe Kritik an den Plänen von Union und SPD

Von einer „verpassten Chance“ ist in der Reaktion des Kneipp-Bundes in Bad Wörishofen auf die Pläne von Union und SPD die Rede. „Mit mehr Prävention könnten Milliarden im Gesundheitssystem eingespart werden“, glaubt man im Kneipp-Bund. „Wenn die Patientenorientierung das Leitbild für das Gesundheitswesen der künftigen Bundesregierung sein soll, warum werden dann die Themen Naturheilverfahren und Integrative Medizin im Koalitionsvertrag ignoriert?“, fragt Kneipp–Bund-Präsident Klaus Holetschek. Der Landtagsabgeordnete war viele Jahre Bürgermeister von Bad Wörishofen. Seit der Lobrede des designierten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gilt Holetschek zudem als heißer Kandidat für einen Sitz am Kabinettstisch.

„Es ist doch bekannt, dass das Bedürfnis nach sanfter Medizin sehr groß ist“, sagt Holetschek. Rund 70 Prozent der deutschen Bevölkerung greifen einer repräsentativen Umfrage zufolge im Krankheitsfall auf naturheilkundliche Maßnahmen zurück. „Es fehlt die ganzheitliche Betrachtung zum Wohle des Patienten. Jetzt hätten wir die Chance, den Blick von der Reparaturmedizin auf die Prävention zu richten“, so Holetschek. Es müsse darum gehen, Maßnahmen und Leistungen zu fördern, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen. Wenn es Anspruch auf Rehabilitationsleistungen geben soll, so müssten auch Konzepte zum Gesundheitserhalt einen größeren Stellenwert bekommen.

Das Einsparungspotenzial durch Präventionsmaßnahmen sei schwer zu beziffern, das räumt man auch beim Kneipp-Bund ein. Schätzungen gehen von bis zu zehn Milliarden Euro aus. „Ich finde es sehr schade, dass nun nicht versucht wird, das Gesundheitssystem auch im Bereich Prävention nach vorne zu bringen“, sagt Holetschek. (mz)

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