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Bad Wörishofen

29.11.2019

Kneippianum: CSU stellt Plan infrage

Das einstige Vier-Sterne-Hotel Kneippianum ist seit November 2018 geschlossen.
Bild: Markus Heinrich

Es geht um die künftige Nutzung des 10.000 Quadratmeter großen Areals am Kurpark. Die Christsozialen haben eine eigene Wunschlösung parat.

Was wird aus dem seit einem Jahr geschlossenen Kneippianum? Darum wird es am Montag, 2. Dezember, im Bauausschuss gehen. Es handelt sich um eine Voranfrage zur künftigen Nutzung. Die CSU-Fraktion im Stadtrat von Bad Wörishofen sieht eine „wohnungswirtschaftliche Nachfolgenutzung“ auf dem Gelände des Kneippianums kritisch, wie Fraktionssprecher und Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel mitteilt. „Wir haben etliche Gespräche geführt und uns in unserer Fraktion beraten“, sagt Welzel. „Das Ergebnis lautet: Wenn keine weitere Hotelnutzung möglich ist, ist unser Favorit eine Reha-Klinik.“ Dazu müssen jetzt unbedingt weitere Gespräche mit den Beteiligten, aber auch weiteren möglichen Investoren geführt werden, findet man bei der CSU.

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Welzel gibt Einblick in den Entscheidungsprozess bei den Christsozialen. Es seien mehrere Faktoren, die diese Position ergeben haben. „Zunächst einmal liegt das über 10.000 Quadratmeter große Gelände strategisch wichtig direkt zwischen Innenstadt und dem Zugang zum Kurpark“, sagt Welzel. Dazu komme, dass das Kneippianum auf Sebastian Kneipp persönlich zurückgehe. Er hatte es einst begründet, als eine von drei Stiftungen. Nur noch das Sebastianeum ist davon in Betrieb. Welzel sagt ebenfalls: Bis in jüngste Vergangenheit sei das Gelände touristisch geprägt gewesen. „Es ist für Bad Wörishofen an dieser Stelle daher essenziell, dass auch weiterhin eine den Themen Kneipp, Gesundheit und Gäste gewidmete Einrichtung dort betrieben wird“, betont Stefan Welzel.

Was sich die CSU von einer anderen als der geplanten Nutzung erhofft

Es gehe hier auch um Aspekte wie Kaufkraft und Erhalt der touristischen Infrastruktur des Ortes. „Eine Reha-Klinik neben dem Kurpark wäre nach aktuellem Stand ideal“, findet Welzel. „Wir hätten in Bad Wörishofen Gäste, die auch Gastronomie und Einzelhandel nutzen. Und Angehörige oder Besucher der Reha-Patienten könnten weitere Übernachtungsnachfrage entstehen lassen.“ Auf den Umstand, dass andere Kurorte bereits wesentlich mehr Betten im Reha-Bereich anbieten als Bad Wörishofen, hatte jüngst Kurdirektorin Petra Nocker hingewiesen. Sie zeigte auch, dass diese Reha-Betten einen signifikanten Anteil an den Übernachtungen in den jeweiligen Orten generieren.

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Wie das neue Kneippianum aussehen soll

Um zu steuern, was mit dem Kneippianum passieren soll, habe der Stadtrat laut Welzel eine „wichtige Stellschraube“: die baurechtlichen Gegebenheiten. Im bestehenden Bereich könne nicht so ohne Weiteres Wohnungswirtschaft betrieben werden. Der Stadtrat müsse dies für dieses Gelände genehmigen. „Deshalb sollte sich auch der jetzige Eigentümer bewegen und ergebnisoffen die entscheidenden Punkte diskutieren“, findet man bei der CSU. „Denn auch städtebaulich handelt es sich um ein bedeutsames Areal.“ Zudem verkörpere das Kneippianum auch in der Öffentlichkeit einen Teil von Kneipp und seiner Lehre und seiner Wörishofer Geschichte.

„Eine Reha-Klinik, die sich auch dem Kneipp’schen Geist verschreibt, kann zudem einen positiven Effekt auf die Gästezahlen und damit die wirtschaftliche Gesamtsituation von Kur und Fremdenverkehr in Bad Wörishofen ausüben“, heißt es weiter. Stefan Welzel fasst es als Kernaussage so zusammen: „Wir brauchen für Bad Wörishofen ein Signal, dass es als Gesundheitsstadt weitergeht.“

Das plant der potenzielle Investor für das Kneippianum

Das einstige Vier-Sterne-Hotel Kneippianum gehört dem Orden der Barmherzigen Brüder. Im Juni hatten Vertreter des Ordens und Vertreter des potenziellen Investors im Gespräch mit der Mindelheimer Zeitung Einblick in das Vorhaben gegeben. Man wolle das Kneippianum wieder zum Leben erwecken, hieß es damals. Das Kneippianum ist hufeisenförmig angelegt und besteht im Prinzip aus drei Teilen. Im Ostflügel – in dem Küche und Restaurant angesiedelt sind – sollen in den oberen Geschossen zwei Wohngruppen für bis zu 25 demente Menschen entstehen. Im Westflügel sollen Schwimmbad, Sauna, Fitnessbereich und Physioabteilung komplett in die Hand eines weiteren Betreibers gegeben werden. In den Obergeschossen sollen Appartements für Betreutes Wohnen Platz finden. Insgesamt sollen im Kneippianum rund 50 Wohnungen für Betreutes Wohnen entstehen.

Im Erd- und ersten Obergeschoss des Mittelbaus sollen bis zu drei Arztpraxen etabliert werden. Das öffentliche Café soll erhalten bleiben und in den weiteren Obergeschossen sollen zusätzliche Appartements für Betreutes Wohnen entstehen - und zudem finanzierbare Wohnungen für die Mitarbeiter. Das etwa 10.000 Quadratmeter große Areal samt Gebäuden werde aber erst verkauft, wenn der Stadtrat von Bad Wörishofen das Vorhaben auch so wünsche und genehmige, hieß es im Juni. Die Bauausschusssitzung am Montag ist öffentlich. Sie beginnt um 18 Uhr im Rathaus. (mit mz)

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