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Tourismus

16.08.2017

Mehr Gäste, weniger Übernachtungen

So manches Hotelbett in Bad Wörishofen blieb im ersten Halbjahr leer. Die Zahl der Übernachtungen sank erneut.
Bild: Oliver Berg/dpa

In Bad Wörishofen bietet sich nach dem ersten Halbjahr ein zwiespältiges Bild. Der Strukturwandel geht derweil weiter. Sieben Betriebe schließen für immer

Das Allgäu feiert sich selbst: Von einem touristischen „Spitzenergebnis im Juni“ spricht die Allgäu GmbH. „Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Übernachtungen und Ankünften. Ein klares Zeichen für das Allgäu als eine Destination, in der man sich wohlfühlt und gerne aufhält“, freut sich Klaus Holetschek, Bad Wörishofens Altbürgermeister und Vorsitzender des Tourismusverbandes Allgäu/ Bayerisch-Schwaben. Und wie ist die Lage in Bad Wörishofen? Die kommissarische Kurdirektorin Petra Nocker sagt, man liege in der Kneippstadt „im Trend des vergangenen Jahres“. Im ersten Halbjahr habe man ein „Plus bei den Ankünften in Höhe von 5,03 Prozent verzeichnen“, berichtet Nocker. Im selben Zeitraum gab es allerdings bei der Zahl der Übernachtungen einen Rückgang von 1,3 Prozent.

Nocker sagt, in Bad Wörishofen entwickele sich „zumindest die Zahl der Ankünfte positiv, obwohl der einhergehende Strukturwandel bei unseren Gastbetrieben sich deutlich auf unsere diesjährige Statistik auswirkt.“ So hätten im vergangenen Jahr weitere sieben Beherbergungsbetriebe geschlossen. Dies sei „weitgehend aus Altersgründen“ geschehen, berichtet Nocker. Diese sieben Betriebe hatten im Jahr 2016 mit insgesamt 175 Betten rund 3000 Ankünfte und rund 8500 Übernachtungen verzeichnet. Das fällt nun weg. Übrig bleiben in Bad Wörishofen in diesem Jahr noch 133 aktive Übernachtungsbetriebe. In den Hochzeiten der Kur waren es noch um die 200 Betriebe.

Im Allgäu insgesamt habe man im ersten Halbjahr des Jahres rund 1,3 Millionen Übernachtungen und fast 400000 Ankünfte erreicht, teilt die Allgäu GmbH mit. Im ersten Halbjahr habe man ein „deutliches Plus von 4,3 Prozent mehr Übernachtungen und 8,2 Prozent mehr Gästeankünften“ erreicht. Bayernweit wurden übrigens 4,1 Prozent mehr Ankünfte und 2 Prozent mehr Übernachtungen gezählt. Das sind die Zahlen des Statistischen Landesamtes.

Petra Nocker kennt die Zahlen auch und hat sie genau analysiert. „Musste das gesamte Allgäu im Mai noch einen Rückgang bei den Ankünften in Höhe von 8,5 Prozent und bei den Übernachtungen in Höhe von 15 Prozent hinnehmen, so konnte es sein bis dato aufgelaufenes Gesamtminus bei den Übernachtungen jetzt im Juni sehr erfreulicherweise deutlich ausgleichen“, bilanziert Nocker. „Das lag, so die Interpretation der Leitung Kommunikation der Allgäu GmbH, hauptsächlich an der Terminierung der diesjährigen Pfingstferien.“ Daraus könne man schließen, dass vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern das Allgäu für sich entdecken, sagt Nocker. „Und das ist insgesamt eine wirklich sehr schöne Entwicklung.“

Familien mit schulpflichtigen Kindern seien „aus der Historie heraus nicht die klassischen Gäste in Bad Wörishofen“. Aber auch in der Kneippstadt entwickel sich zumindest die Zahl der Ankünfte positiv. Im vergangenen Jahr hatte Bad Wörishofen mit 147942 Übernachtungsgästen einen neuen Rekord aufgestellt. Allerdings sank die Zahl der von diesen Gästen getätigten Übernachtungen im gleichen Zeitraum um etwa 10000 auf 700931 Übernachtungen. Noch ein Stück weiter weg also von den rund 1,5 Millionen Übernachtungen, die Bad Wörishofen in den Hochzeiten der Kur einst hatte.

„Die Übernachtungszahl ist das Maß der Dinge“, stellte damals Wirtschaftsreferent Alwin Götzfried (FW) klar. „Sie bringt die Kaufkraft in die Stadt.“

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