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Glaube im Unterallgäu

26.11.2017

Mehr als 500 Mesner in Mindelheim

Gemeinsam mit Dekan Andreas Straub und 18 Priestern sowie vor mehr als 500 Mesnerinnen und Mesnern feierte Generalvikar Harald Heinrich in der Pfarrkirche St. Stephan einen festlichen Gottesdienst.
Bild: Franz Issing

Beim Treffen der Kirchendiener spricht Notker Wolf über Einheitsbrei und Karrierestreben

Dekan Andreas Straub war hellauf begeistert: „So viele Mesnerinnen und Mesner hat die Pfarrkirche St. Stephan in ihrer nahezu 600-jährigen Geschichte noch nie gesehen!“, schwärmte er. In der Tat: Mehr als 500 haupt- und nebenamtliche Kirchendiener aus den 1000 Pfarreien des Bistums waren zur diesjährigen Diözesanversammlung nach Mindelheim gekommen. Das Treffen begann mit einem festlichen Gottesdienst, den Generalvikar Harald Heinrich in Konzelebration mit 18 Priestern (Präsides) aus der Diözese feierte.

Am Gedenktag der heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusiker, empfahl Domkapitular Heinrich den Mesnern, nach dem Vorbild der frühchristlichen Märtyrerin zu leben und Gott als „tragende Melodie“ erklingen zu lassen. Der Generalvikar erinnerte die Küsterinnen und Küster auch an ihre missionarische Verantwortung und nannte sie in Zeiten akuten Priestermangels „sicht- und greifbare Repräsentanten der Kirche“.

Nach der Eucharistiefeier zog man ins Forum um, wo Abtprimas i.R. Notker Wolf ganz weit das Fenster zu einer „bunten Glaubensvielfalt in der katholischen Weltkirche“ öffnete. Der Ordensobere aus dem Kloster St. Ottilien wandte sich energisch gegen jegliches Machtgehabe und Karrierestreben in der Kirche.

Mit den Armen nach Auswegen suchen

Ihm schwebt eine Kirche vor, welche die Armen nicht mit Almosen abspeist, sondern sich mit ihnen, wie Papst Franziskus solidarisch erklärt, und nach Auswegen sucht. Der Gottesdienstbesuch am Sonntag, so der Benediktiner, sei zur Pflichtveranstaltung und die Frohbotschaft vielfach zur Drohbotschaft verkommen. Die Sehnsucht vieler Katholiken nach einer „Eierkuchenharmonie“ tat Notker Wolf als Illusion ab und übte heftige Kritik an den Kardinälen, die dem Papst das Leben schwer machen und ihm Häresie vorwerfen und dass er sich nicht an die Dogmen halte. „Die wollten schon als Ministranten Kardinal werden“, scherzte der Abtprimas und mahnte mehr Freude am Glauben an. „Den Anderen nicht gleich verteufeln, sondern in ihm auch das Gute sehen“ lautete sein Appell.

Auch das Thema Ökumene ließ er nicht aus: „Wir brauchen keinen Einheitsbrei, aber mehr Streitbarkeit in der Kirche“, lautete seine Meinung. Schon die Apostel hätten sich um die vorderen Ränge gestritten. „Mit ein bisschen Respekt vor dem Glauben des Anderen kann der interreligiöse Dialog gelingen“, gab sich Wolf überzeugt und warnte vor einer „gesättigten Wohlstandskirche“. Nach seiner Erfahrung wächst der Glaube am meisten, wo er unterdrückt wird, wo den Christen Daumenschrauben angelegt werden, wie in China und Vietnam.

Immer wieder wurde bei der Diözesanversammlung auch das Engagement der Frauen und Männer gewürdigt, die mit vielfältigen Aufgaben betraut sind. Ohne die „rechte Hand des Pfarrers“ würden die Gläubigen vor verschlossenen Kirchentüren stehen, würden Kelche, Weihwasserbecken und Hostienschalen leer bleiben, würde niemand wissen, welche Lieder beim Gottesdienst gesungen werden. Mesner reinigen und schmücken die Gotteshäuser, läuten die Glocken, helfen dem Priester beim Anlegen der liturgischen Gewänder und räumen im Winter auch den Schnee weg. Zu ihren Aufgaben zählen auch spezielle Hausmeisterdienste.

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