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Zaisertshofen

29.01.2019

Mit dem Bulldog zum Konservatorium

Pfarrer Richard Dick stieg extra in die Orgelempore von St. Silvester in Zaisertshofen hinauf, um der verdienten Organistin und Kirchenmusikerin Christa Kohler direkt an ihrem geliebten „Arbeitsplatz“ zu danken und zu gratulieren.
Bild: Josef Hölzle

Für Christa Kohler aus Zaisertshofen ist die Kirchenorgel seit über 50 Jahren ein Lebensinhalt.

Als die 15-jährige Christa Schmid aus Zaisertshofen 1964 von Ortspfarrer Mendle an das Orgelspiel herangeführt wurde, war dies für die Kirchenmusik in Zaisertshofen eine ungeahnte Sternstunde. Das musikalische Schulmädchen begann am Harmonium im Pfarrhof zu üben, erhielt Unterricht von dem Pfaffenhausener Kirchenmusiker Otto Grimme und machte sich 1965 nach einem gelungenen Vorspielen auf den Weg an das Konservatorium in Augsburg. Jeden Dienstag um fünf Uhr in der Früh brachte sie ihr Vater mit dem Bulldog zum Bahnhof in Markt Wald, von wo aus sie mit der Staudenbahn für jeweils zwei Tage nach Augsburg fuhr. Hier lernte sie eine neue Welt kennen, zu der auch die Mitwirkung im Kammerchor Augsburg samt internationaler Auftritte gehörte. Als 16-Jährige übernahm Christa Schmid dazu auch schon alle Orgeldienste in ihrer Heimatgemeinde.

Als sie 1973 nach Oberkammlach heiratete und nun Kohler hieß, lebte sie für fünf Jahre im nahen Stetten, wo zwei ihrer fünf Kinder geboren wurden. Auch hier engagierte sie sich im Kirchenchor und als Aushilfsorganistin. 1978 zog dann die Familie nach Zaisertshofen zurück, wo sich Christa Kohler fortan wieder als Organistin engagierte und sich dabei auch laufend an Fortbildungen der Diözese beteiligte.

Christa Kohler hat das musikalische Leben in Zaisertshofen geprägt

Trotz ihrer großen Familie prägte Christa Kohler dann das musikalische Leben im Dorf nachhaltig. So gründete sie 1985 die „Frauenschola“, die heute noch existiert. Unter Pfarrer Reiner entstand in diesem Jahr auch ein Kinderchor mit Flöten und Orff-Instrumenten. Dabei hatte sie selbst oft eigene kleine Kinder auf der Orgelbank sitzen, die es nebenbei zu hüten galt. Nach einer einjährigen Familienpause gründete sie dann auch noch den Jugendchor „Sunrise“, der sie wegen der Proben, Auftritte und Konzerte besonders forderte. Ihr Ziel war und ist es heute noch, den Kindern so viel Musik wie möglich mitzugeben.

2005 und 2006 startete sie auch faszinierende Kinderprojekte. Dazu zählten ein Weihnachtsmusical mit den Kinder- und Jugendchören und den Instrumentalisten aus Zaisertshofen sowie ein „Sing David sing“ mit Kindern aus Zaisertshofen, Mattsies, Tussenhausen und Rammingen. Die Leitung des Chores „Sunrise“ übergab sie nach 14 Jahren 2012 einer Tochter.

Seit über 50 Jahren spielt sie in der Pfarrkirche Zaisertshofen Orgel

So steigt Christa Kohler seit über 50 Jahren die steilen Treppchen zur Orgel in der Pfarrkirche St. Silvester in Zaisertshofen hinauf. Dieser Dienst wurde unlängst auch von Pfarrer Richard Dick und der ganzen Pfarrgemeinde besonders gewürdigt. Auch sie selbst zog dabei zufrieden Bilanz: „Ich habe als Organistin in den fünf Jahrzehnten zehn Pfarrern gedient und auch die Pfarrei bedient, mit allem, was ich geben konnte“, bekannte sie zum Jubiläum. „Dank des Glaubens und meiner Liebe zur Musik“, so betont sie, könne sie nun zufrieden auf über 50 Jahre Orgelspiel auf der „Königin der Instrumente“ in ihrer Heimatpfarrei zurückschauen. Christa Kohler, die heuer 70 Jahre alt wird, macht als Organistin frohgemut weiter. Doch sie wünscht sich, „dass wieder junge Leute kommen, mit dem Wunsch, Orgel zu spielen. Es wäre Zeit!“

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