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Gesundheit

29.04.2017

Nicht vergessen: Ab Dienstag muss das Trinkwasser abgekocht werden

Weil das Türkheimer Trinkwasser ab Dienstag, 2. Mai, nicht mehr mit Chlor desinfiziert wird, müssen die Verbraucher ihr Wasser abkochen.

Nach dem Feiertag gilt wieder die „Abkoch-Verordnung“ und für die Verbraucher bedeutet das: Bis zu vier Wochen kein Leitungswasser schlucken.

Am kommenden Dienstag muss in Türkheim und in den Stadtteilen Irsingen und Berg wieder das Trinkwasser abgekocht werden. Dann nämlich gilt erneut die sogenannte „Abkoch-Verordnung“ um sicher zu stellen, dass kein Verbraucher sich mit coliformen Bakterien eine Krankheit einhandelt.

Zwar sind die Ursachen für die Verunreinigung offenbar gefunden worden. Doch das Gesundheitsamt will und muss auf „Nummer sicher“ gehen: Sollte das Chlor nicht mehr dem Trinkwasser zur Desinfektion zugesetzt wird und dann doch noch an einer unentdeckten Stelle Verunreinigungen in das Leitungsnetz eindringen können, dann würde das für Verbraucher unangenehme Folgen haben.

Daher steht fest: Ab Dienstag, 2. Mai, wird die Zugabe von Chlor eingestellt. Insider gehen davon aus, dass diese „Abkoch-Verordnung“ mindestens vier Wochen eingehalten werden muss, um jedes Gesundheitsrisiko auszuschließen.

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Im Seniorenheim Zähneputzen mit Mineralwasser aus Flaschen

Was für den Privathaushalt lediglich nervig ist, sorgt in öffentlichen Einrichtungen wie dem Kreisaltenheim für erheblich mehr Aufwand. Sämtliche Getränke wie Tee, Kaffee und Saftgetränke werden in der Küche mit abgekochtem Wasser zubereitet, wie das Landratsamt auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung mitteilte. Den Bewohnern werde zum Zähneputzen stilles Mineralwasser aus Flaschen zur Verfügung gestellt. Bei der Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden) gebe es keine Einschränkungen.

Auf allen Stationen und Bereichen hänge die entsprechende Information des Marktes Türkheim aus und das Pflegepersonal informiere alle Bewohner. Bei der Pflege setze das Personal die notwendigen Maßnahmen um.

Inzwischen wurden einige wahrscheinliche Ursachen für das Eindringen von coliformen Keimen gefunden. Wenn diese Ursachen behoben sind, dann besteht auch keine Notwendigkeit mehr, das desinfizierende Chlor einzubringen. Nur - dann muss sich erst über einen längeren Zeitraum zeigen, dass die Ursachen wirklich beseitigt werden konnten. Dazu ist eine Übergangszeit notwendig, in der kein Chlor mehr eingebracht und das Trinkwasser regelmäßig flächendecken d überwacht wird. Tritt über einen längeren Zeitraum keine Verunreinigung mehr auf, dann ist alles okay. Werden jedoch erneut coliforme Keime nachgewiesen, dann geht das Prozedere von vorne los.

Die Behördenvertreter waren sich zuletzt einig, dass es an der Zeit sei, diesen Schritt zu tun und ab Dienstag, 2. Mai, kein Chlor mehr eingeleitet werden muss. Doch es gab ein anderes Problem: Das Gesundheitsamt wollte erst dann einem Stop der Chlorung zustimmen, wenn wirklich alle Verbraucher zuverlässig darüber informiert sind und die dann greifende „Abkoch-Verordnung“ auch Wirkung zeigt.

Um wirklich jeden Haushalt zuverlässig zu informieren, hatte sich die Gemeinde entschieden, den Bürgern ein Informationsblatt per Post zustellen zu lassen.

Mit dem Stop der Chlorung geht eine wochenlange Hängepartie zu Ende. Seit am Freitag, 24. Februar, eine erhöhte Konzentration von coliformen Keimen im Trinkwasser nachgewiesen worden ist, mussten die Bürger ihr Trinkwasser zunächst abkochen und auch beim Duschen oder Baden aufpassen.

Dann wurde dem Trinkwasser Chlor zugesetzt, um die Keime möglichst schnell abtöten zu können; alle Haushalte wurden aufgerufen, ihre Leitungen gründlich zu spülen. Mit Erfolg: Bis zum 7. März ging das so, dann gab das Staatliche Gesundheitsamt erstmals Entwarnung.

Die Suche nach der Ursache war so schwierig, weil es nicht nur eine Stelle gab, an der Bakterien eindringen konnten. Offenbar waren nicht zugelassene Verbindungsleitungen zwischen Regenwasser-Zisternen und dem Leitungsnetz das Problem.

Solche Regenwasser-Zisternen sind als Brauchwasserspeicher beliebt und werden neben der Verwendung als Gießwasser auch zur Toilettenspülung oder zum Betrieb von Waschmaschinen verwendet.

Eine direkte Verbindungsleitung zwischen Zisterne und dem Leitungsnetz ist zwar verboten, wird aber offenbar häufiger eingesetzt, um Druckschwankungen zu vermeiden. Auf diesem Weg konnten dann wohl Bakterien aus dem Regenwasser in das Leitungsnetz eindringen.

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