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Bad Wörishofen

31.07.2020

Rabatt im Freibad am Sonnenbüchl

Im Freibad am Sonnenbüchl werden die Eintrittspreise teilweise gesenkt. Das hat der Bad Wörishofer Stadtrat jetzt entschieden. Archivfoto: Tobias Hartmann
Bild: Tobias Hartmann

Plus Neue Preise gelten ab sofort im Freibad in Bad Wörishofen. Dies soll Familien in Coronazeiten helfen, hoffen die Stadträte.

Eine gute Stunde war es den Kneippstädter Stadträten wert, sich Gedanken zu machen, wie man Familien in Coronazeiten finanziell unter die Arme greifen könne, da es in dieser Badesaison die bei Familien beliebten Dauerkarten für das städtische Freibad nicht gebe. Und die Räte wurden tatsächlich fündig.

"Generation Fortschritt" hatte den Antrag im Stadtrat von Bad Wörishofen eingebracht

Die Punktekarte mit einem Wert von 25 Euro bisher für 20 Euro zu haben, soll ab heute auf 15 Euro gesenkt werden. Ob dies allerdings die große Entlastung für die Wörishofer Familien bringen wird, zweifelten einige Redner mit Blick auf den Kalender an, denn die Badesaison endet in unseren Breiten bekanntlich Anfang September.

Die neue Gruppe „Generation Fortschritt“ im Stadtrat brachte den Stein ins Rollen. Fraktionsvorsitzender Dominic Kastner, der an der Sitzung nicht teilnehmen konnte, hatte sich in einem Schreiben an den Bürgermeister und Stadtrat gewandt, und bedauert, dass es wegen Corona keine Dauerkarten gebe. Dadurch entstünden gerade Familien finanzielle Nachteile.

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Bürgermeister Stefan Welzel ließ zu dem Thema Bademeister Christian Strohmenger zu Wort kommen. Der verwies auf die bekannten Gründe, weswegen es heuer keine Dauerkarten gibt. Er habe klare Vorschriften, wie viele Gäste ins Bad dürfen.

Bei Tageskarten könne man die Zahl der Gäste klar errechnen, sollten noch Dauerkartenbesitzer dazu kommen, dann sei dies nicht mehr möglich. „Und wenn das Bad voll ist, müssen wir dann die Dauerkartenbesitzer entschädigen?“, so seine Frage an den Rat. Er lehne deshalb Vergünstigungen ab, zumal die Saison vielleicht noch sechs Wochen gehe.

Kämmerer Tim Hentrich plädierte auch aus einem anderen Grund gegen Rabatte. Er habe im Haushalt schon 500.000 Euro Defizit beim Freibad eingeplant. Dieser Minusbetrag steige mit Sicherheit, weil die Saison einmal später angefangen habe und weil man die Besucherzahlen beschränken musste. Weiter gebe es Mehrausgaben für die Reinigung und Desinfektion.

Er mache sich sowieso schon Gedanken, wie man die Mehrausgaben für das Bad kompensieren könne. Und auch Bürgermeister Stefan Welzel meinte, Wörishofen habe sehr moderate Eintrittspreise. Aus diesen beiden ablehnenden Beiträgen entspann sich dann eine muntere Debatte.

"Auf ein paar hundert Euro kommt es jetzt auch nicht mehr an" meine Doris Hofer von den Grünen in Bad Wörishofen

„Wir haben uns für die Öffnung entschieden“, meinte die Fraktionssprecherin der Grünen, Dr. Doris Hofer. Nun komme es beim Defizit auf ein paar Hundert Euro für Familien auch nicht mehr an. Für eine Entlastung der Familien setzte sich auch CSU-Stadtrat Konrad Hölzle vehement ein. Dieses Thema liege ihm am Herzen.

Doch wie sollte man die Wohltat ohne großen Aufwand verteilen? Konrad Hölzle lieferte dann auch. Wie beim Kauf eines Döners könnte man ab einer bestimmten Zahl an Besuchen Rabatt gewähren. Allerdings müsste man dann jeden Besuch dokumentieren.

Ilse Erhard von der CSU wollte den bürokratischen Aufwand wegen sechs Wochen nicht verstehen. Anders dagegen dritter Bürgermeister Daniel Pflügl (Grüne), der die Idee nicht schlecht fand. Und Rätin Sybille Dörner (SPD) verwies auf das Türkheimer Modell, das anscheinend doch gut klappe.

Eine Lösung zauberten dann Bürgermeister Stefan Welzel und der Bademeister aus der Diskussion heraus aus dem Hut.

In Bad Wörishofen gebe es ja die Punktekarte mit einem Wert von 25 Euro, die für 20 Euro verkauft werde. Wenn man die nun in den vergangenen Wochen billiger, also für 15 statt 20 Euro abgebe, dann sei Familien geholfen und die Verwaltung nicht überlastet.

Froh, endlich die Lösung gefunden zu haben, verabschiedete der Stadtrat diese Lösung gegen eine Stimme.

Lesen Sie dazu auch: Baden trotz Corona: Abtauchen mit Abstand

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