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Mindelheim

22.01.2021

So könnte das Unterallgäuer Landratsamt künftig aussehen

Ein erster Entwurf der Hochbauabteilung sieht vor, das Hauptgebäude um ein viertes Obergeschoss zu erweitern. Dieses könnte leicht zurückversetzt werden und das bestehende Fassadenraster aufnehmen. Die weitere Planung soll aber ein Architekturbüro übernehmen.
Foto: Hochbauamt des Landratsamtes (Entwurf)

Plus Die Verwaltung präsentiert den Kreisräten erste Pläne für eine mögliche Aufstockung des Landratsamtes in Mindelheim. Ob diese sinnvoll ist, soll ein externer Planer beurteilen.

In einer gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Bauausschuss hat die Verwaltung den Kreisräten erste Pläne für eine mögliche Aufstockung des Landratsamtes in Mindelheim präsentiert. Wie berichtet gibt es Überlegungen, dass Hauptgebäude um ein viertes Stockwerk zu erweitern, um so den chronischen Platzmangel in der Behörde zumindest ein wenig abzumildern.

Das Landratsamt hat Platzprobleme - eine Aufstockung könnte Abhilfe schaffen

Diese war in den vergangenen Jahren bereits gezwungen, Veterinär-, Schul- und Jugendamt sowie die Abteilungen für Naturschutz, Lebensmittelüberwachung und den Öffentlichen Personennahverkehr, in Außenstellen unterzubringen. „Und die sind auch nicht kostenlos“, hatte Landrat Alex Eder bereits in einer Sitzung von Kreis- und Bauausschuss im November vergangenen Jahres zu bedenken gegeben. Franz Sirch, Leiter des Sachgebiets Organisations- und IT-Management am Landratsamt, hatte damals zudem darauf hingewiesen, dass die verschiedenen Abteilungen unter einem Dach effektiver zusammenarbeiten könnten und Fahrdienste zu den Außenstellen sowie Doppelstrukturen entfielen.

Darüber, ob die bisherigen Außenstellen mit Ausnahme des Landratsamtes in Memmingen alle an einem Standort zusammengeführt oder nur weitere Außenstellen vermieden werden sollen, wurde bislang in öffentlicher Sitzung noch nicht gesprochen. Eine entsprechende Zielsetzung obliegt den Kreisräten. Sie wird Teil eines Gesamtentwicklungskonzepts sein, über das sich die Verwaltung bereits Gedanken gemacht hat. Wegen der Mietverhältnisse, die dabei zur Sprache kamen, wurde es jedoch in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt. In dem Konzept soll auch die Landwirtschaftsschule berücksichtigt werden, an der ab 2022 keine Landwirte mehr unterrichtet werden und die damit möglicherweise Platz für weitere Büros bieten könnte.

Diese werden nicht zuletzt deshalb benötigt, weil der Landkreis kontinuierlich wächst: Mehr Bürger bedeuten mehr Arbeit, die mehr Personal erledigen muss. Hinzu kommt, dass dem Landratsamt in den vergangenen Jahren auch vermehrt neue Aufgaben zugefallen sind. So ist die Zahl der Beschäftigten durchschnittlich um zehn Personen pro Jahr gewachsen.

Aus statischen Gründen müsste eine Aufstockung aus Holz gebaut werden

Rund 35 könnten laut dem Leiter des Hochbauamts, Thomas Burghard, in dem geplanten zusätzlichen vierten Stockwerk untergebracht werden. Aus statischen Gründen soll es in Holzständer- oder Massivholzbauweise auf das Dach aufgesetzt und – um optisch hinter den Bestand zurückzutreten – ein wenig nach hinten rückversetzt werden. Einer fünften Etage, nach der sich Kreisrat Franz Renftle (CSU) in der Sitzung erkundigte, würde das bestehende Gebäude jedoch nicht standhalten.

Die Vorplanung der Verwaltung sieht rund 21 Büroräume zur Einzel- oder Doppelbelegung vor. Wie Burghard weiter erläuterte, sollen die Zwischenwände nichttragend ausgeführt werden, um die Bürostrukturen bei Bedarf anpassen zu können. Denkbar sei außerdem ein Besprechungsraum am südlichen Gebäudegiebel. Geplant sind außerdem eine Lüftungsanlage sowie eine Fotovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung auf dem Dach.

So viel würde die Erweiterung kosten

Wie die Erweiterung im Detail aussehen könnte, die nach derzeitigem Stand rund drei Millionen Euro kosten wird, ist dann aber nicht mehr Aufgabe der Verwaltung, sondern eines damit beauftragten Architekturbüros. Parallel zu den weiteren Planungen soll nach dem Willen der Kreisräte außerdem ein externer Planer beurteilen, ob die Erweiterung mit Blick auf die Substanz des bestehenden Gebäudes sowie das Gesamtentwicklungskonzept langfristig sinnvoll ist. Dem Vernehmen nach hatte einer der Kreisräte in der vorangegangenen nichtöffentlichen Sitzung auch einen Abriss des bestehenden Landratsamts bzw. einen Neubau an anderer Stelle ins Gespräch gebracht.

Da das Gebäude jedoch erst 40 Jahre alt ist, hatte Kreiskämmerer Sebastian Seefried das bereits in der Sitzung im November als nicht wirtschaftlich bezeichnet. „Zum Wegreißen ist das Landratsamt in einem zu guten Zustand“, hatte er damals gesagt und betont, dass die Aufstockung Bestandteil eines jeden Gesamtkonzepts und deshalb keineswegs unnötig sein werde. Letztlich sprach sich der Kreisausschuss geschlossen dafür aus, die Planung für die vierte Etage weiter voranzutreiben. Damit lässt er sich die Hintertür offen, das Vorhaben zu stoppen, falls der externe Planer Zweifel an der Sinnhaftigkeit äußern sollte. Erhebt er keine Einwände, könnte eventuell schon in diesem Jahr mit Vorarbeiten begonnen werden.

Lesen Sie auch: Das Landratsamt in Mindelheim soll größer werden


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