Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Stadt verteidigt die Urnen-Röhren auf dem Friedhof

Bad Wörishofen

14.11.2018

Stadt verteidigt die Urnen-Röhren auf dem Friedhof

Auf dem Friedhof von Bad Wörishofen entsteht ein neues Grabfeld für die Beisetzung von Urnen.
Bild: Markus Heinrich

Man habe für das neue Grabfeld keine Abwasserrohre zweckentfremdet, betont man im Rathaus nach der scharfen Kritik von Pfarrer Andreas Hartmann.

Mit harscher Kritik hat Bad Wörishofens Pfarrer Andreas Hartmann auf das neue Urnengrabfeld im Friedhof von Bad Wörishofen reagiert. Änderungen an der Anlage, die noch im Bau ist, wird es nach Lage der Dinge aber nicht geben.

„Bei den Rohren handelt es nicht um zweckentfremdete Abwasserrohre, es sind Universalkunststoffrohre, die auch in anderen Kommunen für Urnenbestattungen eingesetzt werden“, teilt Bad Wörishofens Ordnungsamtsleiter Jan Madsack mit. Pfarrer Hartmann hatte von einer „Beerdigung im Abwasserohr“ gesprochen und mitgeteilt, er selbst jedenfalls könne „keine Nacht mehr schlafen, wenn ich wüsste, dass sich die Asche meiner lieben Angehörigen in einem orangen Kunststoffrohr befindet, das für Fäkalien konstruiert wurde“.

Bei den Rohren auf dem Friedhof handle es sich "nicht um eine Erfindung der Stadt Bad Wörishofen"

Bei der Stadt Bad Wörishofen sagte man auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es sich bei der gewählten Ausbauform des Grabfelds „nicht um eine Erfindung der Stadt Bad Wörishofen“ handele. Die Rohre seien nach unten offen und nach Baufertigstellung nicht mehr sichtbar. Mehrere Dutzend dieser Rohre wurden dieser Tage im Erdboden verankert. In ihnen sollen die Urnen versenkt werden. Die Stadt verspricht sich durch diese Form des Grabfeldbaus Vorteile. „Beim Vorbereiten der Urnengräber musste das Erdreich bisher großflächiger ausgeschachtet werden“, erläutert Madsack. Zudem soll durch das System eine mögliche Beeinträchtigung anderer, danebenliegender Urnengräber vermieden werden.

Zudem seien die neuen Gräber nicht auf nur eine Urne beschränkt. „Auf Wunsch können in der neuen Anlage nun auch zwei Urnen in einem gemeinsamen Grab bestattet werden“, schildert die Stadt den Vorteil des gewählten Röhrensystems.

Die Rohre würden komplett bedeckt. „Den oberen Abschluss bildet eine Platte ähnlich wie an der Urnenwand, auf der dann die Namen der Verstorbenen eingraviert werden können“, erklärt Madsack das Prozedere. Grabstätten könnten frei gewählt werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren