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Natur

10.10.2019

Viele Störchle helfen dem Storch auf die Beine

Blicken zurück auf zwei Jahrzehnte erfolgreiches Sponsoring: (von links) Storchen-Expertin Oda Wieding (von links), Brigitte Kraft von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle, Brauereichef Hans Roth und der Kreisvorsitzende Georg Frehner (rechts).
Bild: hlz

In 20 Jahren brachte der Sponsorenvertrag mit der Storchenbrauerei 80.000 Euro für die Natur

Es gab eine Zeit, als der Storch hier fast ausgestorben war und es in ganz Schwaben nur noch vier Brutpaare gab. Damals machte Roland Krieger, der Ortsvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) Pfaffenhausen, den Vorschlag, ein regionales, ökologisch gebrautes Bier in einer langhalsigen Flasche anzubieten und es „Störchle“ zu nennen. Die Storchenbräu-Familie Roth machte begeistert mit und präsentierte 1999 ihr „Störchle“ bei einem Festakt. Mit dem LBV wurde ein Sponsoren-Vertrag geschlossen: Von jeder verkauften Kiste ging fortan ein bestimmter Betrag an den LBV im Unterallgäu und später auch im Kreis Günzburg.

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Bis heute wurden 80.000 Euro übergeben. Die Vogelschützer legten damit Biotope an, erneuerten und bauten Storchennester oder installierten Storchenkameras. Sie kauften Feuchtwiesen und starteten ein vielfältiges Pflegeprogramm, das auch anderen Arten, wie den gefährdeten Wiesenbrütern, nutzt. Auch der seltene Schwarzstorch profitierte und bewohnt hier nun wieder manch dunklen Forst.

Eine LBV-Delegation mit Storchenexpertin Oda Wieding, Kreisvorsitzendem Georg Frehner und der Leiterin der Bezirksgeschäftsstelle, Brigitte Kraft, zeigte sich bei der 20-Jahre-Bilanz mit Storchenbräu-Chef Hans Roth dankbar. Wieding bezeichnete die Kooperation als einmalig in Bayern und als sehr wirksam. Dass es einen deutlichen Storchen-Andrang im Mindel- und Flossachtal – mit heuer 44 besetzten Nestern allein im Unterallgäu – gibt, sei schon ein Phänomen. Es gehe wohl auf das geänderte Überwinterungsverhalten zurück. Dabei komme auch der Mäusereichtum der letzten Jahre den Störchen zugute. Dennoch sei die große Zunahme an Störchen, darunter auch zahlreichen Überwinterern, nicht ganz zu erklären.

Kopfschütteln löste nur die Aussage der LBV-Vertreter aus, dass die jährlich empfangene Storchenbräu-Spende vom LBV versteuert werden müsse. (hlz)

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