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Nahverkehr

08.02.2018

Was ist am Bahnhof los?

So sieht das Video-Reisezentrum im Bahnhof Immenstadt aus. Über Bildschirme und Mikrofone kann man dort mit Bahnmitarbeitern sprechen. Für Bad Wörishofen ist jetzt eine ähnliche Lösung im Gespräch, nachdem sich kein Betreiber für einen Ticketschalter mehr findet.
Bild: Ulrich Weigel

Ein Teil der Vorschläge von Bürgermeister Gruschka und dem Abgeordneten Pohl löst bei „Impulse für Bad Wörishofen“ Verwunderung aus

Die Situation am Bad Wörishofer Bahnhof beschäftigt Bürger, Politiker – und nun auch die Vereinigung „Impulse für Bad Wörishofen“. Der Grund dafür sind Aussagen von Bürgermeister Paul Gruschka und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (beide Freie Wähler). Beide hatten Verbesserungen gefordert, unter anderem in Sachen Barrierefreiheit und Sauberkeit. Vor allem geht es derzeit darum, wieder einen Ticketschalter zu bekommen. Hier ist derzeit ein sogenanntes „Video-Zentrum“ nach dem Vorbild von Immenstadt im Gespräch.

Es sei „löblich“, dass sich Pohl und Gruschka gemeinsam für bessere Bedingungen am Bahnhof Bad Wörishofen und bei den Zugverbindungen einsetzen wollen, teilt nun Otto Mayer für „Impulse für Bad Wörishofen“ mit. Gruschka erwähne dabei den barrierefreien Zugein- und -ausstieg. „Aber was soll dabei die Aussage, für ihn sei es unverständlich, dass der Bahnhof 2013 für mehrere Millionen umgebaut, aber nicht gleich barrierefrei geplant worden sei?“, heißt es in der Mitteilung an die Presse. „Wo ist die Information, was er selbst in den vier vergangenen Jahren unternommen hat, um dies zu erreichen?“ Sicher sei im Rathaus bekannt, dass das Bahnhofsgebäude von einem privaten Investor gebaut und gekauft wurde und dass der Bahnsteig und damit der „Ort für die Barrierefreiheit im Besitz und in der Verantwortung der Bahn ist“. Nach Darstellung von Impulse für Bad Wörishofen habe die Bahn damals „trotz städtischer Forderung und Verhandlung keine Mittel für die Barrierefreiheit zur Verfügung“ gestellt. Der damalige Bürgermeister Klaus Holetschek (CSU) habe daraufhin bis hinauf ins Bundesverkehrsministerium versucht, die Bahnsteigerneuerung und Barrierefreiheit „genehmigt und finanziert zu bekommen“. Dies allerdings sei erfolglos gewesen, weil „2013 die verfügbaren Mittel des dafür vorgesehenen Fördertopfes nach Vorgaben des Bundesministeriums im Bereich der Schiene ausschließlich in Lärmschutzprojekte fließen sollten“.

Für „Impulse für Bad Wörishofen“ stellt sich deshalb „im Moment allein die Frage, was wurde in den letzten Jahren und was wird derzeit unternommen, um den barrierefreien Zugein- und -ausstieg an unserem Bahnhof realisiert zu bekommen?“. Der Bund stelle im Rahmen eines Förderprogramms bis 2018 erhebliche Mittel zur Verfügung, um die Barrierefreiheit kleiner Bahnhöfe zu fördern. „Bad Grönenbach ist mit weiteren 115 anderen Bahnhöfen in Bayern bereits in dieses Programm aufgenommen. Und Bad Wörishofen?“, fragt man sich bei „Impulse“.

Der zweite Vorschlag, Pohls Forderung nach zwei Kurswagen ins Ruhrgebiet und in Richtung Hamburg, nennt man bei „Impulse“ schlicht „mehr als überraschend.“ Ob dies „Effekthascherei“ sei, Punkte sammeln, oder „auch realistisch? Oder wissen die Herren nicht, wovon sie sprechen?“, heißt es weiter. Das Konzept Kurswagen gebe es aufgrund hohen Personal- und Zeitaufwands und verdichteten Fahrplänen so gut wie nicht mehr. Ausnahmen seien Nordsee-Inseln und länderübergreifende Nachtreisezüge. „Bei Trieb- und Hochgeschwindigkeitszügen wären Kurswagen ohnehin technisch gar nicht mehr möglich“, teilt Impulse für Bad Wörishofen mit.

Zudem verfüge Bad Wörishofen „nicht mehr über ein zweites Gleis, das aber für den Kurswagenbetrieb zwingend erforderlich wäre“, heißt es weiter. „Der ziehende Triebwagen kann also den Kurs-Waggon nicht mehr umfahren, um am anderen Ende wieder angekuppelt zu werden. Oder soll der Kurswagen etwa rückwärts wieder aus Bad Wörishofen raus die fünf Kilometer bis Türkheim geschoben werden?“. „Impulse für Bad Wörishofen“ wünscht sich, dass „wir endlich aufhören, immer die Schuld in der Vergangenheit und bei anderen zu suchen, dass wir aufhören, darüber zu reden, was wir wollen, und zukünftig mehr darüber berichten, was schon erreicht wurde und was aktiv getan wird, um das gesteckte Ziel“ zu erreichen. „Verbale Schnellschüsse bewegen nichts, sie verwirren, stören und bremsen nur“, heißt es weiter. Was die Bahn zu der Problematik in Bad Wörishofen sagt, ist nicht bekannt. Fragen unserer Zeitung hat das Unternehmen bislang nicht beantwortet. Auch der Bahnhofseigner stand bislang für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. Bürgermeister Gruschka wollte die Kritik gestern nicht kommentieren. (mz, m.he)

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